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Bringt die Globalisierung Arbeitsplätze oder Rechteabbau?

12.11.2002 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Soziologen laden am 14. November zu öffentlichem Vortrag an die Uni Jena

Jena (12.11.02) Die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) und die allgemeine Globalisierung verursachen bei vielen noch immer Unsicherheiten, gar Ängste. Schafft Globalisierung ein Wirtschaftswachstum und so weiteren Wohlstand? Oder führt sie zum Abbau der Sozialstandards und Arbeitsrechte? Diesem Themenkomplex widmet sich am 14. November Dr. Werner Sengenberger in seinem öffentlichen Vortrag "Globalisierung und sozialer Fortschritt: Rolle und Wirkungen internationaler Arbeitsstandards". Die vom Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena organisierte Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Hörsaal 7 des Jenaer Uni-Campus (Carl-Zeiß-Str. 3).
Sengenberger hat viele Jahre die Abteilung Beschäftigung und Berufsbildung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in Genf (eine Unterorganisation der UNO) geleitet. Er vertritt die These, dass Sozialstandards handfeste wirtschaftliche, politische und soziale Vorteile bringen und erläutert seinen Standpunkt aus der Perspektive des Nord-Süd und des Ost-West-Konfliktes. Er argumentiert, dass durch soziale Mindeststandards Produktivität und Wirtschaftlichkeit von Unternehmen vorangetrieben und entwickelt werden, so dass Arbeitsplätze und Rechte keinen Gegensatz bilden müssen.

Vor diesem internationalen Hintergrund wird er auf die Sozialstandards in der EU und die Position der Neuen Bundesländer eingehen. Dabei wird er diskutieren, ob der Osten Deutschlands im internationalen Wettbewerb wirklich nur mit zahmen Gewerkschaften und moderaten Lohnabschlüssen bestehen kann. Zu diesem Fragenkomplex erwartet Organisator Prof. Dr. Christoph Köhler nicht nur einen interessanten Vortrag, sondern auch heiße Diskussionen - an denen die Öffentlichkeit gerne teilnehmen kann.

Mit der Veranstaltung stellt sich auch die "Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt Thüringen" (KoWA) an der Uni Jena vor. Die KoWA ist im Sommer 2002 als unabhängiger Verein von Gewerkschaftlern und Wissenschaftlern gegründet worden. Ihr Ziel ist es, Forschungsergebnisse der Universität für Arbeitnehmer und Mitbestimmungsträger verfügbar zu machen. Umgekehrt sollen Probleme aus Arbeitswelt und Wirtschaft in die Hochschulen getragen und Forschungsprojekte unterstützt werden.
Kontakt:
KoWA an der Uni Jena
Dr. Bettina Musiolek und Gunter Göbel
Lutherstraße 114, 07743 Jena
Telefon: 03641 / 930880, Fax: 03641 / 930884
E-Mail: b.musiolek.kowa@uni-jena.de und g.goebel.kowa@uni-jena.de
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