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Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen noch präziser, schneller und sicherer behandeln

24.09.2004 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Verbesserte bildgebende Verfahren in der Radiologie verschaffen Chirurgen und Orthopäden den nötigen Durchblick und ermöglichen neuartige minimal invasive Interventionen

"Die neuen bildgebenden Verfahren zeigen, dass die Technik immer schneller zu immer präziseren diagnostischen Ergebnissen führt"; sagt Professor Thomas Vogl, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und einer der wissenschaftlichen Leiter des 5. Frankfurter interdisziplinären Symposiums für innovative Diagnostik und Therapie (FISI 2004), das am 24. bis 25. September am Klinikum der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main stattfindet. In dessen Mittelpunkt steht die bildgebende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule.

MRT verdrängt Röntgen bei der Gelenkdiagnostik

Bei der Bildgebung von Erkrankungen der Gelenke und Gelenkweichteile galten bisher das konventionelle Röntgen und nuklearmedizinische Verfahren als Standard. "Die Zukunft der Gelenkdiagnostik gehört jedoch der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder Ultraschallverfahren", sagt Professor Vogl. Die MRT liefert im Unterschied zu den bisher angewandten Methoden gestochen scharfe Bilder der Gelenkweichteile ohne Röntgenstrahlung, Verletzungen lassen sich einwandfrei erkennen. Ultraschall erlaubt sogar die Darstellung des Gelenks während der Bewegung. Durch diese exakteren Diagnosemethoden können Ärzte genau abgestimmte Therapien einleiten. "Das konventionelle Röntgen wird daher mehr für spezielle Fragestellungen bei Knochenverletzungen eingesetzt", konstatiert Vogl.

Trauma-Diagnostik mit geringerer Strahlenbelastung

In der klinischen Routine, insbesondere in der Traumatologie, eröffnet der Einsatz moderner Multidetektor-Computertomographen (MDCT) völlig neue Möglichkeiten: Sie liefern einen ganzen 3D-Volumendatensatz des bestrahlten Bereichs. Aus diesem können allein durch Berechnung beliebig viele Ansichten generiert werden. Weitere Untersuchungen unter Anwendung von Röntgenstrahlung sind daher nicht nötig. Die gesamte radiologische Notfalldiagnostik kann in einem Arbeitsschritt durchgeführt werden. Umlagerungen und Transporte für weiterführende Untersuchungen entfallen in vielen Fällen für den Patienten.

Neue Interventions- und Operationstechniken bei Wirbelsäulenerkrankungen

Radiologische Interventionen im Bereich der Wirbelsäule werden vor allem aus diagnostischen Gründen durchgeführt. An erster Stelle steht die Diagnose tumoröser Erkrankungen. Während lange Zeit die chirurgische offene Biopsie als einzige Möglichkeit galt, um an Gewebeproben zu kommen, sind diese Eingriffe mit den modernen, minimal invasiven Techniken heutzutage ambulant möglich. "Vorteil dieses Verfahrens ist die geringe Komplikationsrate eines derartigen Eingriffes", bestätigt Professor Ludwig Zichner, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main. Ebenso eröffnen moderne Operationstechniken neue Perspektiven für die Wirbelsäulenchirurgie: Die computerunterstützte chirurgische Navigation (CAS - Computer-Assisted Surgery) hilft dem Chirurgen, Eingriffe sowohl präoperativ zu planen als auch während der Operation zu verfolgen. So kann er präoperativ die Anatomie des Patienten beurteilen, intraoperativ eingesetzt erhält er zu jedem Zeitpunkt Informationen über die tatsächliche Lage seiner Instrumente. "Durch die präzise, computergestützte Navigation in einer virtuellen Bildwelt können die Zugänge zum Operationsgebiet klein gehalten und so der Blutverlust des Patienten und das Infektionsrisiko minimiert werden", sagt Professor Ingo Marzi, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Der Radiologe als Schmerztherapeut

Minimal invasive Verfahren setzen Mediziner auch in der Schmerztherapie ein. Bei Tumorerkrankungen und der Osteoporose wird der Schmerz durch einen zunehmenden Verlust an Knochenmasse bedingt. Bei der Vertebroplastie (bzw. Osteoplastie) wird der Verlust von Knochenmasse durch das Einspritzen von zunächst flüssigem Knochenzement ausgeglichen.


Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
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