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Der Entdecker des Germaniums: Zum 100. Todestag von Clemens Alexander Winkler

07.10.2004 - (idw) Technische Universität Chemnitz


Clemens Winkler als 62-Jähriger (1900). Foto: Bildarchiv der Pressestelle der TU Chemnitz
Labor Clemens Winklers im alten chemischen Institut der Bergakademie Freiberg in der Brennhausgasse 5. Foto: Bildarchiv der Pressestelle der TU Chemnitz Der Entdecker des Germaniums
Zum 100. Todestag von Clemens Alexander Winkler

Vor 100 Jahren, am 8. Oktober 1904, verstarb in Dresden der berühmte Gelehrte Clemens Alexander Winkler. Die TU Chemnitz hat insofern Veranlassung, seiner zu gedenken, als Winkler von 1855 bis 1856 an der Königlichen Gewerbschule Chemnitz studierte und hier die wissenschaftlichen Grundlagen für seine weitere berufliche Entwicklung erwarb. Da er sich zu einer herausragenden und international anerkannten Persönlichkeit entwickelte, besteht Anlass, nicht ohne Stolz auf seine erfolgreiche Entwicklung zurückzublicken.

Winkler, 1838 in Freiberg geboren, erhielt zunächst eine Privatausbildung, absolvierte das Freiberger Gymnasium und anschließend eine Dresdener Realschule. So gerüstet, schien ihm der Weg nach Chemnitz insofern verlockend, als die bereits zwei Jahrzehnte existierende Bildungseinrichtung im Herzen der sächsischen Industrie seinen Interessen für die Naturwissenschaften und das Praktische vollkommen entsprach. Hier genoss er eine exzellente Ausbildung und erhielt das Rüstzeug, nach Ableistung eines Praktikums im Blaufarbenwerk Niederpfannstiel das Studium an der Freiberger Bergakademie fortzuführen.

Der weitere berufliche Aufstieg ließ nicht lang auf sich warten. Nach erneuter Tätigkeit und mit einer Arbeit über "Verbindungen des Siliziums" von der Universität Leipzig zum Dr. phil. promoviert, erhielt er 1873 einen Ruf als Professor für Theoretische und Analytische Chemie sowie Chemische Technologie an die Bergakademie. Dem 1876 ergangenen Ruf als Direktor der Technischen Staatslehranstalten leistete er allerdings nicht Folge, was insofern bedauerlich ist, als die Chemnitzer "Anstalt" damit einen erheblichen Zugewinn gehabt hätte.

So bleibt Freiberg bis zu seinem Lebensende die einzige Wirkungsstätte und Quell bahnbrechender Leistungen, deren herausragende sicher die Entdeckung des Germaniums (1886) und die Bestätigung der 1871 von Dimitri I. Mendelejew gemachten Voraussage der Stellung des Germaniums im Periodischen System der chemischen Elemente sowie die Arbeiten über die Einführung des Schwefelsäurekontaktverfahrens sind. Internationale Wertschätzung erfuhren auch die Untersuchungen zum Hüttenrauch, zur Mineralanalyse, zur Maßanalyse sowie zu schlagenden Wettern. Zu recht gilt Winkler als Begründer der in aller Welt anerkannten Freiberger Analytiker-Schule für Mineralanalysen und Begründer der modernen technischen Chemie. Als Direktor der Bergakademie (1896-1899) sorgte er auch für Verbesserung der Studienorganisation; ihm gelang es schließlich, das Wahlrektorat durchzusetzen. Winkler war jedoch nicht nur ein Gelehrter großen Formats, sondern auch ein ausgezeichneter Lehrer und darüber hinaus ein treuer Berater seiner Studierenden. Da er mehrere Instrumente beherrschte, lernten ihn seine Kollegen auch in fröhlichen und mit köstlichem Humor gewürzten Stunden schätzen.

Seine letzte Ruhe fand er auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden.

(Autor: Prof. Dr. Friedrich Naumann)

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Friedrich Naumann, Professor für Wissenschafts-, Technik- und Hochschulgeschichte an der TU Chemnitz, Telefon (03 71) 5 31 - 40 61, E-Mail friedrich.naumann@phil.tu-chemnitz.de .

Weitere Artikel zum Thema: "Dem Unbekannten auf der Spur - Weil bei der Gesteinsanalyse sieben Prozent fehlten, entdeckte Clemens Winkler das Germanium" im TU-Spektrum 4/1996, siehe http://www.tu-chemnitz.de/spektrum/96-4/18.html

Wichtiger Hinweis für die Medien: In der Pressestelle können Sie Fotos anfordern - etwa von , von Dimitri Mendelejew (links) und Clemens Winkler auf der Einhundertjahr-Feier der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin am 19. 3. 1900 sowie vom .

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