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Zweites Gütesiegel verunsichert Patientinnen - Kritik am Brust-Zertifizierungsverfahren unberechtigt

24.09.2004 - (idw) Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

Stellungnahme der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zur Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe vom 15. September 2004

Frankfurt/M. "Die Einführung einer zweiten Zertifizierung von Brustzentren nach EUSOMA-Richtlinien, wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologe und Geburtshilfe (DGGG) letzte Woche in Hamburg vorgestellt wurde, könnte zu einer erneuten Verunsicherung von Brustkrebspatientinnen in Deutschland beitragen", erklärte Prof. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. "Die Begründung für die Einführung eines zweiten Gütesiegels in mangelnden Standards der bisherigen Zertifikats-Brustzentren zu suchen, ist irreführend und erweckt den Eindruck, dass Patientinnen keine optimale Behandlung erhalten würden - das ist falsch", ergänzt der ehemalige Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Klaus Höffken, der maßgeblich an der Ausarbeitung der Zertifizierungsrichtlinien beteiligt war.

Höffken befürchtet weiter, dass nun der Eindruck einer Zwei-Klassen-Versorgung von Brustkrebspatientinnen entstehen könnte. Jede Frau, die nicht in einer dieser 12 Zentren behandelt wird, fühlt sich womöglich nicht optimal versorgt. Dies widerspricht dem Vorhaben der Deutschen Krebsgesellschaft, flächendeckend eine optimale Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu sichern. "In den 50 durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Brustzentren können die Patientinnen sicher sein, nach internationalem Standard behandelt zu werden ", erklärt Prof. Bamberg.

Seit Sommer 2003 bietet die Deutsche Krebsgesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesell-schaft für Senologie auf freiwilliger Basis ein Zertifzierungsverfahren für Brustzentren an. In einem mehr als dreijährigen Entwicklungs- und Evaluierungsprozeß wurde ein Kriterienkatalog mit 173 Punkten aufgestellt und interdisziplinär mit allen Fachgesellschaften, die an der Behandlung des Brustkrebses beteiligt sind, abgestimmt.

Dieser Katalog umfasst die Kriterien der Europäischen Gesellschaft für Brusterkrankungen (EUSOMA), soweit sie im Gesundheitswesen der Bundesrepublik umsetzbar sind. In den meisten Punkten gehen die Forderungen der Deutschen Krebsgesellschaft sogar über diejenigen der EUSOMA hinaus.

So verlangt etwa das Verfahren der Fachgesellschaften den Nachweis, dass das Brustzentrum ein allgemein anerkanntes Qualitätsmanagement-System eingeführt hat, das von einer von der Fachgesellschaft unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft überprüft worden ist und jährlich neu überprüft wird. Damit hebt sich dieses Verfahren von üblichen Zertifizierungen der medizinischen Fachgesellschaften ab und geht in einem für die Qualität der Versorgung entscheidenden Punkt deutlich über die Kriterien der EUSOMA hinaus.

Ebenso entwickelt die DKG aussagefähige Dokumentations-Programme zur Qualitätssicherung, die in Zukunft entscheidende Bedeutung für die Bewertung von Zentren haben werden.

Die EUSOMA hat die Veröffentlichung überarbeiteter Kriterien angekündigt. Die DKG/DGS streben eine Harmonisierung mit der europäischen Gesellschaft an, ein erstes gemeinsames Treffen ist bereits im Oktober vorgesehen. "Unser Verfahren bleibt auf keinem Fall hinter den europäischen Standards zurück, im Gegenteil: es geht in vielen Punkten über diese hinaus" betont Bamberg. Insgesamt wurden bereits 50 Zentren zertifiziert, einige stehen bereits vor der Re-Zertifizierung. "In keinem europäischen Land wurden bereits so viele Zertifizierungsverfahren für Brustzentren wie in Deutschland durchgeführt", erläutert der Präsident, "jetzt wollen wir unsere nationalen Erfahrungen im Aufbau eines Zertifizierungsverfahrens für die Überarbeitung der EUSOMA-Kriterien zur Verfügung stellen.

Den erweiterten Beitrag "Das Deutsche Zertifizierungs-verfahren im Vergleich" finden Sie auf www.krebsgesellschaft.de über den Button:

--> Zertifizierung Brustzentren.


Weitere Informationen über:
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Herr André Franck, AVISO medien.arbeit
Tel. (03643) 82 82 84 * Fax (03643) 82 82 85
EMail: presse@krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebsgesellschaft e.V., 24.9.2004
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