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Advent aus volkskundlicher Sicht

11.11.2004 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Wussten Sie, dass der erste gedruckte Adventskalender 1903 von einem evangelischen Verleger herausgegeben wurde und sich diese Idee innerhalb von zwei Jahrzehnten weltweit verbreitete? Oder dass nach frühchristlichen Berechnungen das Geburtsfest Christi zunächst auf einen Frühjahrstermin Ende März oder Anfang April fiel? Angehende Volkskundler der Universität Bonn haben in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Wissenswertes zu den Feier- und Gedenktagen im November sowie zu Advent und Weihnachten zusammengetragen und für das Internet aufbereitet. Das Resultat ist als "Brauch-Bar" auf der Webseite http://www.advent-ist-im-dezember.de zu lesen. Sie ist Bestandteil der erstmals bundesweit gestarteten EKD-Initiative "Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember". Dort kann man beispielsweise erfahren, dass Weihnachten erst seit dem Jahr 354 am 25. Dezember gefeiert wird. Davor hatte man es für unwahrscheinlich gehalten, dass Jesus zu einem winterlichen Termin im Freien zur Welt gekommen war, und seine Geburt auf das Frühjahr datiert. Der 25.12. als Weihnachtstag wurde im deutschen Sprachraum schließlich 813 durch eine Mainzer Synode zum allgemeinen Feiertag erklärt.

Alle "Brauch-Bar"-Artikel sind im Rahmen eines Hauptseminars in der Bonner Volkskunde entstanden: "Die Teilnehmer sollten lernen, volkskundliche Inhalte medial umzusetzen", erklärt Institutsleiter Dr. Gunther Hirschfelder. Dazu trugen die Studierenden zunächst "Brauch-relevante" Termine im Herbst zusammen - vom Reformationstag über Halloween und Heiligabend bis zum Epiphanias-Fest am 6. Januar. Zu den einzelnen Themen erstellten sie volkskundliche Forschungsarbeiten und bereiteten sie danach für die Internetseiten der Evangelischen Kirche Deutschland auf. "Wir wollten den Teilnehmern so die Möglichkeit geben, an einem Beispiel aus der Praxis Projekterfahrungen zu sammeln", erklärt Hirschfelder.

Die Adventsinitiative wurde erstmals im Jahre 2001 auf Anregung von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gestartet und wird seit diesem Jahr in Verantwortung der EKD weiter geführt. "Wir freuen uns über die äußerst gelungene Kooperation zwischen Kirche und Wissenschaft", so Christian Weisker, über den der Kontakt nach Bonn zustande kam. Weisker, der in Bonn studiert hat, ist heute für die Öffentlichkeitsarbeit der hannoverschen Landeskirche verantwortlich.

Kontakt:
Privatdozent Dr. Gunther Hirschfelder
Tel.: 0228/73-2573
E-Mail: g.hirschfelder@uni-bonn.de
Weitere Informationen: http://www.advent-ist-im-dezember.de
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