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Wie entstand unser Sonnensystem? TU Braunschweig: Prof. Jürgen Blum lässt im Labor Planeten wachsen

17.12.2004 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Wann und wie genau ist unser Sonnensystem entstanden? Wie konnten aus kleinsten Staubteilchen die Sonne und die Planeten entstehen? Um den Antworten auf diese Fragen auf die Spur zu kommen, gehen Prof. Jürgen Blum vom Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig und sein Team jetzt ganz neue Wege: Sie beobachten im Experiment, wie winzige Staubpartikel in der Schwerelosigkeit aufeinander einwirken und unter welchen Bedingungen sie zu größeren Gebilden anwachsen. Rund um den Globus arbeiten Wissenschaftler an Fragen zum Ursprung des Sonnensystems. Obwohl sie in den letzten Jahrzehnten mithilfe von modernen Beobachtungsmethoden und erfolgreichen Weltraummissionen enorme Fortschritte gemacht haben, sind noch immer viele Teilaspekte unerforscht.

Etwa neun Milliarden Jahre nach dem Urknall ist das Sonnensystem aus einem Gemisch von Gas und nur tausendstel Millimeter großen Staubpartikeln entstanden. Die Zusammenballung der Staubteilchen zu etwa faustgroßen Objekten lässt sich wissenschaftlich bereits gut nachvollziehen. Wie aber diese Klumpen weiter anwachsen, ist für die Forscher noch immer rätselhaft. "Erst bei Körpern ab einem Durchmesser von etwa einem Kilometer beginnt die Schwerkraft wirksam zu werden, so dass dann immer mehr Teilchen von diesem Körper angezogen werden. Auf diese Weise entstehen schließlich die riesigen Planeten", erläutert Prof. Blum. "Aber wir wissen so gut wie nichts darüber, was passiert, bevor diese 'kritische Masse' überschritten ist." Indem er die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems unter Laborbedingungen nachstellt, will der Braunschweiger Forscher diese Wissenslücke schließen. Eigens zu diesem Zweck hergestellte Teilchen werden dazu auf so genannten Parabelflügen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und im neu ausgebauten Fallturm der Universität Bremen der Schwerelosigkeit ausgesetzt. Neben Blum und seinem Team geht weltweit nur eine weitere Forschergruppe diesen Weg: Kollegen in Münster, mit denen das Institut der TU Braunschweig eng zusammenarbeitet.

Seine Forschungsansätze und bisherigen Ergebnisse wird Prof. Blum im Rahmen seiner

Antrittsvorlesung
am Mittwoch, 22. Dezember 2004, um 17 Uhr
im Hörsaal PK 11.2,
Pockelsstr. 11, 1. OG,
38106 Braunschweig,

der Öffentlichkeit vorstellen. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Zur Person:

Prof. Dr. Jürgen Blum, Jahrgang 1962, hat in Gießen und Heidelberg Physik studiert. 1987 bis 1992 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kosmophysik des Max-Planck-Instituts für Kernphysik, Heidelberg, und am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der Technischen Universität München. Zwischenzeitlich promovierte er 1990 an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. 1992 wechselte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Max-Planck-Arbeitsgruppe "Staub in Sternentstehungsgebieten" nach Jena und wurde dort 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Astrophysikalischen Instituts und der Universitäts-Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universität. 1999 bis 2000 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Department of Astronomy der University of Florida und des Naval Research Laboratory, Washington, D.C., USA. Zurück in Jena wurde Jürgen Blum zum Privatdozenten, später zum Oberassistenten und schließlich zum Kommissarischen Direktor des Astrophysikalischen Instituts und der Universitäts-Sternwarte ernannt. Seit Oktober 2003 ist er Professor und derzeit Geschäftsführender Leiter des Instituts für Geophysik und Extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig.


Kontakt:

Prof. Dr. Jürgen Blum
Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig
http://www.geophys.tu-bs.de/
Tel.: 0531/391-5217
E-mail: j.blum@tu-braunschweig.de
Weitere Informationen: http://www.geophys.tu-bs.de/ http://www.tu-braunschweig.de
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