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Internationales Wissenschaftlerteam untersucht Rolle der EU in den Medien

27.10.2004 - (idw) Universität Dortmund

EU-Projekt wird am Dortmunder Erich-Brost-Institut koordiniert
Im Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Bedeutung für jeden Europäer spielt die EU in den Massenmedien eine (zu) geringe Rolle. Warum das so ist, untersuchen jetzt Wissenschaftler aus elf Staaten im Projekt ?Adequate Information Management in Europe?, kurz AIM.

Das Projekt wird am ?Erich-Brost-Institut für Journalismus in Europa? (EBI) an der Universität Dortmund koordiniert und liefert einen praxisorientierten Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion um europäische Öffentlichkeit(en), die seit Anfang der 1990er Jahre in der Fachwelt geführt wird. Unter der Leitung von Gerd G. Kopper, Journalistik-Professor an der Universität Dortmund und EBI-Geschäftsführer, untersuchen Kommunikations- und Medienwissenschaftler, Politologen und Soziologen aus elf europäischen Staaten in den kommenden drei Jahren, welchen Einfluss die Massenmedien auf die Entwicklung europäischer Öffentlichkeit(en) haben. Finanziert wird das Projekt der Wissenschaftler aus Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, Norwegen, Polen und Deutschland mit Mitteln aus dem sechsten EU-Forschungsrahmenprogramm der EU-Kommission.

Erfolg versprechender Auftakt von AIM war der viertägige Eröffnungsworkshop Anfang Oktober in Dortmund. Dabei ging es darum, den Stand der nationalen Forschung zu den Konzepten europäischer Öffentlichkeit(en), journalistischer Kultur sowie des News und Information Management zu vergleichen. Vor dem Hintergrund national unterschiedlicher Verständnisse widmete sich die Tagung auch der Definition zentraler Begriffe für die Projektarbeit wie z. B. ?News? und ?Information? aus etymologischer, medienwissenschaftlicher und medienpraktischer Perspektive. Außerdem wurde diskutiert, inwieweit das Konzept des News und Information Managements auf die Öffentlichkeitsarbeit der EU-Institutionen sowie die journalistischen Prozesse der Nachrichtenproduktion anwendbar ist.

Mit dem Workshop ist die Grundlage gelegt für die Verwirklichung der langfristigen Forschungsziele: Im Mittelpunkt dabei stehen die Untersuchung der Arbeitsprozesse und -routinen im EU-Journalismus sowie die Analyse der nationalen journalistischen Kulturen, die diese Abläufe entscheidend prägen. Außerdem richtet sich das Forschungsinteresse auf die Kommunikationsstrategien der EU-Institutionen sowie die Bedeutung dieser Strategien für die Massenmedien. Empirisches Datenmaterial soll während des Projekts in zwei Feldstudien erhoben werden. Die erste Untersuchung konzentriert sich auf die journalistischen Arbeitsprozesse in den Redaktionen der beteiligten Staaten, während die zweite das Brüsseler Korrespondentencorps sowie die Kommunikationsstrategien der EU-Institutionen erforscht. Der wissenschaftliche Beitrag von AIM liegt in der Bereitstellung umfangreichen komparativen Datenmaterials sowie der Weiterentwicklung der Theorie europäischer Öffentlichkeit(en). In praktischer Hinsicht strebt das Projekt insbesondere an, Empfehlungen für die Arbeit von EU-Journalisten sowie für die journalistische Aus- und Weiterbildung zu entwickeln.

Kontakt:
Karen Rosenwerth (M.A.)
Wissenschaftszentrum für Journalismus in Europa
Centre for Advanced Study
Erich-Brost-Haus
Tel. +49-(0)231-755 6975
Sekretariat +49-(0)231-755 6971
Fax +49-(0)231-755 6955
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