Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 12. November 2019 

Das Auge sieht den Himmel offen: Ausstellung zu "Fortschritt und Wandel in der Astronomie" in der UB Augsburg

12.11.2004 - (idw) Universität Augsburg

"Das Auge sieht den Himmel offen" - unter diesem Titel präsentieren die Universitätsbibliothek Augsburg und die Sternwarte Welzheim vom 17. November bis zum 30. Dezember 2004 in der Zentralbibliothek (Universitätsstraße 22) eine Ausstellung, die "Fortschritt und Wandel der Astronomie" dokumentiert. Bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag, dem 16. November, um 18.00 Uhr referiert der Physiker Tobias Jung zum Thema "Das Weltbild im Wandel: Von der Kopernikanischen Wende zur Hubble-Revolution". HISTORISCHE UND MODERNE HIMMELSBILDER

Die Ausstellung kombiniert Astrophotographie der letzten Jahre mit astronomischer Literatur des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts. In mehreren thematischen Abteilungen (Kosmos, Sonnensystem, Sonne, Mond, Kometen) treten auf diese Weise historische und moderne Himmelsbilder einander gegenüber.

Frühneuzeitliche Modelle des Universums, Versuche, mit noch relativ bescheidenen Mitteln eine Vorstellung von der Mond- bzw. Sonnenoberfläche zu gewinnen, frühe graphische Erfassungen von Nebeln: solche Dokumente werden konfrontiert mit dem, was heute ein Teleskop dem himmelwärts gerichteten Auge bietet.

SPEKTAKULÄRE AUFNAHMEN

Bei den 30 modernen großformatigen Photographien handelt es sich um einige der schönsten und spektakulärsten Aufnahmen der Sternwarte Welzheim, darunter die Sonnenfinsternis 1999, den Merkurdurchgang 2003, die Kometen Hyakutake, Hale-Bopp, Ikeya-Zhang sowie Bilder von Nebeln und Galaxien aus den letzten fünf Jahren.

Die im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegene Sternwarte, in Betrieb genommen 1992, dient dem Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart als Beobachtungsstation. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, Himmelsaufnahmen für die Vorführungen im Stuttgarter Planetarium bereitzustellen. Die überwiegende Zahl der hier gezeigten Bilder sind dem ehrenamtlichen Hauptobservator der Sternwarte, Martin Gertz, zu verdanken.

Bei den ca. 90 ausgestellten Büchern wurden Bestände der Universitätsbibliothek Augsburg durch einige Leihgaben aus der Studienbibliothek Dillingen ergänzt. Das Spektrum reicht von Erstausgaben bzw. Frühdrucken von Werken bedeutender Wissenschaftler (Kepler, Galilei, Guericke, Kant) über populärwissenschaftliche Kompendien bis hin zu ausgesprochenen Kuriositäten wie Franz de Paula Gruithuisens Spekulationen über eine Zivilisation auf dem Mond.

INSTRUMENTE DER ASTRONOMIE

Einige Vitrinen sind der Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente gewidmet und dokumentieren viel benutzte Geräte wie Astrolabium und Armillarsphäre ebenso wie etwa Johann Hevelius' 45 m langes Luftfernrohr oder die von Jesuiten betreute Sternwarte in Peking. Dem schwäbischen Genius loci huldigt der Einbezug von Namen wie Christoph Scheiner (der mit als erster die Sonnenflecken erforschte), Johann Bayer und Julius Schiller (die beide bedeutende Sternatlanten verfassten) oder Georg Friedrich Brander (dessen Instrumente zu den meistgeschätzten ihrer Zeit gehörten).

Zahlreiche der Exponate wurden mit Blick auf ihre Illustrationen ausgewählt. Prachtvolle Folianten mit doppelseitigen Tafeln stehen dabei neben Kleinformaten mit liebevoll handkolorierten Sternbildminaturen; traditionelle Reproduktionstechniken wie Holzschnitt, Kupferstich und später Lithographie neben der Photographie, mit der im späten 19. Jahrhundert auch auf astronomischem Gebiet bereits beachtliche Erfolge erzielt wurden.

AUCH BIBLIOTHEKSGESCHICHTLICHE EINBLICKE

Am Rande erlaubt die Ausstellung auch bibliotheksgeschichtliche Einblicke, indem in vielen Fällen die Vorbesitzer der Exponate angegeben werden. Es wird unmittelbar anschaulich, wie sich der Altbestand der Universitätsbibliothek Augsburg in wesentlichen Bereichen zusammensetzt (Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek, Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising, Bibliothek der Pädagogischen Stiftung Cassianeum Donauwörth). Mehrere Objekte können darüber hinaus in bayerische Klöster zurückverfolgt werden.

IM RAHMENPROGRAMM DER "INTERDISZIPLINÄREN TAGE" DER KATHOLISCH-THEOLOGISCHEN FAKULTÄT

Die Ausstellungseröffnung am kommenden Dienstag, dem 16. November, ist zugleich Teil des Rahmenprogramms der diesjährigen "Interdisziplinären Tage" der Katholisch-Theologischen Fakultät, die am 16., 17. und 18. November unter dem Titel "Am Anfang war ... der Urknall?" dem Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft über Kosmologie und Weltentstehung gewidmet sind.
_________________________________________________________

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Dr. Peter Stoll
UB Augsburg
Ausstellungsreferat
Telefon 0821/598-5372
peter.stoll@bibliothek.uni-augsburg.de
_________________________________________________________

AUSSTELLUNGSHOMEPAGE:
http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/akt/index.html?/akt/ausstell/2004_astronomie/info.html
_________________________________________________________

ZU DEN "INTERDISZIPLINÄREN TAGEN" DER KATHOLISCH-THEOLOGISCHEN FAKULTÄT:
http://www.kthf.uni-augsburg.de/idt/2004idt/
http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2004/pm2004_158.shtml

Weitere Informationen: http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/akt/index.html?/akt/ausstell/2004_astronomie/info.html http://www.kthf.uni-augsburg.de/idt/2004idt/ http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2004/pm2004_158.shtml
uniprotokolle > Nachrichten > Das Auge sieht den Himmel offen: Ausstellung zu "Fortschritt und Wandel in der Astronomie" in der UB Augsburg
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/91045/">Das Auge sieht den Himmel offen: Ausstellung zu "Fortschritt und Wandel in der Astronomie" in der UB Augsburg </a>