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Bayreuther Reihe "Physik am Samstagsvormittag": Kosmische Feuer - Irdisches Licht

10.01.2005 - (idw) Universität Bayreuth

Unter dem Motto "Kosmische Feuer - Irdisches Licht" steht die erfolgreiche Bayreuther Vorlesungsreihe "Physik am Samstagsvormittag". International namhafte Experten werden an sechs Terminen im Januar und Februar allgemeinverständlich den Brückenschlag zwischen kosmischen und erdgebundenen Effekten beschreiben. Bayreuth (UBT). Anders als in den Veranstaltungen früherer Jahre stehen die am 15. Januar beginnenden Vorträge der Reihe "Physik am Samstagvormittag" 2005 unter einem Motto: Kosmische Feuer - Irdisches Licht. Im Motto klingt an, was mit der Vortragsfolge beabsichtigt ist: eine Brücke zu schlagen zwischen kosmischen und erdgebundenen Effekten. Auch der auf dem Plakat zur Vorlesungsreihe dargestellte, nach einem Sternkollaps entstandene Gasnebel verbildlicht diese Brücke: Man sieht mit einem erdgebundenen Detektorsystem, dem Hubble-Teleskop, auf die Folgen einer kosmischen Explosion. Solche dramatischen kosmischen Ereignisse sind auch Quellen für Teilchenströme und Strahlung besonderer Art. Wie man diese kosmischen Quellen auf der Erde detektieren kann, wieweit man sie auf der Erde mit grossen Beschleunigern realisieren kann, darum geht es in den Vorträgen, ebenso wie darum, welche Einsichten man aus diesen Experimenten gewinnen kann.
Die mit Beschleuniger-Anlagen gewonnenen (oder zukünftig erwarteten) Einsichten können dabei in die Mikrowelt der Moleküldynamik führen (1. Vortrag) oder zeigen, dass vor ca. drei Millionen Jahren die Erde dem 'Wind' einer Supernova-Explosion ausgesetzt war (2. Vortrag). Diese Einsichten können aber auch an den 'Anfang der Zeiten' reichen. wenn es darum geht, den Bauplan des Universums genauer zu verstehen (3. Vortrag). Im 4. und 5. Vortrag werden grosse Detektoranlagen vorgestellt, mit denen man auf der Jagd nach Gravitationswellen oder kosmischen Teilchenbeschleunigern ist. Etwa 85% der Materiedichte des Universums ist unsichtbar. Von dieser dunklen Materie weiss man nicht. was sie ist. Im 6. Vortrag wird erläutert, mit welchen Detektorkonzepten man versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.
Kosmisches Feuer - Irdisches Licht: das bedeutet eine Verknüpfung der größten und kleinsten Skalen unserer Welt.
Für die Vortragsreihe haben hervorragend ausgewiesene Sprecher zugesagt. AIle sind international anerkannte Forscher. Sie leiten weltweit führende Arbeitsgruppen. Und alle sind bekannt dafür, dass sie auch komplexe Zusammenhänge in für Laien verständliche Sprache einkleiden. Den Zuhörern wird lebendige Vorträge garantiert, in dem neben "neuem Wissen" auch etwas von dem Feuer vermittelt wird, das gute Forscher beseelt.
Die Reihe beginnt am Samstag mit einem Beitrag über Röntgenlaser, das sind Lichtquellen, die alles in den Schatten stellen. Referent ist Prof. Dr. Jochen Schneider vom Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Bei dem Forschungszentrum handelt es sich eines der weltweit führenden Zentren für die Forschung an Teilchenbeschleunigern. Röntgenstrahlen durchdringen Materie. Ihre Wellenlänge ist vergleichbar mit den Abständen von Atomen in Materie. Beugungsexperimente mit Röntgenstrahlung erlauben die Bestimmung der Positionen von Tausenden, von Millionen von Atomen in großen Molekülen. Mit spektroskopischen Methoden kann man die elektronischen Eigenschaften von Materie im Detail analysieren. Röntgenlaser werden die Forschung in verschiedenen Wissenschaftsfeldern revolutionieren, da sie extrem intensive, kohärente Röntgenstrahlen in so kurzen Pulsen liefern, dass man z. B. die geometrischen und elektronischen Veränderungen in einem Molekül bei chemischen Reaktionen filmen können wird. Wenn sich Untersuchungen heute auf die Beschreibung von Materie in ihrem Grundzustand beschränken, so werden Röntgenlaser es ermöglichen, die Funktionsweise von Molekülen und komplexen Systemen in der Natur direkt zu analysieren.
Alle Vortrage finden samstags an sechs Terminen im Januar und Februar jeweils 10:30 Uhr im Hörsaal H 15 des Gebäudes Naturwissenschaften II statt. www.physik.uni-bayreuth.de/samstagvormittag/
Hier das Programm der Reihe:
15. Januar 2005:
Prof. Dr. Jochen Schneider (Hamburg)
Röntgenlaser: Lichtquellen, die alles in den Schatten stellen
22. Januar 2005
Dr. Thomas Faestermann
Konnten die Vormenschen eine Supernova beobachten?
29. Januar 2005
Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer
Mit einem Teilchenbeschleuniger auf der Suche nach dem Bauplan des Universums

5. Februar 2005
Dr. Peter Aufmuth
Gravitationswellen: Der Klang des Universums
12. Februar 2005
Prof. Dr. Werner Hofmann
Blaue Blitze aus dem Kosmos: Auf der Jagd nach kosmischen Teilchenbeschleunigern
19. Februar 2005
Prof. Dr. Josef Jochum
Dunkle Materie: Blick in den Kosmos aus dem Inneren der Berge
Weitere Informationen: http://www.physik.uni-bayreuth.de/samstagvormittag/ hier findet man das Programm der Reihe und Kurzfassung der einzelnen Beiträge
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