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BMBF-Projekt unter Federführung der Universität Kaiserslautern

12.11.2002 - (idw) Universität Kaiserslautern

Am 01. Juli hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Projekt-Netzwerk eingerichtet, das sich mit der Untersuchung des Einflusses von Nahrungsbestandteilen auf zwei wichtige Gruppen von Darmerkrankungen sowie Möglichkeiten der Prävention durch die Ernährung befasst. Zum Netzwerk gehören Partner an den Universitäten Jena, Kaiserslautern, Saarbrücken und Würzburg. Ferner sind die Forschungsanstalt Geisenheim, die Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg eingebunden. Die beteiligten Gruppen arbeiten auf den Gebieten Lebensmittelchemie, Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaften, Toxikologie, Krebsforschung und Innere Medizin. Die Bewilligungssumme beträgt ca. 1,2 Mio. Euro für die drei Projekte an der Universität Kaiserslautern auf vorerst drei Jahre.

An der Universität Kaiserslautern sind aus der Fachrichtung Lebensmittelchemie / Umwelttoxikologie die Arbeitsgruppen von Dr. Doris Marko, Dr. Matthias Baum/Dr. Christine Janzowski/Professor Gerhard Eisenbrand und Dr. Hans-Joachim Schmitz/Professor Dieter Schrenk beteiligt. Professor Dieter Schrenk ist derzeit Sprecher des Verbundes. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die wichtige Frage, ob ausgewählte Bestandteile von Lebensmitteln, vor allem aus der Gruppe der sog. Polyphenole, präventiv auf die Entstehung der häufigsten Krebsarten der westlichen Welt wirken. Die Untersuchungen solcher Wirkungen und der zugrunde liegenden molekularen Mechanismen werden an Zellkulturen, Geweben, Versuchstieren, aber auch in Studien an Probanden und Patienten durchgeführt.

Eine weitere Gruppe von Krankheiten, deren Entstehen oder Verlauf sich möglicherweise durch pflanzliche Nahrungsbestandteile beeinflussen lässt, sind die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Auch hier sollen verschiedene experimentelle Modelle verwendet werden, um den Einfluss von Polyphenolen und anderen Nahrungsbestandteilen zu prüfen. Die analytischen und präparativen Arbeiten gehen von Inhaltsstoffen des Apfels aus. Hier rücken traditionelle Apfelsorten mit hohem Anteil an Polyphenolen in das Zentrum des Interesses. Partner aus der Lebensmitteltechnologie arbeiten an der Optimierung des Herstellungsprozesses von Säften mit einem hohen Anteil an Stoffen mit günstig angesehener Wirkung. Die ersten Ergebnisse werden bereits im Frühjahr 2003 vorgelegt werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel des Netzwerks ist die Einrichtung eines neuen, viersemestrigen Vertiefungsstudiums "Molekulare Ernährungsforschung" am Fachbereich Chemie der Universität Kaiserslautern. Das Land Rheinland-Pfalz hat durch eine Juniorprofessur "Molekulare Ernährungsforschung" die Grundlage zu diesem neuen Studiengang geschaffen, der vorwiegend von der Fachrichtung Lebensmittelchemie und Umwelttoxikologie bestritten wird. Die Absolventen/innen sollen mit dem Titel "Master of Science" (Life Sciences in Chemistry: Lebenswissenschaften in der Chemie) abschließen und werden Aufgaben in Firmen der Lebensmittelindustrie, der pharmazeutischen Industrie sowie an Hochschulen und Behörden übernehmen.
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