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RUB-Medizinethik: Ärzte zwischen Behandlungsgebot und Behandlungsverzicht

11.01.2005 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

"Die Wünsche des Patienten stehen an erster Stelle" - so lautet das ärztliche Grundprinzip. Doch häufig stürzen Entscheidungen Ärzte in ethische Konflikte, aus denen sie mit ihrer Lehrbuchweisheit nicht herauskommen. Die RUB- Philosophen und Medizin-Ethiker Prof. Dr. Hans-Martin Sass und Dr. Arnd T. May haben nun einen Band für solche konkreten Situationen publiziert: "Behandlungsgebot oder Behandlungsverzicht. Klinisch-ethische Epikrisen zu ärztlichen Entscheidungskonflikten" aus der Reihe "Ethik in der Praxis" (LitVerlag). Bochum, 11.01.2005
Nr. 9

(K)ein Leben um jeden Preis ...
Ärzte zwischen Behandlungsgebot und Behandlungsverzicht
RUB-Publikation: Ärzte und Patienten in Entscheidungskonflikten

"Die Wünsche des Patienten stehen an erster Stelle" - so lautet das ärztliche Grundprinzip. Doch häufig stürzen Entscheidungen Ärzte in ethische Konflikte, aus denen sie mit ihrer Lehrbuchweisheit nicht herauskommen. Die RUB- Philosophen und Medizin-Ethiker Prof. Dr. Hans-Martin Sass und Dr. Arnd T. May haben nun einen Band für solche konkreten Situationen publiziert: "Behandlungsgebot oder Behandlungsverzicht. Klinisch-ethische Epikrisen zu ärztlichen Entscheidungskonflikten" aus der Reihe "Ethik in der Praxis" (LitVerlag). Es eignet sich als Textbuch für den klinischen und pflegerischen Unterricht, richtet sich jedoch auch an Nicht-Mediziner.

Wer entscheidet, wenn ich nicht mehr kann?

Der Fall kommt fast täglich vor: Nach einem Unfall liegt der Patient im Koma. Er kann seinen Willen nicht mehr mitteilen, vorher selbst benannte oder staatlich eingesetzte Vertreter müssen für ihn entscheiden. Mit Patientenverfügungen kann man solche Situationen vorsorglich regeln. In jenen legt der Patient Behandlungswünsche für diese Fälle fest. Darin bestimmt er, ob er wiederbelebt werden, sein Leben künstlich verlängert bzw. wie sehr sein Schmerz betäubt werden soll. Außerdem bevollmächtigt er darin von ihm ausgesuchte Personen, die ihn vertreten und orientiert an seinen Wünschen Entscheidungen für ihn treffen. Hat der Patient diese Verfügungen nicht getroffen, ergeben sich oft Konfliktsituationen, die vor allem den Ärzten neben den klinischen auch ethische Entscheidungen abverlangen.

Nicht nur die Symptome ...

Musterentscheidungen gibt es nicht, aber in Erfahrungsberichten schildern Mediziner aus verschiedenen Ländern, wie sie in der Praxis mit solchen kritischen Situationen umgehen. So können sich angehende Ärzte von möglichen ethischen Entscheidungskonflikten ein Bild machen. Das Buch verdeutlicht, dass jede Situation ein Einzelfall ist und es keine Musterlösungen gibt. Ausschlaggebend sind dann nicht nur die Symptome, sondern zum Beispiel auch Wunsch- und Wertbild, Patientenverhalten, familiärer Rückhalt und religiöse Aspekte.

Theoretische Fallstudien

Den religiösen, ethischen und gesellschaftlichen Zusammenhang solcher Problemlagen reflektieren die Autoren in zwei weiteren Teilen des Buches. Dabei analysieren sie diverse Fallstudien und zeigen zu guter Letzt die Bedeutung für den medizinethischen Unterricht auf.


Titelaufnahme

Hans-Martin Sass, Arnd T. May (Hg.): Behandlungsgebot oder Behandlungsverzicht. Klinisch-ethische Epikrisen zu ärztlichen Entscheidungskonflikten (= Ethik in der Praxis Bd. 3) LitVerlag, Münster, 2004, ISBN 3-8258-4982-1, 440 Seiten, 39,90 Euro br.

Weitere Informationen

Dr. Arnd T. May, Zentrum für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22749, Fax: 0234/32-14598, E-Mail: may@medizinethik.de

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