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Gemeinsame Berufung des DPZ und der Universität Göttingen

29.10.2004 - (idw) Deutsches Primatenzentrum

Die Universität Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) haben ein weiteres gemeinsames Berufungsverfahren im Oktober 2004 erfolgreich abschließen können. Frau Dr. Julia Fischer nahm den Ruf auf eine W2-Professur Verhaltensforschung/Ökologie in der Fakultät für Biologie der Georgia Augusta an. Im DPZ übernimmt sie ab dem 1. November die Leitung der neuen selbstständigen Forschergruppe Kognitive Ethologie. Mit dieser Berufung konnte eine weitere Klammer zwischen der universitären und der außeruniversitären Forschung in Göttingen geschaffen werden.


Frau Dr. Julia Fischer, Professorin für Verhaltensforschung/Ökologie Das Forschungsgebiet der Gruppe ist die Evolution kognitiver und kommunikativer Prozesse bei nichtmenschlichen Primaten. Im Fokus des Interesses steht einerseits die altersabhängige Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten und der Einfluss des sozialen Lernens. Vergleiche mit der frühkindlichen Entwicklung und den Lernleistungen anderer Säuger erlauben es dabei, die kognitiven Besonderheiten nichtmenschlicher Primaten zu identifizieren. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Erforschung des Einflusses von Sozialsystemen, Ökologie und phylogenetischer Stellung auf die Struktur der Lautgebung. Analysen der phylogenetischen Verwandtschaftsbeziehungen, quantitative Beschreibungen der Sozialstrukturen und der Paarungssysteme, sowie Daten zur Ökologie und zum Habitat werden dazu mit computergestützten Lautanalysen in Beziehung gesetzt. Spezielles Augenmerk liegt in beiden Projekten auf der Identifizierung von bestimmenden und beschränkenden Faktoren, die in der Entwicklungsgeschichte eine Rolle spielen. Dazu soll langfristig zu einem Verständnis der Evolution der menschlichen Sprache beigetragen werden.
Die Forschergruppe ist im DPZ eingebunden in die Sektion Organismische Primatenbiologie mit den Abteilungen Soziobiologie, Reproduktionsbiologie sowie der Forschergruppe Primatengenetik. Berührungspunkte in inhaltlicher und methodischer Hinsicht bestehen auch zur Sektion Neurowissenschaften. Die inhaltliche Ausrichtung der Forschergruppe ermöglicht zahlreiche wissenschaftliche Vernetzungen und Kooperationen mit verschiedenen Fachrichtungen der Georg-August-Universität, dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie und anderen Instituten der außeruniversitären Forschungslandschaft, wie z.B. der Leibniz-Gemeinschaft.
Julia Fischer promovierte 1996 an der FU Berlin und arbeitete anschließend als Postdoc an der University of Pennsylvania in Philadelphia. Während dieser Zeit forschte sie über die Kommunikation freilebender Paviane in Botswana. Nach ihrer Rückkehr aus den USA habilitierte sie sich am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und erhielt ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Julia Fischer ist Mitglied und derzeit Sprecherin der 'Jungen Akademie' an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Naturforscher Leopoldina.

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