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Forschung für das Herz

19.04.2005 - (idw) Klinikum rechts der Isar und Fakultät für Medizin der Technischen Universität München

Professor Markus Schwaiger, Nuklearmediziner des Münchner Klinikums rechts der Isar, erhält hochdotierten Wissenschaftspreis. Mit einem einzigartigen Förderprogramm unterstützt die Firma Bristol-Myers Squibb weltweit innovative Forschung an führenden Forschungsinstituten. Der Bristol-Myers Squibb Freedom to Discover Cardiovascular Grant 2005 geht an Prof. Markus Schwaiger, Direktor der Nuklearmedizin im Klinikum rechts der Isar, für seine herausragende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der bildgebenden Verfahren in der Kardiologie. Die Klinik für Nuklearmedizin erhält damit ein Stipendium von US$ 500.000,- über einen Zeitraum von fünf Jahren, die ohne inhaltliche Vorgaben für Forschungsarbeiten verwendet werden kann.

Forschung für den Patienten

Ziel der Forschung von Professor Markus Schwaiger ist es, die moderne Bildgebung weiter zu entwickeln, um eine individuelle verbesserte Diagnostik und damit bessere Therapie möglich zu machen. Aus diesem Antrieb heraus beschäftigte sich Professor Schwaiger bereits in den 80er Jahren an der kalifornischen Universität in Los Angeles und später an der Universität in Michigan mit der Nuklearkardiologie. Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) entwickelten er und seine Kollegen eine Methode, die es erlaubt, bei herzkranken Patienten biochemische Prozesse wie den Substratstoffwechsel und die Innervation des Herzens sichtbar zu machen. So war es zum Beispiel möglich, bei Herzinfarktpatienten per PET das Ausmaß der Herzmuskelschädigung sehr genau zu bestimmen. Dieses Wissen hilft bei der Therapieentscheidung: Nur wenn noch genügend vitales Gewebe vorhanden ist, ist eine Bypass-Operation sinnvoll. Durch diese auf jeden einzelnen Patienten maßgeschneiderte Therapie kann die Prognose nach einem Herzinfarkt verbessert werden. Inzwischen gilt die PET-Diagnose der Gewebevitalität bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit weltweit als "Goldstandard".

Geburtshelfer der molekularen Bildgebung

Insgesamt verbrachte Prof. Schwaiger 12 Jahre in den USA - zuletzt als Direktor der Abteilung für kardiovaskuläre Nuklearmedizin an der Universität von Michigan in Ann Arbor. Dort schätzte er das hervorragende wissenschaftliche Klima, das es ihm auch als Ausländer ermöglichte, in kurzer Zeit eine herausragende akademische Laufbahn einzuschlagen. Doch zog es den gebürtigen Münchner auch wieder zurück in seine Heimatstadt und so folgte er 1993 dem Ruf der Fakultät für Medizin der Technischen Universität (TU) München an das Klinikum rechts der Isar.

Das Klinikum bot genau die Möglichkeiten, die der Nuklearmediziner für die Weiterentwicklung seiner Arbeiten suchte: die enge Verbindung zwischen Forschung und Klinik. Durch den direkten Austausch zwischen Medizinern, Chemikern, Physikern und Informatikern war und ist es möglich, die PET als diagnostisches Instrument immer weiter zu verbessern. Unabhängig von der Art der Erkrankung lassen sich nun mittels PET immer weitere Parameter analysieren, die auf die Therapieentscheidung Einfluss haben. Davon profitieren nicht nur Patienten mit Herzerkrankungen, sondern insbesondere auch Tumorpatienten. Die "molekulare Bildgebung", also die Möglichkeit, die Biologie eines Krankheitsherdes wie etwa eines Tumors mithilfe der PET oder anderer Verfahren differenziert zu visualisieren, wird die Diagnostik in der Medizin auf eine neue Stufe heben. Professor Markus Schwaiger hat mit seiner Forschung und seinem Engagement zu dieser Entwicklung beigetragen.

Ausgewählte Publikationen:
Schwaiger M, Brunken R, Grover-McKay M, Krivokapich J, Child J, Tillisch JH, Phelps ME, Schelbert HR: Regional myocardial metabolism in patients with acute myocardial infarction assessed by positron emission tomography. J Am Coll Cardiol. 1986;8(4):800-808.

Schwaiger M, Hutchins GD, Kalff V, Rosenspire K, Haka MS, Mallette S, Deeb GM, Abrams GD, Wieland DM: Evidence for regional catecholamine uptake and storage sites in the transplanted human heart by positron emission tomography.J Clin Invest. 1991;87(5):1681-1690.

Eitzman D, Al-Aouar ZR, Kanter HL, vom Dahl J, Kirsh M, Deeb GM, Schwaiger M: Clinical outcome of patients with advanced coronary artery disease following positron emission tomography viability studies. J Amer Coll Cardiol. 1992;20(3):559-565.

Haas F, Augustin N, Holper K, Wottke M, Haehnel C, Nekolla S, Meisner H, Lange R, Schwaiger M: Time course and extent of improvement of dysfunctioning myocardium in patients with coronary artery disease and severely depressed left ventricular function after revascularization: correlation with positron emission tomographic findings. J Am Coll Cardiol. 2000;36:1927-1934.

Bengel FM, Anton M, Avril N, Brill T, Nguyen N, Haubner R, Gleiter E, Gansbacher B, Schwaiger M: Uptake of radiolabeled 2'-Fluoro-2'-Deoxy-5-Iodo-1-b-D-Arabinofuranosyluracil in cardiac cells after adenoviral transfer of the herpes virus thymidine kinase gene (The cellular basis for cardiac gene imaging). Circulation. 2000;102:948-950.

Schömig A, Kastrati A, Dirschinger J, Mehilli J, Schricke U, Pache J, Martinoff S, Neumann FJ, Schwaiger M: Coronary stenting plus platelet glycoprotein IIb/IIIa blockade compared with tissue plasminogen activator in acute myocardial infarction. N Engl J Med. 2000;343(6):385-391.

Bengel FM, Ueberfuhr P, Schiepel N, Nekolla SG, Reichart B, Schwaiger M: Effect of sympathetic reinnervation on cardiac performance after heart transplantation. N Engl J Med. 2001;345(10):731-738.

Haubner R, Wester HJ, Weber WA, Mang C, Ziegler SI, Goodman SL, Senekowitsch-Schmidtke R, Kessler H, Schwaiger M: Noninvasive imaging of avb3 integrin expression using 18F-labeled RGD-containing glycopeptide and positron emission tomography. Cancer Research. 2001;61:1781-1785.

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Über das Klinikum rechts der Isar:
Mit über 3.700 Mitarbeitern widmet sich das Universitätsklinikum der Krankenversorgung, der Forschung und der Lehre. Jährlich profitieren rund 45.000 Patienten von der stationären und 160.000 Patienten von der ambulanten Betreuung auf höchstem medizinischen Niveau. Das Klinikum ist ein Haus der Supra-Maximalversorgung und deckt mit über 31 Kliniken und Abteilungen und über 1.100 Betten das gesamte Spektrum moderner Medizin ab. Durch die enge Kooperation von Krankenversorgung und Forschung kommen neue Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien frühzeitig dem Patienten zugute. Das Klinikum rechts der Isar ist das Universitätsklinikum der Technischen Universität München (TUM).

Über die Bristol-Myers Squibb Foundation:
Die Bristol-Myers Squibb Foundation, der philanthropische Arm des pharmazeutischen Unternehmens, fördert herausragende Wissenschaftler in den Gebieten Krebs, Herz-Kreislauf, Infektionen, Neuropsychiatrie, Stoffwechsel und Ernährung. Seit 1977 hat die Stiftung weltweit über 155 Universitäten und Institute mit mehr als 110 Millionen US-Dollar für unabhängige, nicht zweckgebundene Forschung unterstützt. Die Bristol-Myers Squibb Foundation erfüllt damit die Mission des Bristol-Myers Squibb Konzerns: "Für mehr Gesundheit. Für ein besseres Leben." Bristol-Myers Squibb - Medical Imaging ist weltweit anerkannt auf dem Gebiet der kardiovaskulären Bildgebung.

Weitere Informationen: http://www.med.tu-muenchen.de Homepage des Klinikums rechts der Isar
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