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Ein neues SHaus für krebskranke Kinder

11.11.2002 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Erweiterungsbau Mildred-Scheel-Haus Dresden feierlich eröffnet

Dresden (nh) - Heute, am 11. November 2002, wurde die Eröffnung des Erweiterungsbaues des Mildred-Scheel-Hauses Dresden gefeiert. Der Neubau beherbergt eine Klinik mit 16 Betten für tumor- und leukämiekranke Kinder. Sie können von nun an mit den modernsten Methoden der Hochleistungsmedizin behandelt werden. "Wir freuen uns sehr darüber, dass die Errichtung des Gebäudes so zügig voran gegangen ist und dass nun auch für krebskranke Kinder hier in Dresden optimale Bedingungen für die Knochenmark- und Stammzelltransplantation geschaffen wurden", sagte Dr. Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Eröffnung. Die Deutsche Krebshilfe investierte über sechs Millionen Euro in den Erweiterungsbau.

"Bislang hatten wir hier in Dresden nicht die nötige Infrastruktur, um die oft lebensnotwendige Stammzelltransplantation bei kleinen Kindern durchführen zu können," berichtete Professor Dr. Manfred Gahr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Dresden. "Wir sind der Deutschen Krebshilfe daher sehr dankbar, dass sie es uns möglich macht, nun auch krebskranke Kinder hier vor Ort optimal behandeln zu können." In Deutschland werden jedes Jahr rund 10.000 Menschen mit der Diagnose Leukämie konfrontiert - darunter etwa 600 Kinder. Die Heilungschancen sind dank der modernen Medizin heute sehr hoch: Drei von vier Kindern mit Blutkrebs können geheilt werden.

Die neue Station für tumor- und leukämiekranke Kinder ist an das Mildred-Scheel-Haus Dresden angegliedert. In dem modernen Knochenmarktransplantations-Zentrum, benannt nach der Gründerin der Deutschen Krebshilfe, werden jedes Jahr 160 erwachsene Patienten behandelt. Professor Gahr wies auf die Vorteile hin, die sich durch den unmittelbaren Anschluss der Kinderonkologie an das Mildred-Scheel-Haus ergeben: "Insbesondere im Bereich des Labors, in der Forschung und in der Versorgung der Patienten ergeben sich zahlreiche Synergie-Effekte." So können sich die Bereiche der Pädiatrischen und der Medizinischen Onkologie optimal ergänzen. Unterstützung erfährt die Klinik auch von dem 1990 gegründeten Förderkreis für krebskranke Kinder e.V.. Er finanziert spezielle klinische Geräte, Einrichtungsgegenstände, Bastelmaterial und Geschenke und stellt der Klinik allein im Jahr 2002 eine Summe von rund 10.000 Euro zur Verfügung.

"Bei der Errichtung des Neubaus wurde besonders auf eine kinderfreundliche Gestaltung geachtet, denn die neue Klinik ist ein Haus für Kinder", sagte Dr. Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, bei der Eröffnung. Das neue Gebäude, das von dem renommierten Architektur-Büro Behnisch & Partner aus Stuttgart entworfen wurde, hebt sich von den übrigen Klinikbauten in Form und Farbe ab. Es schwingt sich eigenständig wie ein Band in das Gelände des Universitätsklinikums. Die zwölf Zimmer mit Betten für 16 Kinder liegen im zweiten Obergeschoss des Gebäudes und umschließen einen schönen Garten. Alle Zimmer öffnen sich zu dieser Grünanlage, so dass die Kinder sie betrachten und, wenn es ihre Gesundheit erlaubt, auch benutzen können.

Die Deutsche Krebshilfe hat bereits unmittelbar nach dem Fall der Mauer begonnen, in den neuen Bundesländern Akzente im Bereich der Onkologie zu setzen und auf vielen Gebieten Starthilfe zu geben. Inzwischen hat sie rund 63 Millionen Euro in den neuen Bundesländern investiert, davon allein gut 29 Millionen Euro im Freistaat Sachsen. Der Aufbau von Knochenmark- und Stammzelltransplantations-Zentren stellte dabei einen wichtigen Schwerpunkt im Osten dar: Die Deutsche Krebshilfe baute entsprechende Zentren in Dresden, Halle, Jena und Rostock.

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Info-Kasten: Knochenmark- und Stammzelltransplantation
Bei der Knochenmark- und Stammzelltransplantation werden Zellen übertragen, aus denen lebenslang alle Zellen des Blutes entstehen können. Diese Zellen werden als Stammzellen bezeichnet. Bei jüngeren Leukämiepatienten ist die so genannte allogene Stammzelltransplantation Therapie der Wahl: Entartete Stammzellen werden durch eine hochdosierte Chemo- und Strahlentherapie zerstört und anschließend durch intakte blutbildende Zellen eines gesunden Spenders ersetzt. Um Abwehrreaktionen zu vermeiden, ist es entscheidend, dass die Gewebeeigenschaften von Spender und Patient übereinstimmen - deswegen eignen sich vor allem Stammzellen von Geschwistern und von passenden Fremdspendern als Transplantat.

Projekt-Nummer: 50-2416
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