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Ein neuer DNA-Sequenzierer als erster Meilenstein

13.01.2005 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Uni Kiel präsentiert Großgerätanschaffung für das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften

Ein wichtiges Gerät für das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) ist da: ein Sequenzierer im Gesamtwert von rund 500.000 Euro (inklusive Zubehör). Damit ist die erste Etappe zur Realisierung des ZMB genommen, das bis 2007 an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) aufgebaut werden wird. Professor Jörn Eckert, Rektor der CAU, und Professor Stefan Schreiber, künftiger Direktor im ZMB, führten den Sequenzierer heute im Institut für Klinische Molekularbiologie in Kiel der Presse vor.

Das neue Großgerät kann gleichzeitig 96 unterschiedliche DNA-Proben in ihrer genauen Abfolge entziffern. In DNA (DeoxyriboNucleicAcid) sind die Erbinformationen der Zelle gespeichert, deren einzelne Bausteine in Ketten angeordnet sind. Zusätzlich wird der Sequenzierer eingesetzt, um neue genetische Varianten zu finden: Bis zu 800.000 Genotypen werden am Zentrum erstellt, zum Beispiel um Krankheitsgene aufzuspüren wie das erst kürzlich in Kiel entdeckte für die chronische Darmentzündung Morbus Crohn. Ein besonderes Merkmal des neuen Sequenzierers: Er arbeitet automatisch die Proben ab und sorgt dafür, dass sie frisch bleiben. "Das ist ein entscheidender Vorteil unseres Standorts", erklärt Professor Schreiber, "die hohe Sequenzier- und Genotypisierkapazität ist eine wichtige Voraussetzung für die molekulare Leistungsfähigkeit und für genomische Forschung."

Mit dem Sequenzierer ist jetzt das größte Einzelgerät für die Sequenzanalyse am künftigen ZMB angeschafft. Der Teil des Instituts für klinische Molekularbiologie, in dem es derzeit eingesetzt wird, wird als ein zentrales Labor im neuen Zentrum für Molekulare Biotechnologie aufgehen, das 2007 in einem neuen Gebäude zusammengeführt wird.

Vor gut einem Jahr hatte eine Expertenkommission das Konzept der Kieler Uni zur Errichtung eines Zentrums für Molekulare Biowissenschaften positiv begutachtet. Daraufhin bewilligte das Land 4,5 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm Schleswig-Holstein zusätzlich für dieses Vorhaben.

Professor Jörn Eckert unterstreicht die Bedeutung des ZMB für die Universität, für Kiel und für die gesamte Region: "Mit der Gründung eines Zentrums für Molekulare Biowissenschaften setzt die Christian-Albrechts-Universität einen Meilenstein: Die enge Vernetzung von Medizin, Naturwissenschaften und Agrar- und Ernährungswissenschaften in einem Zentrum, das moderne molekularbiologische und -genetische Techniken vorhält, ist vorbildlich für Norddeutschland. Damit baut die Universität ihre führende Stellung auf dem Gebiet der Genomforschung in Menschen, Nutztieren und Pflanzen weiter aus. Außerdem gehen wir davon aus, dass sich der moderne Gerätepark auch wirtschaftlich positiv auswirkt und branchenverwandte Firmen in die Region zieht."

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für klinische Molekularbiologie, Prof. Stefan Schreiber
Tel: 0431- 597-1279, Fax: 0431- 597-1302
e-mail: s.schreiber@mucosa.de

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