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Die sechste Leipziger Museumsnacht bringt Licht ins Dunkel

18.04.2005 - (idw) Universität Leipzig

''Licht'' ist das Thema, das in der sechsten Leipziger Museumsnacht am 23. April im Mittelpunkt stehen soll. Von 19:00 bis 1:00 Uhr öffnen 41 Museen und Sammlungen ihre Türen, um ihren Besuchern zu später Stunde einen besonderen Einblick in ihre Schätze zu bieten. Auch die drei universitären Museen, das Ägyptische Museum, das Antikenmuseum und das Musikinstrumenten-Museum, sowie weitere universitäre Einrichtungen sind wieder beteiligt. Die Ausstellungsstücke in ein geheimnisvolles Licht zu tauchen, verspricht das Ägyptische Museum. Daneben gibt es dort das Angebot, unter fachkundiger Anleitung Sonnenuhren selbst zu basteln. Diese Aktion wurde vor einigen Jahren schon einmal durchgeführt und war damals ein voller Erfolg: ''Wir mussten dann irgendwann aufhören, weil uns die Drahtstifte ausgegangen sind'', berichtet Dr. Frank Steinmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ägyptischen Museum. Die sind für eine Sonnenuhr aber unerlässlich, denn im richtigen Winkel auf Platte und Ziffernblatt angebracht, zeigt ihr Schatten die Zeit an. ''Man muss wissen, auf welchem Breitengrad man sich befindet, und so den exakten Winkel berechnen'', erklärt Steinmann. Damit müssen sich die Bastler, die ihre Sonnenuhr in Leipzig aufstellen wollen, aber nicht auseinandersetzen, denn das hat Steinmann schon getan.

Ganz so einfach hat die Zeitmessung mittels Sonnenuhren im alten Ägypten nicht funktioniert: Dort hatte man den Tag zwar schon in zwei mal zwölf Stunden eingeteilt, verteilte diese aber auf die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, so dass die Länge je einer Stunde über das Jahr hinweg variabel war, und nur am Tag der Tag- und Nachtgleiche konnte sie exakt - nach unseren Vorstellungen - gemessen werden. ''Zum anderen hätten die Ägypter für eine exakte Berechnung wissen müssen, dass die Erde rund ist, und auch, auf welchem Breitengrad sie sich befinden'', erklärt Steinmann.
Für eine exaktere Zeitmessung gebräuchlich waren dort deshalb vor allem Wasseruhren, die, ähnlich wie Sanduhren, durch ein langsames Tröpfeln in Messskalen das Verrinnen der Zeit anzeigten.
Benutzt wurden Varianten der uns heute bekannten Sonnenuhren, wie sie sich oft an Hausfassaden finden, aber zum Teil schon. Frank Steinmann verweist auf die Abbildung einer solchen Konstruktion: ''Die kann vier halbe Stunden messen, aber nur um die Mittagszeit herum.'' Sinnvoll könnte dieses Exemplar, so eine Spekulation des Wissenschaftlers, etwa für die Bemessung einer Mittagspause gewesen sein.

Aber auch in anderen universitären Museen und Einrichtungen gibt am Abend des 23. April besondere Angebote: Nach einer Eröffnung durch Helios, die Sonne, bietet das Antikenmuseum unter anderem Schattenrätsel und Führungen zum Thema Beleuchtung in der Antike. Im Musikinstrumenten-Museum sollen vor allem die Ohren der Besucher erfreut werden: Improvisationen zum Mitmachen, Musikvorträge auf der Glasharmonika und Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten versprechen außergewöhnlichen Musikgenuss. Auch die Kustodie ist bei der Museumsnacht wieder vertreten. Unter der Überschrift ''Bei Lichte besehen...'' wird es neben ungewöhnlich beleuchteten Gemälden Vorträge zum Thema ''Naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden bei der Erforschung von Gemälden'' geben.

Von universitärer Seite sind außerdem das Institut für Kunstpädagogik, die Geologisch-Paläontologische Sammlung, die Mineralogisch-Petrographische Sammlung, die Sammlung Ur- und Frühgeschichte und das Institut für Anatomie dabei. In der Universitätsbibliothek findet zudem neben Führungen und Vorträgen die Welt-Uraufführung des Kurzfilmthrillers ''Schattenspiele'', gedreht von Studenten des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaften, statt.


Um die Strecken zwischen den Museen und Sammlungen möglichst schnell zu überwinden, stehen zahlreiche Sonderlinien zur Verfügung. Wem nach Bewegung zumute ist, der kann außerdem an einer Stadtrundfahrt mit einem Pariser Stadtbus oder an einem einstündigen ''Lichtrundgang'' durch die Innenstadt teilnehmen.

Anna Neumaier


weitere Informationen Dr. Frank Steinmann
Telefon: 0341 97-37014
E-Mail: ramses@rz.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~egypt/Museum.htm

Leipziger Museumsnacht
www.nachtschicht-leipzig.de

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