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Warum gibt es Großmütter?

12.11.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gießener Soziobiologe spricht am 17. November, 17 Uhr im Ernst-Abbe-Kolloquium in Jena Jena (12.11.04) Auf den ersten Blick erscheinen sie rein positiv. Großmütter sind freundlich, haben (fast) immer Zeit und kümmern sich liebevoll um die Enkel. Und so haben Studien auch ergeben, dass die Kindersterblichkeit der Enkel deutlich geringer ist, wenn die Großmutter der eigenen Tochter hilft. Andererseits kursiert - nicht nur im Märchen - das Klischee von der "bösen Schwiegermutter". Gießener Forscher um Prof. Dr. Eckart Voland ermittelten, dass im 18. und 19. Jahrhundert die Enkel eine deutlich schlechtere Überlebenschance hatten, wenn die Mutter des Vaters - die Schwiegermutter also - mit im Haushalt lebte.

Woran liegt diese - sicherlich unbewusste - Janusköpfigkeit der Omas? Evolutionsgeschichtlich sind Großmütter - und auch -väter - zumindest im menschlichen Bereich etwas Besonderes. Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass die Menschen erst so alt wurden, dass drei Generationen zusammen leben konnten. "Doch "warum gibt es Großmütter?" Auf diese Frage antwortet am 17. November Prof. Voland vom Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft der Universität Gießen. Der Soziobiologe wird im Rahmen des Ernst-Abbe-Kolloquiums, das gemeinsam von der Universität Jena und der Ernst-Abbe-Stiftung ausgerichtet wird, "zur biologischen Evolution der zweiten Lebenshälfte" sprechen. Der öffentliche Vortrag beginnt um 17.00 Uhr im Jenaer Zeiss-Planetarium (Am Planetarium 5), der Eintritt ist frei.

Warum hat die Menschheitsentwicklung den modernen Omas ein so langes, aber ab der zweiten Lebenshälfte unfruchtbares Leben beschert? "Die Hintergründe für diesen evolutionären Wandel geben Rätsel auf, denn schließlich sind Frauen im Alter obligat steril und können ihre ,Gene für Langlebigkeit' nicht direkt weitergeben", sagt Prof. Voland. Doch der Gießener Forscher ist durch seine Studien der Antwort deutlich näher gekommen. Ein Grund liegt darin, dass "ältere Frauen auch durch ihr Verhalten noch lange nach der Menopause zur Verbreitung ihrer eigenen Gene beigetragen haben", so Voland. Dies geschah sowohl durch Hilfe und Unterstützung der eigenen erwachsenen Töchter und deren Kinder als auch durch ein eher eigennütziges Verhalten gegenüber den Schwiegertöchtern.

Worauf er diese Hypothesen stützt und welche verblüffenden Ergebnisse die "Großmütter-Forschung" noch ergeben hat, wird Prof. Voland während des 35. Abbe-Kolloquiums und der nachfolgenden Diskussion darlegen. Die jüngere und ältere Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

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