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Stil als Bedeutung - 2. Sigurd-Greven-Kolloquium zur Renaissance-Forschung

11.11.2004 - (idw) Universität zu Köln

In der Forschung zur deutschen Kunst der beginnenden frühen Neuzeit kann man - etwas vereinfacht - die Hegemonie zweier methodischer Ansätze konstatieren. Während sich die ikonographisch ausgerichtete Forschung vor allem mit der Herleitung und Interpretation von Motiven und Stoffen beschäftigt hat, war die Stilanalyse für die formale Gestalt von Kunstwerken zuständig. Bewusst oder unbewusst wurde dabei lange Zeit die innere Distanz zwischen beiden Perspektiven sorgfältig gewahrt. So war die Beschäftigung mit formalen Eigenheiten eines Kunstwerkes oder Werkkomplexes in der Forschungspraxis lange Zeit über fast immer mit einem Ausblenden der Bedeutungsdimension verbunden. Noch immer wird beispielsweise die in der internationalen Forschung als europaweites kulturelles Phänomen verstandene Renaissance im deutschen Bereich überwiegend auf eine Stilentwicklung reduziert. Erst in jüngerer Zeit steigt die Zahl der Arbeiten, die neue Wege in der Behandlung ihres Gegenstandes gehen.

In dem Kölner Kolloquium "Stil als Bedeutung. Künstlerische Konzepte in Architektur und den Bildkünsten im Rheinland und den Nachbargebieten (1450-1659)", das

am 19. und 20. November 2004
im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln (Hauptgebäude)
Albertus-Magnus-Platz, 50931 Köln-Lindenthal

stattfindet, sollen im Rahmen der Kunst einer Region zwischen 1450 und 1650 sowohl neue Ansätze der inhaltlichen Interpretation formaler Kunstphänomene erprobt werden, als auch die Leistungen und Probleme der kunstwissenschaftlichen Stilanalyse grundsätzlich thematisiert werden. Nicht nur die Rekonstruktion der zeitgenössischen Semantik einzelner Stile wird deshalb im Mittelpunkt stehen, sondern auch der Mechanismus der kunstwissenschaftlichen Stilkonstruktion selbst.

Begriff und Verständnis von "Stil" sollen dabei sehr weit gefasst werden: als sowohl formales als auch konzeptionelles Merkmal, dessen Definition zuallererst aus dem künstlerischen, funktionalen und historischen Kontext heraus erfolgen muss. Von daher werden "Stil" und alle damit zusammenhängenden Rezeptionsphänomene immer auch als Teil eines übergeordneten Bild- bzw. Architekturkonzepts und seiner kulturellen Voraussetzungen verstanden. Ein solcher Ansatz geht natürlich weit über die traditionelle Auffassung von Stil hinaus (wie sie beispielsweise A. Riegl, H. Wölfflin oder P. Frankl formuliert haben), deren Ansätze gleichwohl produktiv diskutiert werden müssen. Nicht zuletzt für die Analyse der deutschen Kunst an der Schwelle zur beginnenden frühen Neuzeit lassen sich dadurch wesentliche neue Perspektiven eröffnen.

Weitere Informationen zum Programm stehen im Internet unter http://www.uni-koeln.de/phil-fak/khi/kolloquium.html zur Verfügung.

Vertreter der Medien sind herzlich zum Kolloquium eingeladen.

(36 Zeilen à ca. 60 Anschläge)
Verantwortlich: Eva Faresin

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Stephan Hoppe unter der Telefonnummer 0221/470-4440, der Fax-Nummer 0221/470-6721 und unter der Email-Adresse stephan.hoppe@epost.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/pi/.
Weitere Informationen: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/khi/kolloquium.html
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