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Können Windparks den Salzwasserzustrom in die zentrale Ostsee behindern?

06.01.2005 - (idw) Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Vom 10. bis 11. Januar werden sich am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) rund 30 Wissenschaftler aus Dänemark, Deutschland, Polen und Schweden zum Auftakt eines neuen Forschungsprojektes treffen. Mit dem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt QuantAS-off (das steht für: Quantifizierung von Wassermassen-Transformationen in der Arkona See: Über die Auswirkungen von Offshore Windparks) wollen sie in den kommenden drei Jahren untersuchen, welche Folgen die Einrichtung von großen Offshore-Windparks für die Sauerstoffversorgung der Tiefenbecken der Ostsee hat. Die Koordination des Vorhabens liegt bei den Warnemünder Ozeanographen Prof. Dr. Hans Burchard und Dr. Hans Ullrich Lass. Weitere Arbeitsgruppen sind an der Uni Rostock und der Uni Hannover angesiedelt. Auf der Auftaktveranstaltung will das Konsortium zum einen eine detaillierte Projektplanung erarbeiten, aber auch interessierten Kollegen oder späteren Nutznießern die Möglichkeit bieten, sich über dieses Projekt zu informieren. Am Montag vormittag wird der Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Herr Prof. Dr. Wolfgang Methling, zu einem Grußwort erwartet. Die Auswirkungen von Windparks auf den jahreszeitlichen Vogelzug oder die Besiedlung des Meeresbodens sind bereits seit einigen Jahren Gegenstand der Forschung. Der Effekt auf den Wasserkörper selber und damit auf die grundlegenden marinen Umweltbedingungen wurde dagegen bislang vernachlässigt. Zu unrecht wie die Warnemünder finden, denn sie befürchten, dass es an den Pfeilern der Anlagen zu Verwirbelungen kommen kann, wodurch aus der Nordsee kommendes sauerstoff- und salzreiches Tiefenwasser mit dem süßeren Oberflächenwasser verdünnt würde. Eine Folge könnte sein, dass alle östlich der Windparks liegenden Ostseebecken in Zukunft schlechter mit Sauerstoff versorgt wären. Mit QuantAS-off soll diese Hypothese überprüft und gegebenenfalls nach Standorten und Anlagenarten gesucht werden, bei denen ein Windpark möglichst wenig Veränderungen im Wasseraustausch zwischen West und Ost bewirkt.

Bei der Auftaktveranstaltung am Montag sind folglich nicht nur die Projektteilnehmer und Vertreter der Förderinstitution, dem Bundesumweltministerium, zugegen. Auch Windkraftanlagenbauer und Genehmigungsbehörden wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie nutzen die Gelegenheit, ihre Positionen darzustellen und mit den Forschern in Diskurs zu treten. Aus Dänemark, Polen und Schweden reisen Ostseeforscher an, die wie die IOWler einen deutlichen Forschungsbedarf auf diesem Gebiet sehen und QuantAS-off deshalb mit großem Interesse begleiten.
Weitere Informationen erteilt:
Prof. Dr. Hans Burchard, Tel.: 0381 5197 140, email: hans.burchard@io-warnemuende.de

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