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Workshop zur Strategischen Umweltprüfung für Offshore-Windenergie an der Universität Lüneburg

19.04.2005 - (idw) Universität Lüneburg

Die Planung von Offshore-Windenergienutzung stand im Mittelpunkt eines Treffens von 45 Experten aus Bundes- und Landesministerien, Fachbehörden und Forschungseinrichtungen, die am 14. April 2005 in der Universität Lüneburg zusammenkamen. In der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), d. h. in Nord- und Ostsee außerhalb der 12-Seemeilen-Zone, sollen Windparks entstehen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums arbeitet deshalb ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Thomas Schomerus von der Universität Lüneburg, PD Dr. Karsten Runge vom Büro Oecos-Umweltplanung in Hamburg und Dr. Georg Nehls von Bio Consult Schleswig-Holstein an einem Forschungsprojekt zum Thema "Strategische Umweltprüfung und strategisches Umweltmonitoring für die Offshore-Windenergienutzung in der AWZ".
Der Workshop an der Universität Lüneburg bot die Gelegenheit, einem Fachpublikum die ersten Ergebnisse vorzustellen.

Das Thema fand nicht zuletzt deshalb gerade jetzt große Aufmerksamkeit, weil demnächst in Hamburg die Anhörungen für die Raumordnung in der AWZ starten. Anlass hierfür sind vor allem die Planungen der Bundesregierung, bis zum Jahr 2025 ca. 15% des heutigen deutschen Strombedarfs durch Offshore-Windenergieanlagen zu decken. Bei einer Gesamtleistung von bis zu 25.000 Megawatt würde dies bedeuten, dass 5.000 der bislang leistungsstärksten 5-Megawatt-Anlagen vor allem in der Nordsee installiert werden müssten.

Besonders interessiert an den Forschungsergebnissen zeigten sich daher die Vertreter des zuständigen Bundesamts für Hydrographie und Seeschifffahrt (BSH) in Hamburg, das schon acht Genehmigungen für Offshore-Windparks erteilt hat. Inhaltlich standen planerische und rechtliche Themen wie z. B. der Umgang mit Wissensunsicherheiten im Vordergrund. Es ging aber auch um ganz praktische Fragen, etwa zu den Auswirkungen von Windenergieanlagen im Meer auf den Vogelzug und auf die Schweinswale. Dabei müssen die Effekte für die Umwelt nicht immer negativ sein; z. B. ist industrieller Fischfang in Offshore-Windparks nicht mehr möglich, so dass hier faktische Schutzgebiete für die Fische entstehen könnten. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage der kumulativen Wirkungen, die sich aus der Summe verschiedener Einflüsse ergeben. Derartige Wirkungen zu erfassen und in die planerischen Entscheidungen einfließen zu lassen ist wesentlicher Zweck der Strategischen Umweltprüfung. Diese Umweltprüfung darf nicht an nationalen Grenzen enden; besonders wichtig ist daher die Zusammenarbeit mit den Fachkollegen aus den anderen Nord- und Ostseeanrainerstaaten. Vorträge über die Verfahren in Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark komplettierten daher das Programm.

Die Teilnehmer waren sich im Ergebnis einig, dass parallel zu den laufenden behördlichen Verfahren die Forschung insbesondere im Hinblick auf die kumulativen Wirkungen weiterbetrieben werden muss. Anders als an Land, wo es über viele Jahrzehnte gewachsene Erkenntnisse gibt, stehen die Fachleute im Hinblick auf die Offshore-Nutzungen noch ganz am Anfang. Die in den Entscheidungsprozessen stehenden Praktiker zeigten sich daher auch dankbar für die aus Lüneburg kommende Unterstützung.

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