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Spitzenergebnis bei Studierenden und Forschungsgeldern

06.10.2004 - (idw) Universität Leipzig

Jahrespressekonferenz des Rektors: Studienreform wird bis 2006 verwirklicht. Für die Lehramtsausbildung wurde ein praxisbezogenes "Leipziger Modell" entwickelt.

Die Universität Leipzig erweist sich auch im Herbst 2004 als ein attraktiver Studienort. Die Zahl der Studierenden wird erstmals in der Geschichte der Universität die 31.000-Marke überschreiten. Darunter sind 6.500 Studierende, überwiegend Studienanfänger, die zum Wintersemester ein Studium an der Alma mater Lipsiensis beginnen. Die Feierliche Immatrikulation findet am 14. Oktober 2004 um 15 Uhr im Gewandhaus statt.
Auch wenn die endgültige Zahl noch nicht vorliegt - die Einschreibung für Fächer ohne Numerus clausus läuft noch bis zum 11. Oktober - lässt sich schon jetzt feststellen, dass sie erheblich größer ausgefallen wäre, hätte die Universität nicht aufgrund begrenzter Kapazitäten allein in den Fächern mit örtlicher Zulassungsbeschränkung von rund 17.000 Bewerbungen drei Viertel unberücksichtigt lassen müssen. Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen den Bewerbungen, die gegenüber dem Vorjahr insgesamt noch einmal um 3.000 gestiegen sind, und den vorhandenen Studienplätzen bei Kommunikations- und Medienwissenschaft (1.578 zu 258), Kulturwissenschaft (916 zu 126), Soziologie (988 zu 254), Politikwissenschaft (747 zu 110), Erziehungswissenschaft (652 zu 102) oder dem Lehramt Grundschule (738 zu 89).
Die Universität Leipzig hat die Zahl der mit einem Numerus clausus belegten Studienfächer noch einmal drastisch erhöht (von 50 auf 71), um so die Qualität des Studiums gewährleisten zu können. Neu vertreten im Kreis der mit einem universitätsinternen Numerus clausus belegten Fächer sind ab diesem Semester insbesondere Studienangebote des Historischen Seminars sowie Germanistik und mehrere Lehramtsfächer.
Große Anstrengungen unternimmt die Universität gegenwärtig bei der Umsetzung der Studienreform, in deren Ergebnis die bisherigen Magister-Studiengänge zum Wintersemester 2006/07 vollständig auf die konsekutiven Bachelor- und Master-Studiengänge umgestellt werden. Auch bei den weiterhin bestehenden Diplom-Studiengängen und Studiengängen mit staatlichem Abschluss erfolgt eine Modularisierung, so dass die sich aus der Fächervielfalt der Universität ergebenden zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten weiterhin ein Markenzeichen der Leipziger Hohen Schule sein werden. Die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master werden dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Universität zu erhöhen, eine internationale Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse herzustellen und die Erfolgsaussichten der Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Einen Namen macht sich die Universität mit ihrem "Leipziger Modell" der Lehramtsausbildung im Zuge der Studienreform. Wichtige Kennzeichen sind eine größere Praxisnähe, die durch eine neue und verpflichtende Struktur schulpraktischer Studien erreicht werden soll, und der Ausbau und die Aufwertung des erziehungswissenschaftlichen Anteils an der Ausbildung. Die bisherige strikte Trennung von Studium und Referendariat wird aufgehoben. Beispielgebend ist es, dass die Universität Leipzig ab dem nächsten Wintersemester auf diesem Gebiet nur noch Abiturienten immatrikuliert, die zuvor ein vierwöchiges pädagogisches Grundpraktikum an einer Bildungseinrichtung absolviert haben.
Wie die Universität mit solchen Aktivitäten ihrem Ruf gerecht wird, der Lehre einen hohen Stellenwert beizumessen, und zwar nach dem fordernden Grundsatz: Lehre aus Forschung, so präsentiert sie sich zugleich als eine Stätte der internationalen Spitzenforschung. Mit 54,2 Millionen Euro erreichte sie 2003 ihr bislang bestes Ergebnis bei der Einwerbung von Forschungsgeldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Union, der Bundesministerien und anderer Drittmittelgeber. Auf diese Weise wurden 1.843 Forschungsprojekte gefördert, 300 mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ergab sich die Möglichkeit, zusätzliches wissenschaftliches Personal - verankert in fast 1.000 Arbeitsverträgen - für die Bearbeitung von Forschungsprojekten einzustellen. Jüngste Beispiele für die Leistungsfähigkeit der universitären Forschung sind der Zuschlag für die Einrichtung einer DFG-Forschergruppe zur "Architektur von mikro- und nanodimensionalen Strukturelementen" und die Übertragung der Koordination des Exzellenznetzwerkes "SANDiE", in dem Partner aus 11 Ländern zusammenarbeiten, um Weltspitzenleistungen auf dem Gebiet selbstorganisierter Halbleiter-Nanostrukturen zu erzielen. Dabei geht es um völlig neuartige und in ihren Eigenschaften verbesserte elektronische und photonische Bauelemente für die optische Kommunikationstechnik, Datenspeicherung und Displaytechnik.

Rektor Prof. Dr. Franz Häuser
Attraktiv mit Studienreform und Exzellenzbereichen
"Zunächst möchte ich als Rektor einer weltoffenen, auf internationalen Austausch ausgerichteten Universität meine Besorgnis, mehr noch: mein Entsetzen darüber zum Ausdruck bringen, dass nunmehr Parteien, die für eine ausländerfeindliche Politik stehen, in ostdeutsche Landtage eingezogen sind. Die Universität Leipzig wird das zum Anlass nehmen, ihre Bemühungen um eine größere Internationalität noch zu verstärken. Wie die ca. 4.300 Bewerbungen aus dem Ausland für ein Studium an der Universität Leipzig zum Wintersemester zeigen, ist sie dabei auf einem guten Weg.

Die Universität hat die Herausforderung angenommen, die in den neuen hochschulpolitischen Rahmenbedingungen liegt. Ich denke da in Bezug auf die Studienreform an die Einführung eines durchgängig modularisierten Studienangebots bis 2006 und in Bezug auf den Wettbewerb um 'Eliteuniversitäten' an die Ausarbeitung von attraktiven regionalen Exzellenzclustern gemeinsam mit anderen Leipziger Forschungseinrichtungen. Damit ist die Universität auf die für November 2004 angekündigte Ausschreibung der Förderinitiative des Bundes und der Länder gut vorbereitet.
Für die Universität ergibt sich aus den steigenden Studentenzahlen noch stärker die Verpflichtung, die Abbrecherrate zu verringern und die Absolventenquote zu erhöhen. Ein Beitrag unsererseits hierzu ist die Stufung der Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschlüssen, den Beitrag der Politik erwarten wir in einer Aufstockung des Lehrpersonals, wie das zum Beispiel in der Lehramtsausbildung erfolgt.

Dass die Universität insgesamt optimistisch in die Zukunft blickt, ist auch in dem großartigen, mehrere hundert Millionen Euro umfassenden Bauprogramm der nächsten Jahre begründet. So wurde mit dem Freistaat die Errichtung des innerstädtischen Campus bis zur 600-Jahr-Feier der Universität im Jahr 2009 und der Bau von zwei neuen Klinikkomplexen bis 2008 vereinbart. Damit verbessern sich künftig zum einen die Studien- und Forschungsbedingungen entscheidend und zum anderen wird die Weiterentwicklung der Leipziger Hochschulmedizin nachhaltig gesichert."
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