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Der Materialismus-Streit

12.11.2002 - (idw) Universität Bielefeld

Im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld findet vom 21. bis 23. November unter der Leitung von Kurt Bayertz (Münster) und Walter Jaeschke (Bochum) die Tagung "Der Materialismus-Streit" statt.
Diese Tagung ist die erste von drei Veranstaltungen, die zum Thema Naturwissenschaft, Philosophie und Weltanschauung im 19. Jahrhundert am ZiF durchgeführt wird. Die für 2003 und 2004 geplanten Konferenzen werden den "Darwinismus-Streit" und den "Ignorabimus-Streit" zum Thema haben.

Dass die Naturwissenschaften kein eng begrenztes Feld des Wissens darstellen, sondern eine das gesamte materielle wie auch geistige Leben der Gesellschaft durchdringende Macht, bedarf heute kaum noch der Erläuterung oder des Beweises. Offensichtlich ist auch, dass diese Durchdringung ein oft schmerzlicher, von heftigen Auseinandersetzungen begleiteter Prozess war und noch immer ist. Obwohl dieser Prozess bereits wesentlich früher begann, nimmt er im 19. Jahrhundert insofern eine entscheidende Wendung, als sich die Naturwissenschaft hier endgültig als 'dritte Kraft' neben ihren beiden wichtigsten weltanschaulichen Konkurrenten - Philosophie und Religion - etablierte.

Im Rahmen des Materialismus-Streites wurde erstmals der Anspruch der Naturwissenschaften, die (alleinige) Basis eines umfassenden Weltbildes zu sein, publikumswirksam erhoben und in einer breiteren Öffentlichkeit debattiert. Mit der 1866 erschienenen Geschichte des Materialismus war schließlich eine Formel für die 'friedliche Koexistenz' der Naturwissenschaften einerseits, der Philosophie und Religion andererseits gefunden; freilich ohne dass diese sich umgehend durchgesetzt und dem Weltanschauungskampf zwischen den Lagern ein Ende bereitet hätte. Die beiden Fragen ob und inwieweit die Naturwissenschaften sich tatsächlich von ihren philosophischen und religiösen Ursprüngen abzukoppeln vermögen und ob und wieweit Philosophie und Religion sich den Resultaten der naturwissenschaftlichen Forschung zu beugen haben, blieben auch weiterhin umstritten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/AG/2002/11-21-Bayertz.html, ZiF-Tagungsbüro: Tel. 0521/106-2769.
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