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Wie Medizintechnik unser Gesundheitssystem bezahlbar macht

02.11.2004 - (idw) Technische Universität Berlin

Einladung zur Antrittsvorlesung von Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft, neu berufen für das Fachgebiet Medizintechnik Deutschlands Bevölkerung altert rasant. Dieser Prozess verursacht einen enormen Druck auf die Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems. Die Kosten zu dämpfen ist daher ein Gebot der Stunde. Einen Weg, diese nachhaltig zu senken, sieht Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft im Einsatz effektiver Medizintechnik. Diesem Thema widmet sich seine Antrittsvorlesung, zu der wir Sie herzlich einladen möchten:

Zeit: Dienstag, den 2. November 2004, 16 Uhr
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, Halle V auf dem Campus, Lageplan siehe unter:www.awb.tu-berlin.de, Link: Kontakt und Lageplan

In seiner Antrittsvorlesung "Medizintechnik als Chance für das Altern bei gedämpften Gesundheitskosten" wird Prof. Kraft, der seit April dieses Jahres das Fachgebiet Medizintechnik an der TU Berlin leitet, drei Ansätze zur Kosteneinsparung aufzeichnen. Das ist erstens der Einsatz minimal invasiver Techniken zum Beispiel in der Chirurgie, Kardiologie und der Magen- und Darmendoskopie. Minimal invasive Techniken sind in der Medizin diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die den Patienten operativ geringstmöglich belasten. Neben der schonenderen Behandlung und der geringeren Schmerzbelastung führt der Einsatz dieser Techniken, einhergehend mit der schnelleren Genesung der Patienten, zu einer deutlichen Verkürzung der Aufenthaltsdauer im
Krankenhaus. Einer der Forschungsschwerpunkte am Fachgebiet Medizintechnik ist daher die Entwicklung, Prüfung und Bewertung von medizintechnischen Geräten für minimal invasive Techniken.
Prof. Krafts zweiter Ansatzpunkt zur Kosteneinsparung ist die Aufbereitung von Medizinprodukten, insbesondere von hochwertigen Instrumenten, die der Hersteller zunächst nur für einen einmaligen Einsatz vorgesehen hat. Der Gesetzgeber verlangt für diese kritischen Medizinprodukte den Einsatz rechtsgültiger Aufbereitungsverfahren, welche nun auch an der TU Berlin entwickelt werden. Neben der hygienischen Sicherheit kommt es beim Einsatz aufbereiteter Medizinprodukte auch auf die Erfüllung der ursprünglichen Zweckbestimmung in vollem Umfang an. Um dies sicherzustellen sind spezielle technisch-funktionelle Prüfungen an aufbereiteten Medizinprodukten notwendig. Die erforderlichen Messgeräte werden ebenfalls an der TU Berlin entwickelt.
Schließlich sieht Prof. Kraft in der bedarfsgerechten Versorgung mit medizinischen Geräten bzw. Hilfsmitteln eine dritte Möglichkeit der Kostensenkung. Als Beispiel nennt er in Prothesen eingebaute Elektronik, die in bestimmten Fällen mehr kann, als der Patient wirklich benötigt. Varianten mit einer weniger aufwändigen Steuerung, abgestimmt auf die wirklichen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten, können zu Einsparungen führen.
Marc Kraft wurde am 5. März 1967 in Hennigsdorf bei Berlin geboren. Er studierte Verkehrswesen an der Offiziershochschule für Militärflieger Bautzen sowie Maschinenbau an der TU Berlin, Fachrichtung Biomedizinische Technik. Hier promovierte er 1999. Bevor er den Ruf an die TU Berlin annahm, arbeitete er zwischen 1999 und 2004 als leitender Entwicklungsingenieur in verschiedenen medizintechnischen Firmen.


Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft, Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik, Fachgebiet Medizintechnik, Dovestraße 6, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-23388, E-Mail: marc.kraft@tu-berlin.de
Weitere Informationen: http://www.awb.tu-berlin.de http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2004/pi273.htm
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