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Wie werden Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt benachteiligt?

05.01.2005 - (idw) Freie Universität Berlin

Die Eingliederung hochqualifizierter Migranten (z.B. ausländischer Studierender und "Greencardler") in den deutschen Arbeitsmarkt verläuft komplizierter als allgemein angenommen. Mit dieser Grundthese beschäftigt sich eine von der VW-Stiftung jüngst mit 650.000 Euro geförderten Studiengruppe, die ein Forschungsprojekt zum Thema: "Kulturelles Kapital in der Migration. Zur Bedeutung von Bildungs- und Aufenthaltstiteln während der Statuspassage in den Arbeitsmarkt" durchführt. Die interdisziplinäre Studiengruppe besteht aus Prof. Dr. Arnd-Michael Nohl (Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie), Prof. Dr. Karin Schittenhelm (Universität Siegen), Prof. Dr. Oliver Schmidtke (University of Victoria, Canada) und Dr. Anja Weiß (Bundeswehrhochschule München). Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und untersucht die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt. Der Übergang vom Studium in den Arbeitsmarkt des Zuwanderlandes kann unterschiedlich erfolgen: Entweder wechselt der Migrant, der bereits im Zuwanderland studiert hat, von der Universität in den Arbeitsmarkt mit seinen sozialen Risiken und Orientierungsanforderungen oder der Migrant hat in einem Land seine Ausbildung beendet und beginnt in einem anderen Land zu arbeiten. Die Forscher werden in ihrem Studienprojekt mehrere Zuwandergruppen vergleichen, die sich von ihren Bildungs- und Aufenthaltstiteln her unterscheiden. Die interdisziplinär durchgeführte Analyse wird zeigen, warum das kulturelle Kapital von Migranten in Deutschland oftmals ungenutzt bleibt, da kaum legitimierbare Ungleichheiten aufrechterhalten werden. Durch einen Vergleich mit anderen Ländern wie beispielsweise Kanada, Großbritannien und die Türkei wollen die Forscher unterschiedliche rechtlich-politische Rahmenbedingungen aufzeigen und innovative Strategien für die Arbeitsmarktintegration in Deutschland entwickeln. Die Arbeit der Studiengruppe wird von einem Projektbeirat begleitet, dem neben arbeitsmarktpolitischen Akteuren auch relevante freie Träger, Vertreter von Interessenverbänden und Migrantenorganisationen sowie Politiker auf nationaler und EU-Ebene angehören.

Kontaktadressen:
Prof. Dr. Arnd-Michael Nohl, Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Habelschwerdter Allee 45, D-14195 Berlin, Tel. 030-83854663, e-mail: nohl@zedat.fu-berlin.de
Prof. Dr. Karin Schittenhelm, Universität Siegen, FB 1, Soziologie, Adolf-Reichweinstr. 2, D-57068 Siegen, Tel. 0271-7402932, e-mail: schittenhelm@soziologie.uni-siegen.de

Verfasst von Dr. Felicitas von Aretin

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