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Landesentwicklungsziel "wertgleiche Lebensbedingungen" steht in Bayern trotz leerer Kassen nicht zur Dispositi

10.11.2004 - (idw) Universität Bayreuth

Mit Fragen der bayerischen Landesentwicklung befaßte sich in Bayreuth ein Jubiläumssymposium zum 20jährigen Bestehen der RRV-Forschungsstelle an der Universität Bayreuth Bayreuth (UBT). Das Prinzip zur Schaffung sog. wertgleicher Lebensbedingungen in allen Teilen Bayerns steht nach Angaben von Professor Dr. Konrad Goppel, dem Leiter der Abteilung Landesentwicklung im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, trotz der momentanen Sparzwänge und leerer öffentlichen Kassen nicht zur Disposition. Dieses Prinzip stelle bis heute das oberste Ziel räumlicher Planung von staatlicher Seite dar, sagte Goppel am Montag in Bayreuth bei einem Kolloquium zum 20jährigen Bestehen der RRV-Forschungsstelle für Raumanalysen, Regionalpolitik und Verwaltungspraxis e.V. an der Universität. Wie brisant gerade dieses Thema ist, hatte sich vor kurzem an Äußerungen von Bundespräsident Köhler und der folgenden öffentlichen und kontroversen Diskussion gezeigt.
Goppel betonte, dass "wertgleich" nichts mit gleichmachen zu tun habe. Vielmehr gehe es um Chancengleichheit unter ansonsten verschiedenen Voraussetzungen in allen bayerischen Regionen. Vor allem für weite Teile Oberfrankens hätte es verheerende Auswirkungen, wenn zukünftig ausschließlich nach wirtschaftlichen Motiven Infrastruktureinrichtungen wie etwa Schulen weitergeführt würden. Es gebiete das Sozialstaatsprinzip, dass auch den Schwächeren in der Gesellschaft weiterhin die Möglichkeit eröffnet wird, unabhängig vom regionalen Wohnort die Chancen ihres Lebens zu nutzen.
Mit Hinweis auf die zunehmende Relevanz der Europäischen Union rückte in einem weiteren Beitrag Dr. Hartmut Frommer, Stadtrechtsdirektor der Stadt Nürnberg und Geschäftsführer des Planungsverbandes Industrieregion Mittelfranken, die sog. Metropolregion Nürnberg in den Vordergrund. Metropolregionen stellen nach seinen Worten im europäischen Kontext herausragende Knotenpunkte der zukünftigen Entwicklung dar. Insbesondere mit Blick auf die soeben vollzogene Osterweiterung der Europäischen Union gewinnen Metropolregionen als wirtschaftliche Zentren mit internationaler Ausstrahlung und leistungsfähiger Infrastruktur sowie großem Bevölkerungspotenzial an Bedeutung.
Die Metropolregion Nürnberg will sich laut Frommer so im europäischen Wettbewerb klar positionieren und als Vernetzungspunkt für Menschen, Wissen und Warenströme agieren. Dabei umfaßt die Metropolregion Nürnberg bei weitem mehr als nur den eigentlichen Ballungskern um Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach. Die umliegenden Landkreise sind in das Konzept ebenso einbezogen, sagte der Nürnberger Stadtrechtsdirektor, wie auch Bayreuth und Bamberg, denen der Weg zur Kooperation offen steht.
Gemäß der inhaltlichen Ausrichtung der RRV-Forschungsstelle als praxisorientierte Beratungseinrichtung für regionale Akteure in Wirtschaft, Politik und Verwaltung hatte das Jubiläumskolloquium, zu dem der Vereinsvorsitzende und Bayreuther Wirtschaftsjurist Professor Dr. Wilfried Berg sowie RRV-Geschäftsführer und Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung, Prof. Dr. Drs. h.c. Jörg Maier, eingeladen hatten, unter dem Motto "Stadt- und Regionalentwicklung in Bayern" gestanden, wobei insbesondere die Situation Oberfrankens im Blickpunkt stand.

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