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Bewegung und Tanz in der Erwachsenenbildung - Internationales Tanzsymposium

08.10.2004 - (idw) Universität Stuttgart

Um "Kreativität und Lebensqualität. Bewegung - Rhythmus - Tanz in der kulturellen Erwachsenenbildung" geht es beim fünften internationalen tanzwissenschaftlichen Symposium vom 15. bis 17. Oktober an der Universität Stuttgart. Referenten aus Deutschland, Frankreich und den angrenzenden Nachbarländern werden bei dieser als offenem Werkstattseminar geplanten Veranstaltung über ihre Arbeit berichten und ihre Erfahrungen einbringen. Das Spektrum reicht von Tanz als Lebens-Kunst über tänzerische Körperbildung und Tanztechnik bis zu Tanz als sozialer Erfahrung und persönlicher Ausdruck oder Wirkungen tanztherapeutischer Maßnahmen bei Krebspatienten. Das vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem sportwissenschaftlichen Institut der Marc Bloch-Universität Straßburg organisierte Symposium ist Teil der aktuellen französischen Woche in Stuttgart. Beteiligt sind der Volkshochschulverband Baden-Württemberg, die VHS Stuttgart, der Schwäbische Turnerbund und das Kulturamt der Stadt Stuttgart.

Der Tanz in seiner Formenvielfalt ist ein wichtiger Bestandteil im kulturellen Leben einer Gesellschaft. Allerdings hat die sinnliche, schöpferische und symbolische Auseinandersetzung mit dem Körper in Zeiten dynamischen Gesellschaftswandels und zunehmender Marktorientierung weniger "Konjunktur" - trotz der ungebrochen hohen Anziehungskraft von Aufführungen bekannter Tanzkompanien und der Faszination von Tanztrends und Tanzfestivals.

In der Erwachsenenbildung stehen bewegungskulturelle Programmangebote mit künstlerisch-expressivem und kreativem Charakter vor neuen und großen Heraus-forderungen. Als Gegengewicht zum "Mittel-Zweck-Denken" und zu den häufig ökonomisch geprägten medialen Spektakeln der populären "Event-Kultur" enthalten sie Entfaltungsspielräume der ästhetischen Bildung, sie schaffen Anlässe, um mit künstlerischen Ausdrucksformen experimentieren zu können und kreative Gestaltungsmöglichkeiten zu erproben. Über die Vermittlung tänzerischer, gestalterischer und sozialer Kompetenzen hinaus werden durch die motorische Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und die Prozesse der Selbstwahrnehmung Veränderungspotentiale angeregt, die zur Persönlichkeitsentfaltung und zur veränderten Wahrnehmung von Lebensbedingungen oder -situationen beitragen können.

Mit Blick auf die strukturellen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse wie Wandel der Arbeitswelt und Entwicklung der Medien, Interkulturalität, Kommerzialisierung der Freizeit oder Veränderungen im sozialen Zusammenleben diskutieren die Sportwissenschaftler die Frage, welche Formen der Erfahrung und Unterstützung die kreative Bewegungsarbeit und Tanz dem Individuum geben können. Die tanzpädagogische Standortbestimmung wird Entwicklungen in Deutschland und Frankreich aufgreifen und miteinander vergleichen. Zudem werden beim Stuttgarter Tanzsymposium neue Ansätze und Arbeitsweisen der kreativen Bewegungsarbeit sowie des Tanzes in der Erwachsenenbildung vorgestellt werden. Diskutiert werden unter anderem Wirkungsdimensionen von Tanzpraxis und Arbeitsweisen der kreativen Bewegungsarbeit zwischen Selbstverwirklichung und Kompetenzentwicklung, zwischen künstlerischem Schaffen und Therapie oder Beziehungen zwischen Lebenswelt und Tanzwelt. Und es geht auch um zukunftsweisende tanzpädagogische Projekte im Rahmen der kulturellen Sozial- und Bildungsarbeit sowie um neue Modelle der tanz- und bewegungspädagogischen sowie tanzkünstlerischen Ausbildung und des Studiums.

Das Symposium beginnt am Freitag, den 15. Oktober um 13.00 Uhr im Anschluss an eine Einführung von Professor Wolfgang Schlicht, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, mit einem Vortrag von Dr. Claudia Fleischle-Braun vom gleichen Institut zum Thema "Kreativität und Lebensqualität". Anschließend wird Annette Alsheimer von der vhs Stuttgart über das Thema "Tanz bewegt uns - geleb-te Gegenwart und Begegnung" sprechen. Am Samstag, den 16. Oktober geht es um Methoden, Konzepte und Effekte und am Sonntag, 17. Oktober steht das Thema "Lebensqualität: Transformationen und Wirkungen" im Mittelpunkt.

Ort: Stuttgart-Vaihingen, Institut für Sportwissenschaft, Allmandring 28

Zeit: 15.10.: 13.00 bis ca. 19.00 Uhr;16.10.: 9.15 bis ca. 19.00 Uhr; 17.10., 9.15 bis 13.00 Uhr

Weitere Informationen und Anmeldung für die kostenpflichtige Veranstaltung bei Claudia Fleischle-Braun, Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart, Allmandring 28, 70569 Stuttgart, Tel. 0711 / 685-3168; Fax 0711 / 685-3157, e-mail: claudia.fleischle@sport.uni-stuttgart.de
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