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Aktuelles Online-Thema / Deutsches Jugendinstitut: Opstapje - Präventivförderprogramm für Zweijährig

07.10.2004 - (idw) Deutsches Jugendinstitut e.V.

Bildung ist immens wichtig für die Zukunft unserer Gesellschaft. Darüber gibt es keinen Zweifel. Über das Wie, Wann, Wo und Für Wen wird allerdings heftig gestritten. In diesem Zusammenhang steht auch die Frühförderung unserer Kinder auf der Agenda - und bietet weiteren Zündstoff für die Bildungsdebatte.

Schon ganz früh werden in der Familie die Grundlagen für die Zukunftschancen der Kinder gelegt. Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind dabei besonders auf Unterstützung angewiesen, um auch ihnen einen guten Start in Kindergarten und Schule zu ermöglichen. Das Problem ist: gerade diese Familien nutzen nur sehr selten die bestehenden Angebote. Sie fühlen sich in Kursen der Familienbildungsstätten, die meist von Müttern gehobener Bildung und Ausbildung besucht werden, nicht wohl oder haben schlicht gar keine Kenntnis von solchen Angeboten.

Hier setzt eine Idee an, die Dr. Rudolf Pettinger, langjähriger Leiter der Familienabteilung des DJI, aus Holland mitgebracht hat. Er hat sich Frühförderprogramme in Israel, den USA und den Niederlanden angeschaut und angeregt, das holländische Programm "Opstapje - Schritt für Schritt" auch in Deutschland einzusetzen.

Opstapje setzt auf geschulte Laienhelferinnen, die die Familien regelmäßig zu Hause besuchen, um Eltern und Kinder (ab 18 Monaten) in der gewohnten Umgebung mit den Möglichkeiten spielerischen Lernens vertraut zu machen. Die Mütter schauen anfangs nur zu und lernen quasi am Modell, wie sie ihre Kinder optimal anregen und unterstützen können. Ergänzt werden die Hausbesuche durch Gruppentreffen der Eltern, um den Aufbau eines Netzwerks zu initiieren. Auf einen Blick bietet detaillierte Informationen rund um das Thema Opstapje.

Eine sozialwissenschaftlich qualifizierte Fachkraft kümmert sich vor Ort u.a. um die Schulung der Hausbesucherinnen und die Betreuung der Familien. Eine dieser Projektkoordinatorinnen ist in Bremen Roswitha Schneider. Sie berichtet im Blick von außen über ihre Erfahrungen im Modellversuch.

In Zeiten knapper Kassen steht natürlich sofort die Frage nach den Kosten im Raum. Die Opstapje-Rechnung ist schnell gemacht: 1 Koordinatorin und 3 Hausbesucherinnen betreuen 18 Monate lang 45 Familien mit rund 90 Kindern. Die monatlichen Kosten pro Kind belaufen sich auf 139 Euro. Eine Investition, die sich lohnt.

Das belegen jedenfalls die Ergebnisse, die ein Team von Wissenschaftlerinnen am DJI im Rahmen einer Fachtagung gerade präsentieren konnte. (Details unter Veranstaltung.) Sie wollten wissen, wie wirksam das Opstapje-Programm ist und haben gemeinsam mit den Universitäten Regensburg und Bremen ein dreijähriges Modellprojekt mit 85 Familien in Bremen und Nürnberg durchgeführt. Alexandra Sann und Dr. Kathrin Thrum vom DJI geben darüber im Interview Auskunft.

Mitarbeiterinnen und Familien beurteilten das Programm überwiegend positiv. Nach Einschätzung aller Beteiligten haben sich die Kinder gut entwickelt, die Eltern-Kind-Beziehung wurde gestärkt und die Eltern haben deutlich an Selbstsicherheit in ihrem Erziehungsverhalten gewonnen.
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