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Weniger Angst und bessere Ergebnisse - Wie Ultraschall kranken Kindern hilft

06.10.2004 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Pressetext von
PD Dr. M. Melter, Hannover

NÄCHSTE PRESSEKONFERENZEN BEIM INTERNATIONALEN KONGRESS "Ultraschall 2004":
Donnerstag, 7. und Freitag, 8.10.04, jeweils 12.00 Uhr

Weitere Presseinfos unter anderem zu
- Was ist, wie funktioniert Ultraschall in der Medizin
- Ultraschall bei Magen-Darmerkrankungen
- Kontrastmittel in der Sonographie: Sanfte Alternative zu Röntgenverfahren
siehe:
http://www.mwm-vermitttlung.de/aktudegum04.html

Der Ultraschall ist ein Segen für die Kinderheilkunde (Pädiatrie). Durch Ultraschall können oft andere, zum Teil mit Strahlenbelastungen für den sich entwickelnden Körper einher gehende Techniken vermieden werden. Gerade der Organismus "kleiner Patienten" bietet ideale Voraussetzungen für die Ultraschalltechnik, und manche Untersuchungen funktionieren nur in der Pädiatrie. Hinzu kommen, neben der Diagnostik, Ultraschall-gesteuerte Behandlungen, die den Kindern mitunter eingreifende Operationen ersparen. Angesichts der großen Sicherheit der Ultraschalltechnik sollte sie häufiger als bisher bei Kindern - auch bei Säuglingen - eingesetzt werden. Allerdings: Notwendig sind große Erfahrung auf der Ärzteseite sowie eine hohe Qualität der technischen Ausstattung. Auch Ultraschall-Untersuchungen sollten nicht inflationär ohne gute Begründung eingesetzt werden.

Mit Ultraschall können ohne Strahlen und insgesamt mit äußerst geringer Belastung für den Patienten sowohl Körperstrukturen und Durchblutungsverhältnisse dargestellt als auch Funktionsuntersuchungen vorgenommen werden.
Die rasante Entwicklung der Technik hat dazu geführt, dass nun hochwertige Geräte mit umfangreichen Anwendungsmöglichkeiten praktisch flächendeckend zur Verfügung stehen. Die Sonographie ist heute fester Bestandteil der Weiterbildungsordnungen aller kinderheilkundlichen Fächer (Pädiatrie, Kinderchirurgie, Kinderradiologie).
Die Entwicklung der pädiatrischen Sonographie ist weltweit in den letzten Jahren besonders durch die farbkodierte Doppler-Sonographie (FKDS) gekennzeichnet.

Gerade bei Kindern, einschließlich Säuglingen, sind sonographisch gesteuerte Interventionen auf Grund ihres minimal invasiven Charakters besonders reizvoll. Therapeutische Ultraschallverfahren bei Kindern sind bisher jedoch auf hochspezialisierte Institutionen (darunter die MHH) beschränkt.

Während die meisten Ultraschall-Techniken prinzipiell in allen Altersstufen genutzt werden können, ist der Ultraschall des Schädelinnenraums über die offene Fontanelle (die Knochenlücke am kindlichen Schädel, die sich erst in den ersten ein bis zwei Lebensjahren schließt) nur im Säuglingsalter möglich und somit eine Besonderheit des pädiatrischen Ultraschalls. Mit Hilfe des "konventionellen" Ultraschalls lassen sich die gesunden beziehungsweise krankhaft veränderten Strukturen des Schädelinnenraumes hervorragend visualisieren - vor allem das Gehirn und seine flüssigkeitsgefüllten Räume (Ventrikel). Darüber hinaus können aber auch die Blutströmungen in den wesentlichen Hirngefäßen dargestellt und gemessen werden. Damit ist der Ultraschall in diesem Bereich einzigartig, um einen Hydrocephalus ("Wasserkopf"), Fehlbildungen der Hirnstrukturen und/oder -Gefäße, Hirntumore, Blutungen etc. nebenwirkungsfrei optisch darstellen zu können; das gilt auch für Unfälle oder bei Verdacht auf Kindesmisshandlung.

Insgesamt ist Ultraschall heute das mit Abstand wichtigste bildgebende Diagnose-Verfahren bei Kindern. Neben den geschilderten "exklusiven" pädiatrischen Einsatzbereichen ist Ultraschall gerade bei der Untersuchung von Kindern deshalb besonders geeignet, weil diese als schlanke, kleine Personen oft ideale Voraussetzungen bieten, und weil durch Ultraschall oft andere - den sich entwickelnden Organismus belastende - Techniken, vermieden werden können. Das gilt nicht nur für den diagnostischen Ultraschall, sondern auch für Ultraschall-gesteuerte Behandlungen, die es gegebenenfalls ermöglichen, den Kindern eingreifende operative Verfahren zu ersparen. Anhand eigener umfangreicher Erfahrungen konnten wir feststellen, dass die diversen interventionellen und therapeutischen sonographischen Methoden bei entsprechender technischer Ausstattung und Erfahrung des Untersuchers/Therapeuten auch bei Kindern (einschließlich Säuglingen) sicher durchgeführt werden können.

So bedeutsam der Ultraschall in der Kinderheilkunde auch ist, so muss er doch stets Bestandteil eines übergeordneten pädiatrischen Konzepts sein. Dabei ist das Risiko einer falschen Indikation deutlich geringer, wenn der Arzt oder die Ärztin selbst auch Sonographie-Experte ist und so die Grenzen des Ultraschalls (etwa: Luft ist der "natürliche Feind" des UItraschallers) kennt und den Ultraschall als ein wichtiges Instrument in seinem Repertoire einzusetzen vermag. Zwar stimmt es ferner, dass die Ultraschalluntersuchung mit nur sehr geringen objektiven Belastungen für den Patienten einher geht. Doch ist zu bedenken, dass sich die kleinen Patienten zum Teil subjektiv von der Prozedur bedroht fühlen. Darüber hinaus ist der Ultraschall wegen der notwendigen personellen und technischen Ausstattung selbstverständlich mit Kosten verbunden. Auch Ultraschall-Untersuchungen sollten daher nicht inflationär und ohne gute Indikation durchgeführt werden, zumal sich der Ultraschall nicht immer dazu eignet, organische Ursachen für Beschwerden auszuschließen ("Können Sie noch einen Ultraschall machen, um sicher zu sein, dass nicht etwas Ernsthaftes dahinter steckt.").
Notwendig ist also eine systematischen Ausbildung von Fachleuten und eine kontinuierliche Qualitätskontrolle. Darüber hinaus müssen die technischen Voraussetzungen der Kliniken, in denen diese Fachleute arbeiten, stets auf ihre Qualität hin überprüft werden. Dazu sollten entsprechende Mechanismen entwickelt werden. Die Qualitätssicherung muss dabei den Fachgesellschaften (DEGUM, ÖGUM und SGUM) obliegen.

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. Michael Melter
Leiter der Pädiatrischen Sonographie (DEGUM-Seminarleiter).
Leiter des Zentrums Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Lebertransplantation (GPGE)
Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung Kinderheilkunde II
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Tel.: (+49) 0511/532-3233, Fax: -3294
E-Mail: Melter.Michael@MH-Hannover.de

Weitere Presseinfos unter anderem zu
- Ultraschall bei Magen-Darmerkrankungen
- Kontrastmittel in der Sonographie: Sanfte Alternative zu Röntgenverfahren

siehe:
http://www.mwm-vermitttlung.de/aktudegum04.html

Pressekontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel. vom 6. bis zum 8. 10.04: 0511/8113-646, Fax: -648
E-Mail vom 6. bis zum 8. 10.04: degumpr@slidecon.de
Tel. sonst: 030/803 96 86, Fax. -87
E-Mail MWM: mwm@mwm-vermittlung.de
http://www.mwm-vermittlung.de/aaktuelles.html

URL Kongress:
http://www.ultraschall2004.de
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