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Ausstellungseröffnung in der Universitätsbibliothek der Universität Magdeburg

07.01.2005 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Am Donnerstag, dem 13. Januar 2005 wird um 17.00 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek (Gebäude 30, Universitätsplatz 2) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die Ausstellung "Philipp Aronstein: Dokumente und Bilder aus dem Leben eines deutsch-jüdischen Neuphilologen" eröffnet.
Auf acht Tafeln und mehreren Postern wird das Leben und Wirken Philipp Aronsteins (1862 bis 1942) gezeigt, einem der bedeutendsten Anglisten und neusprachlichen Didaktiker der Weimarer Republik. In fünf Vitrinen werden Bücher und Dokumente aus seinem Schrifttum präsentiert, in dem er sich mit literaturhistorischen, sprachwissenschaftlichen und didaktisch-methodischen Fragen der Anglistik und des Englischunterrichts auseinandergesetzt hat.

Die Ausstellung wird bis 26. Februar 2005 jeweils von Montag bis Freitag von 09.00 bis 21.00 Uhr und Sonnabend von 09.00 bis 15.00 Uhr gezeigt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Von den Nationalsozialisten als Jude geächtet, erhielt Philipp Aronstein nach 1933 in den neusprachlichen Organen Publikationsverbot, aus den fachwissenschaftlichen Verbänden wurde er vertrieben, seine Werke standen auf Verbotslisten und wurden makuliert. Im September 1942, als fast 80-Jähriger, wurde er zusammen mit seiner Frau Luise nach Theresienstadt deportiert, wo er wenige Wochen nach seiner Ankunft starb. Seine Frau wurde in Auschwitz ermordet.

Nach 1945 ist das Schicksal des Gelehrten von den Fachkollegen zunächst verdrängt worden und später in Vergessenheit geraten. Auf dem Kongress des "Verbandes Moderne Fremdsprachen" 1988 hat Reiner Lehberger, Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, mit einer Ausstellung zum ersten Mal wieder an Philipp Aronstein erinnert. Damals schrieb der ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski: "Philipp Aronstein gehört zu jenen deutschen Juden, die in einer ganz bestimmten Generation in ihren Fächern Hervorragendes geleistet hatten, in der nationalsozialistischen Schreckenszeit den Undank der Nation in tragischer Weise erfahren mussten, und noch weit über ihren Tod hinaus der Strafe der Vergessenheit anheim gefallen sind."

Aronstein war Mitglied in wissenschaftlichen Vereinigungen, u. a. im "Allgemeinen Deutschen Neuphilologen Verband", (Vorläuferorganisation des heutigen "Fachverbandes Moderne Fremdsprachen") sowie in der "Berliner Gesellschaft für das Studium der Neueren Sprachen".

Wissenschaftliche Erarbeitung und Konzeption der Ausstellung lag in den Händen von Prof. Dr. Reiner Lehberger, Universität Hamburg, Tel.: 040 352946. Die Gestaltung erfolgte durch Angelika Dahm-Ritzi und Rainer von Braun, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung in Kooperation mit dem Hamburger Schulmuseum.

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