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Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen

11.11.2004 - (idw) Universität Trier

Die Fachschaft Psychologie der Universität Trier veranstaltet eine interdisziplinäre Vortragsreihe unter dem Titel "Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen". Die Veranstaltung ist im Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2004/2005 verzeichnet und umfasst 13 Termine. Partner sind der Kriminalpräventive Rat der Stadt Trier, das Evangelische Studienwerk Villigst e.V. sowie der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) der Universität Trier. Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenlos. Die Vorträge finden jeweils mittwochs um 18 Uhr c.t., (HS 8 Gebäude D) statt.

Sowohl Forscher als auch Praktiker aus unterschiedlichen Fach- und Berufsrichtungen werden vortragen. Die insgesamt 16 Referenten fragen nach Erscheinungsformen und Ursachen von Gewalt und Aggression unter Kindern und Jugendlichen, stellen eigene Ansätze zur Gewaltprävention vor und diskutieren Einflussmöglichkeiten des Elternhauses, der Schule und der Gesellschaft.

Zielpublikum - Wen soll die Vortragsreihe erreichen?
Als Publikum sind sowohl die universitäre Öffentlichkeit (Studierende aller Fachbereiche, Professoren, Mitarbeiter) als auch sonstige Interessierte aus der Stadt Trier und dem Umkreis im Blick angesprochen. Neben interessierten Bürgern, Eltern oder Jugendlichen selbst sind besonders Lehrer, Erzieher, Polizisten, Juristen und sämtliche Personen angesprochen, die sich beruflich mit Kindern und Jugendlichen und/oder Gewalt bzw. Gewaltprävention befassen.
Die Vorträge aus Forschung und Praxis bieten eine breite Palette von Themen und sollen trotz wissenschaftlichem Anspruch allgemein verständlich bleiben. Besonders im Bereich der Gewaltprävention sind wissenschaftlich fundierte Aussagen und Handlungshinweise gesellschaftlich relevant. Die Vortragsreihe soll den Zuhörern Diskussions- und Denkanstöße sowie Perspektiven für die gelungene Umsetzung gewaltpräventiver Maßnahmen geben.

Themenfelder - Über welche Inhalte wird berichtet?
Das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen wird interdisziplinär behandelt und die Vortragsreihe wagt über den Bereich der Psychologie hinaus den Blick in Soziologie, Pädagogik, Sozialarbeit, Politologie und Philosophie. Grundlegend werden Fragen nach den Erscheinungsformen und Ursachen von Aggression und Gewalt gestellt. So werden Gewalt als "gezielte Handlung" oder die Entwicklung und Erscheinungsformen von Jugendkriminalität beleuchtet sowie Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus behandelt. Sozialwissenschaftliche und philosophische Überlegungen gehen der Frage nach, ob "die Medien an allem Schuld sind", indem die Gewaltdarstellung in den Medien und deren Wirkung zum Thema wird.
Besonders zahlreich sind die Beiträge zur Möglichkeit der Prävention und Vorbeugung von aggressivem und gewalthaltigem Handeln. Zur Möglichkeit der Präventionsarbeit in Schulen werden die Besonderheiten dieses Gebietes mit ihren Tücken und Chancen herausgearbeitet. Ein spezielles Präventionsprogramm für Grundschulen und Kindergärten wird vorgestellt, ebenso die Einflussmöglichkeiten der Schulsozialarbeit diskutiert.
Wie Streitschlichtung zur Eindämmung von Gewalt beitragen kann, ist das Thema eines Beitrags zur Konfliktmediation. Und ob nicht gerade die unbeteiligten Zuschauer von Gewalt einen wesentlichen Beitrag zur Gewaltprävention leisten können, ist mit einem Vortrag über Zivilcourage und Möglichkeiten ihrer Förderung verbunden. Auch von Seiten der Politik gibt es Versuche der Jugendgewalt zu begegnen. Die dabei gemachten Erfahrungen mit politischen Programmen sind Thema eines weiteren Beitrags.
Die Familie als vornehmliche Sozialisationsinstanz des Kindesalters rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit bei der Diskussion um die langfristige Wirksamkeit von präventiven Elterntrainings. Welche praktischen Ansätze die Jugendhilfe zur Gewaltprävention liefert sowie welche Möglichkeiten ein Anti-Aggressivitätstraining bietet, kommt ebenso zur Sprache wie polizeiliche Strategien im Umgang mit Jugendkriminalität und Berichte durch einen Vertreter des Opferverbandes Weißer Ring, der Hilfe für Kriminalitätsopfer bietet.

Programm der Vortragsreihe:
Vortragsreihe: Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen
Mittwochs 18 h c.t., Hs 8 (Gebäude D)

17.11.04 Dr. Ferdinand Sutterlüty (J-W-Goethe Universität Frankfurt a.M., Institut für Sozialforschung): "Die Erfahrung der Gewalt als Motiv - Intrinsische Gewaltmotive und ihre Bedeutung für Gewaltkarrieren im Jugendalter"

24.11.04 PD Dr. Karsten Weber (Europa Uni Viadrina Frankfurt/O, Kulturwiss.): "Gewalt in den Medien - sozialwissenschaftliche und philosophische Überlegungen"

01.12.04 Irina Bohn, M.A. (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Frankfurt a.M.): "Politische Programme gegen Jugendgewalt - Was sind die Erfahrungen?"

08.12.04 Dr. Kai J. Jonas (Friedrich-Schiller-Uni Jena, Psych): "Zivilcourage und Möglichkeiten ihrer Förderung"

15.12.04 Prof. Dr. Kurt Hahlweg (TU Braunschweig, Psych): "Bevor das Kind in den Brunnen fällt. Zur langfristigen Wirksamkeit von Elterntrainings"

12.01.05 Dr. Andreas Zick (Uni Bielefeld, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung): "Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus"

19.01.05 Dipl.-Sozialarbeiter Markus Brand (Kaiserslautern): "Anti-Aggressivitätstraining - Warum es gut sein kann, böse Menschen schlecht zu behandeln!?"

26.01.05 Dr. Andreas Schick (Universitäts-Klinikum Heidelberg, Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie): "Faustlos - Ein Gewaltpräventionsprogramm für Grundschulen und Kindergärten"

02.02.05 Dipl.-Sozialarbeiter Detlef de Graaff (Kurfürst-Balduin Hauptschule, Trier), Petra Fußwinkel (Geschwister-Scholl Hauptschu-le) und David Pensé (Medard-Schule): "Gewaltprävention in der Schule - ein Handlungsfeld der Schulsozialarbeit"


09.02.05 Polizeihauptkommissar Uwe Konz (Polizeipräsidium Trier): "Entwicklung & Erscheinungsformen von Jugendkriminalität - polizeiliche Strategien im Umgang mit jugendlicher Devianz"

16.02.05 Claus Bermes (Opferverband Weißer Ring e.V. Trier): "Weißer Ring - Hilfe für Kriminalitätsopfer". Carsten Lang (AK Gewaltprävention Trier): "Gewaltprävention in der Jugendhilfe - Praktische Ansätze & Umsetzungsmöglichkeiten"

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