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Ultraschall ist überall ...

06.10.2004 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

... in der Medizin: schonend, strahlenfrei, kostengünstig
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Donnerstag, 7. und Freitag, 8.10., jeweils 12.00 Uhr

Weitere Presseinfos unter anderem zu
- Ultraschall bei Magen-Darmerkrankungen
- Kontrastmittel in der Sonographie: Sanfte Alternative zu Röntgenverfahren
siehe:
http://www.mwm-vermitttlung.de/aktudegum04.html

Im Text hier: Übersicht von Prof. M. J. Gebel, Hannover, Präsident des Kongresses Ultraschall 2004 in Hannover

Es gibt nahezu kein Fach in der Medizin, das ohne Ultraschall (Sonographie) auskommt. Die Methode ist frei von Röntgenstrahlen und Nebenwirkungen sowie kostengünstig. Sie bedarf keines großen Aufwands und liefert im Gegensatz zu anderen Techniken bewegte Bilder in Echtzeit. Selbstverständlich ist auch die Sonographie kein "Allheilmittel". Aber sie ist weit mehr als eine "Ergänzung" zu Röntgenuntersuchungen, Computer- oder Kerrnspintomographie. Es gibt Gebiete, bei denen die Sonographie die einzige bildgebende Methode überhaupt ist, oder wo sie schnellere, preiswertere und vor allem bessere Ergebnisse liefert. Zudem ist Ultraschall nicht nur für die Diagnostik geeignet, sondern auch für die Therapie. Bestimmte Eingriffe etwa sind nur unter ständiger Ultraschall-Kontrolle möglich.

Wie funktioniert Ultraschall?

Die Sonographie ist ein Verfahren zur bildlichen Darstellung verschiedener Körperregionen mit Hilfe von Schallwellen. Bei der Ultraschalluntersuchung werden Schallwellen jenseits des für den Menschen hörbaren Bereichs eingesetzt. Ultraschall besitzt, wie alle Schallwellen, die Eigenschaft zurück zu kommen, wenn er auf etwas trifft - der Schall wird reflektiert. Der Kopf des Ultraschallgeräts wirkt hier gleichzeitig als Schallsender und als Schallempfänger. Das bei der Untersuchung verwendete, nebenwirkungsfreie Gel leitet die Schallwellen von der Haut in den Schallkopf. Die von Organen oder Geweben reflektierten Wellen werden in elektrische Impulse verwandelt, aus denen mit computergesteuerten Verfahren ein Bild auf einem Monitor erzeugt wird. Diese Bilder vermitteln dem Arzt eine räumliche Vorstellung von Größe, Form und Struktur des untersuchten Bereichs. Mit der besonderen Farb-Duplex-Sonographie lassen sich zudem Blutfluss, Flussrichtung und -geschwindigkeit sowie die Beschaffenheit der Gefäßwände sichtbar machen.

Vielfach einsetzbar ...

Kürzlich hat das Bundesamt für Strahlenschutz vor einer zu hohen Strahlenbelastung durch medizinische Geräte gewarnt. In keinem europäischen Land sei die Strahlenbelastung auf Grund der vermehrten Anwendung der Computertomographie (CT) so hoch wie in Deutschland. Darum fordern die Strahlenschützer Patienten auf, bei ihren Ärzten nach strahlenarmen beziehungsweise -freien Untersuchungsmethoden wie dem Ultraschall zu fragen.
Dabei ist Ultraschall nicht einfach nur eine "Alternative" zur Computer- oder Kernspintomographie. Ein Ultraschallbild enthält in aller Regel viel mehr Informationen. Mit Ultraschall lassen sich in sehr kurzer Zeit mehr und qualitativ hochwertigere Bilder als mit der CT gewinnen. Außerdem kann der Arzt durch Bewegung des Gerätekopfes die gewünschten Organe und Gewebe aus unterschiedlichen Winkeln und Blickrichtungen einsehen. So hat Ultraschall in den vergangenen Jahren vor allem in Gynäkologie und Geburtshilfe an Bedeutung gewonnen. Im ersten Drittel der Schwangerschaft können zuverlässig und frühzeitig Kindesmissbildungen aufgedeckt werden; auch im weiteren Verlauf ist Ultraschall die etablierteste Untersuchungsmethode. In der Brustkrebsdiagnostik können Frauen mit Beschwerden genauer und sicherer als mit anderen Verfahren untersucht werden. Weitere wichtige Anwendungsgebiete: die Sonographie des Bauchraums und die Untersuchung des Herzens (Echokardiographie). Auch die Sonographie der Schilddrüse und der Beingefäße ("Krampfadern") sowie gynäkologische Untersuchungen außerhalb der Geburtsvorbereitung haben längst große Bedeutung erlangt. Augenärzte, HNO-Ärzte, Urologen oder Orthopäden nutzen ebenfalls die Vorzüge der Methode. Insgesamt hat sich Ultraschall als das schonendste, beste und kostengünstigste bildgebende Verfahren erwiesen.

... auf nahezu jedem Gebiet

Ultraschall wird weiter an Bedeutung zunehmen. Die Sonographie ist das einzige Verfahren, mit dem sehr schnell in den meisten Bereichen der Medizin eine Diagnose gestellt werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass die Ärzte entsprechend ausgebildet sind. Dafür macht sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) seit Jahren mit eigenen Qualifizierungsprogrammen stark.
In der DEGUM sind die größten Interessensgebiete in der Sonographie durch eigene Sektionen oder interdisziplinäre fachübergreifende Arbeitskreise vertreten wie Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Augenheilkunde, Brustsonographie, Chirurgie, Kardiologie, Kinderheilkunde, Lungenheilkunde, Orthopädie, Geburtshilfe und Gynäkologie, Innere Medizin, HNO, Nervenheilkunde und Neurochirurgie, Radiologie, Urologie und vieles mehr. Sogar in der Zahnmedizin und bei Tierärzten wird Ultraschall vielfältig eingesetzt.
Zusammenfassend einige Beispiele:
* Hier zum Beispiel ist Ultraschall die einzige verfügbare bildgebende Methode:
Geburtshilfe, Behandlung am Ungeborenen im Mutterleib, in den meisten Fällen der Kinderheilkunde
* Hier zum Beispiel ist Ultraschall die preiswerteste und schnellste Methode:
Gallensteine, Harnstau der Nieren, Lebertumoren und Zysten, Wasser im Bauch , gefährliche Ausweitung der Schlagadern, Organvergrößerungen; bei besonderer Qualifikation und speziellen Geräten zudem: Erkrankungen im Bauchraum und im Magen-Darm Trakt (siehe PD Gebel "Magen-Darm-Krankheiten")
* Ersatzweiser Einsatz (statt aufwendiger und strahlenintensiver Verfahren), wenn die entsprechende Qualifikation des Untersuchers und entsprechende Ultraschallgeräte vorhanden sind:
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Operationvorbereitung, Charakterisierung von Lebertumoren und Entdeckung kleiner Tochtergeschwülste, Tumorstadieneinteilung an Speiseröhre, Magen, Enddarm etc.
* Ultraschall als eleganteste Methode:
Anlage von Drainagen, Behandlung von Lebertumoren, Überwachung von Gefäßpunktionen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Michael J. Gebel
Kongresspräsident Ultraschall 2004
Medizinische Hochschule Hannover
Abt. Gastroenterologie
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel.: (+49) 0511/532-3415, Fax:-4896 E-Mail: Michael.J.Gebel@t-online.de

Weitere Presseinfos unter anderem zu
- Ultraschall bei Magen-Darmerkrankungen
- Kontrastmittel in der Sonographie: Sanfte Alternative zu Röntgenverfahren

siehe:
http://www.mwm-vermitttlung.de/aktudegum04.html

Pressekontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel. vom 6. bis zum 8. 10.04: 0511/8113-646, Fax: -648
E-Mail vom 6. bis zum 8. 10.04: degumpr@slidecon.de
Tel. sonst: 030/803 96 86, Fax. -87
E-Mail MWM: mwm@mwm-vermittlung.de
http://www.mwm-vermittlung.de/aaktuelles.html

URL Kongress:
http://www.ultraschall2004.de
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