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Unterstützung für Gipfelstürmer

22.12.2004 - (idw) Technische Universität Clausthal

An der TU Clausthal wurde im letzten Sommersemester ein gemeinsames Promotionskolleg der Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik und Anorganischen Chemie begründet. Der Sprecher des Kollegs, Prof. Dr. Albrecht Wolter im Institut für Nichtmetallische Werkstoffe, äußert sich im Gespräch zu den Zielen des Projekts. "Vor dem Doktorumzug auf der Adolph-Roemer Straße gehen einige Jahre harter wissenschaftlicher Arbeit im Labor ins Land. Und weil es nun einmal zum Wesen der Forschung gehört, Neuland zu betreten, ist es auch unvermeidbar, dass zu dieser Zeit eine gewisse Einsamkeit gehört. Es gibt eben nur wenige, die sich mit den Fragen und Problemen auskennen, mit denen sich der Doktorand abmüht. In dem Promotionskolleg "Hochtemperatur-Stoffbehandlungsprozesse" kombinieren wir die Freiheit und Unabhängigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses mit einem intensiven gedanklichen Austausch der Doktoranden untereinander, die an verwandten Fragestellungen arbeiten", sagt Prof. Dr. Albrecht Wolter. Sieben Professoren mit derzeit 20 Doktoranden haben sich zu dem Kolleg mit ihren Forschungsvorhaben zusammengeschlossen. Die wissenschaftlichen Fragestellungen reichen von der Stahl- über die Zementherstellung bis zur Glastechnologie, von der Flammensimulation bis zu Korrosionsprozessen in feuerfesten Werkstoffen.

"Gemeinsam ist diesen Themen, dass sie alle mit der Umwandlung von Stoffen bei sehr hohen Temperaturen, über 1000 Grad Celsius, zu tun haben", erklärt Prof. Wolter. In einem Seminar tragen die Doktoranden reihum aus den beteiligten Instituten zu ihren Forschungsvorhaben vor. Jeder Doktorand durchläuft im Rahmen dieses Kollegs neben seinem eigenen wissenschaftlichen Thema vier Trainingseinheiten und hört besondere Vorlesungen, die speziell für diese Gruppe gehalten werden.

"Und wir gehen natürlich auch in die Labore und diskutieren die Tücken der Experimente direkt am Ort des Geschehens. Das bereichert den Horizont und hilft auch jedem Einzelnen an seiner Fragestellung weiter", sagt Prof. Wolter und ergänzt: "So kann jeder unserer Nachwuchswissenschaftler noch besser von dem herausragenden Forschungsumfeld profitieren, das die TU Clausthal in den Materialwissenschaften und der Verfahrenstechnik besitzt."

Ein weiteres Ziel ist die Verkürzung der Dauer bis zur Fertigstellung der wissenschaftlichen Arbeit von derzeit meist fünf Jahren auf drei Jahre. "Darüber hinaus wird der Berufseinstieg erleichtert, weil wir durch dieses strukturierte Promotionsstudium nicht nur den Absolventen eine noch breitere wissenschaftliche Basis vermitteln können, sondern auch, weil von der Industrie heute erwünschte Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit im Kolleg trainiert werden", sagt Prof. Wolter.

Ursprünglich hatte die niedersächsische SPD-Regierung unter Siegmar Gabriel angekündigt, Promotionskollegs aus Geldern des Innovationspaktes fördern zu wollen und die TU Clausthal aufgefordert, ein solches Kolleg einzurichten. Von der neuen Landesregierung wurden aber die Gelder des Innovationspaktes einkassiert. Die TU Clausthal hat nun dieses Promotionskolleg aus eigener Kraft realisiert und strebt mittelfristig eine Finanzierung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft an.

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