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Pflanzenwissenschaften blühen in neuen Räumen

21.12.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Im Jahr 2002 begannen die Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung des pflanzenwissenschaftlich orientierten Julius-von-Sachs-Instituts für Biowissenschaften am Dallenberg. Der erste Bauabschnitt ist inzwischen fertig und wurde eingeweiht: Es handelt sich um einen Erweiterungstrakt mit neuen Labors und Seminarräumen. Die Baukosten betrugen rund 2,6 Millionen Euro. Im neuen Gebäude, das vor allem vom Lehrstuhl für Botanik II unter der Leitung von Professor Markus Riederer genutzt wird, befinden sich 300 Quadratmeter Fläche für Forschung und Lehre. Darunter sind auch Kurs-, Labor- und Übungsräume für die Ausbildung der Studierenden. In einem eigenen, pavillonartigen Bau wurde außerdem ein 94 Quadratmeter großer Seminarraum für das gesamte Institut errichtet.

Professor Riederer und seine Mitarbeiter erforschen hauptsächlich die "Haut" der Pflanzen. Bei der Einweihungsfeier am 10. Dezember stellte er diese Arbeiten vor. Beispiel: Unter anderem befassen sich die Wissenschaftler mit der Frage, wie Stoffe durch die Pflanzenhaut hindurch aufgenommen werden. Sind diese Mechanismen bekannt, lässt sich womöglich die Aufnahme von Pflanzenschutzmitteln optimieren - mit dem Effekt, dass in der Landwirtschaft weniger Spritzmittel eingesetzt werden müssen.

Der zweite Bauabschnitt am Dallenberg mit Gesamtkosten von rund 7,6 Millionen Euro wird voraussichtlich Anfang 2005 in Angriff genommen. Dann geht es nicht nur um eine Sanierung im 1961 erbauten Labortrakt, sondern auch um die Instandsetzung der Schaugewächshäuser im Botanischen Garten.

Auf diese Bauarbeiten ging Professor Werner Schiedermair, Ministerialrat im Bayerischen Wissenschaftsministerium, in seinem Grußwort ein. Ihm zufolge steht für 2005 und 2006 jeweils eine Million Euro zur Verfügung. Was den Rest der Mittel angeht, so zeigte sich Schiedermair zuversichtlich, dass diese kontinuierlich fließen werden und das Vorhaben Zug um Zug realisiert werden kann.

"Trotz aller finanzieller Engpässe hat sich die Sanierung des Julius-von-Sachs-Instituts als überaus dringliche Maßnahme durchgesetzt", so Schiedermair. Das sei als Erfolg zu werten, denn die Bauvorhaben der bayerischen Hochschulen stünden in bislang nie gekannter Konkurrenz zueinander - in München würden die Bau-Prioritäten zurzeit sehr genau abgewogen, so der Vertreter des Ministeriums.

Unipräsident Professor Axel Haase und der Geschäftsführende Institutsvorstand Professor Rainer Hedrich skizzierten in ihren Ansprachen Geschichte und Forschungserfolge der Würzburger Pflanzenwissenschaften. Bei den Forschungsrankings des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft erzielte die Würzburger Fakultät für Biologie Spitzenplätze. "Hierbei publizierten die Lehrstühle des Sachs-Instituts die meisten Arbeiten, wurden am häufigsten zitiert und trugen darum signifikant zum sehr guten Abschneiden bei", so Hedrich.

Außerdem werde die Attraktivität des Instituts durch Gastwissenschaftler und Stipendiaten aus aller Welt dokumentiert. In den vergangenen 30 Jahren haben die drei Lehrstühle des Instituts insgesamt 35 Professoren hervorgebracht - laut Hedrich "eine Kaderschmiede wie schon zu den Zeiten von Julius von Sachs". Nicht zuletzt wies der Biophysiker darauf hin, dass gleich vier Wissenschaftler des Instituts - er selbst sowie seine Kollegen Ulrich Heber, Werner Kaiser und Ulrich Schreiber - sich mit dem Prädikat "sehr oft zitierte Forscher" schmücken dürfen. Damit zähle das Sachs-Institut weltweit zu den erfolgreichsten pflanzenwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen.


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