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Hochschulpolitische Grüße aus der RUB: Danke, frohe Festtage und alles Gute für 2005

22.12.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 22.12.2004
Nr. 392

Danke,
frohe Festtage
und alles Gute für 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und ein glückliches neues Jahr 2005. Zugleich danke ich Ihnen für Ihre publizistische Begleitung im Jahr 2004. In einer Zeit, in der die Hochschulen sich reformieren und dem Wettbewerb stellen, Bund und Länder sich dagegen aus macht- und wahltaktischen Überlegungen gegenseitig blockieren, ist uns Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit eine große Hilfe.

Elite - eine Innovationsinitiative vorm Scheitern

Mit einem Paukenschlag begann das Jahr 2004: Eine Innovationsinitiative sollte weitere Bewegung in die Hochschul- und Wissenschaftspolitik bringen. Das ganze Jahr über diskutierten Politiker, Wissenschaftsorganisationen und Öffentlichkeit über den besten Weg zur Elite und erreichten weitgehende Einigkeit, wie der Wettbewerb der "Eliteuniversitäten" ablaufen soll. Dennoch steht man am Ende des Jahres vor einem Scherbenhaufen. Zu groß waren die Differenzen zwischen Bund und Ländern im Streit um die Kompetenzen in der Bildungspolitik. Die Bertelsmann Stiftung brachte das Scheitern der Verhandlungen zur Föderalismusreform auf den Punkt: "Offenbarungseid der deutschen Politik". Nicht Hochschulen und Wissenschaft sind reformunfähig - Reformen scheitern in Deutschland zumeist an der Politik. Dabei sind Reformen und Investitionen (statt weiterer Etatkürzungen) dringend geboten, siehe PISA, siehe auch die problematische demografische Entwicklung in Deutschland.

Stark in der Forschung

Dass die Ruhr-Universität Bochum (RUB) für diesen Wettbewerb um eine Spitzenposition in der Forschung gut gerüstet ist, zeigt ihre bereits jetzt erreichte Forschungsstärke. Mit zehn DFG-Sonderforschungsbereichen, vier weiteren SFB-Beteiligungen, drei DFG-Forschergruppen, 13 Graduiertenkollegs (einschl. Beteiligungen) und fünf Internationalen Graduate Schools bzw. MPG-Research-Schools und rund 65 Mio. Euro Drittmitteln gehört sie zu den forschungsstärksten deutschen Universitäten.

Vorreiterin in der Studienstrukturreform

Eine allseits anerkannte Vorreiterrolle spielt die RUB in der Reform der Studienstrukturen. Lange vor anderen hat sie ihre Studiengänge reformiert - in Bochum werden bereits fast alle Studiengänge nur noch mit den Abschlüssen Bachelor und Master angeboten und studiert. Zugleich erprobt die RUB in einem Modellversuch diese Studienstruktur auch in der Lehrerbildung - und würde gern hier noch weitere Reformschritte einleiten.

Wir packen es (an) - RUB zwischen Innovationsfonds ...

Dennoch steht auch in Bochum nicht alles zum besten. So schließen im Landesdurchschnitt zu wenige unserer Studierenden ihr Studium ab oder brauchen zu lange. Da dies bei der landesweiten Mittelzuweisung für Forschung und Lehre eine entscheidende Rolle spielt und die RUB deswegen erhebliche finanzielle Nachteile erleidet, hat das Rektorat entsprechende Maßnahmen vorgeschlagen und intern zur Diskussion gestellt. Ab 2006 will es mit einem Innovationsfonds in Höhe von rund 9 Mio. Euro, die nach einem internen Ideenwettbewerb verteilt werden sollen, die RUB für die Zukunft noch besser aufstellen. Daran mitzuarbeiten hat das Rektorat die Mitglieder der RUB aufgerufen. Es geht ihm darum, vorhandene Stärken weiter auszubauen und erkannte Schwächen entschieden zu bekämpfen. Ziel wird es sein, die noch immer zu schwache Absolventenquote unserer Studiengänge zu steigern und weitere Finanzquellen für Forschung und Lehre zu erschließen.

... Globalhaushalt

Allerdings erfolgt dieser Kraftakt vor dem Hintergrund vermuteter Mittelkürzungen im Land NRW ab 2006. Mag für 2005 noch eine relative Stabilität zu erwarten sein - mit der Einführung des Globalhaushalts ab 2006 befürchten die NRW-Hochschulen erhebliche Mittelkürzungen. Der RUB droht ein Minus von rund 8 Mio. Euro in ihren Kassen. So sehr sie die zusätzliche Flexibilität und Autonomie des Globalhaushalts begrüßt - mit einer solchen Kürzung wären sie teuer bezahlt. Daher war das Jahr 2004 in Bochum bestimmt von der Diskussion und Vorbereitung auf den Globalhaushalt. Es galt und gilt die vermutliche Mindereinnahme mit den Aufgaben und der Zukunft der Fakultäten in Einklang zu bringen, damit man nicht 2006 den "Haushalt vor die Wand fährt."

... und Sanierung

Die nächsten Jahre werden die RUB in entscheidendem Maße mitprägen. Es gilt, die größte und wichtigste Hochschule im Ruhrgebiet für diese Region und das Land noch fitter zu machen. Das Rektorat hat daher mit Tatkraft und Zuversicht begonnen, die Zukunft der RUB mit Augenmaß und Autonomie zu gestalten. Die vielleicht größte Chance, die es zu ergreifen gilt, ist die Generalsanierung des Bochumer Universitätscampus. Nach gut 40 Jahren Vollbetrieb, ja Überlast, müssen alle Gebäude dieser Universität grundsaniert werden. Ein entsprechender Plan ist erarbeitet und in einer Arbeitsgruppe mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW sowie mit Mitarbeitern aus dem Finanz- und dem Wissenschaftsministerium besprochen. Ob und wie er verwirklicht wird, darüber werden nicht zuletzt die finanziellen Möglichkeiten des Landes entscheiden und wie das ungewisse Verhältnis Bund und Land sich entwickeln wird. Es bleibt zu hoffen, dass sich die absolut notwendige Sanierung der RUB nicht im Dickicht der Kompetenzen verfängt.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Damit die Qualität von Forschung und Lehre erhalten und weiter ausgebaut werden kann, muss man gleichermaßen selbst daran arbeiten wie von der Politik vernünftige Rahmenbedingungen erwarten können. Die RUB erweist sich seit Jahren als innovativ und reformbereit, und sie wird für realisierbare, vernünftige Reformideen auch in der Zukunft kämpfen. Allerdings muss dafür die Politik entsprechende Bedingungen bieten - diese gilt es weiter zu verbessern, um den Hochschulen Planungssicherheit sowie ausreichende Ressourcen zu garantieren.

idw - und in eigener Sache

Noch ein Satz in eigener Sache: Für Sie, unsere Ansprechpartner in den Medien, haben wir - die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Bayreuth und die TU Clausthal - in den letzten mehr als neun Jahren den "Informationsdienst Wissenschaft" (idw) aufgebaut und betrieben. 2004 konnten wir Ihnen nach einer längeren Programmierphase einen weiter verbesserten Dienst in nunmehr auch attraktiver Aufmachung präsentieren. Sie, die Journalisten, nehmen diese Wissenschaftsnachrichtenagentur ebenso sehr gut an und nutzen sie mit zunehmender Tendenz wie unsere Kolleginnen und Kollegen in den Pressestellen. Mit seinen inzwischen mehr als 570 Mitgliedern (Hochschulen und Forschungseinrichtungen), weit über 23.000 Abonnenten von Pressemitteilungen, darunter weit mehr als 6.100 Journalisten, ist er die deutschsprachige Wissenschaftsnachrichtenagentur. Das erfüllt uns, seine Betreiber, mit Stolz; wir begreifen das aber auch als Verpflichtung, den Dienst weiter auszubauen und zu verbessern. 2005 wird der idw 10 Jahre alt, ein Jubiläum, das ein "Fossil im Internet" gebührend begehen wird. Der Termin steht bereits fest: der 10. März 2005 in Potsdam.


Auf gute Zusammenarbeit im nächsten Jahr

Für die RUB hoffe ich mit meinen Mitarbeitern auf Ihre weitere publizistische Aufmerksamkeit auch im nächsten Jahr, und wir freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. Josef König
für das Team der Pressestelle

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