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Leipzig neues Zentrum der Mittel- und Osteuropa-Forschung in Deutschland

19.04.2005 - (idw) Universität Leipzig

Der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft hat am Dienstag entschieden, das im Auftrag der Bundesregierung zu gründende Mittel- und Osteuropa-Zentrum in Leipzig anzusiedeln. Den Ausschlag für diese Standortentscheidung gab dabei das mittel- und osteuropabezogene Forschungspotenzial der Universitäts-, Messe-, Medien- und Buchstadt. Aufbauend auf dem im 19. und 20. Jahrhundert gelegten Grundlagen ist hier seit 1990 zielstrebig eine einzigartige Verdichtung entsprechender Fachkompetenz erreicht worden.
Nicht zuletzt gilt das für die Universität Leipzig, die aktive Partnerschaften zu zahlreichen Universitäten in Polen, Tschechien, Slowenien, Rumänien und Bulgarien sowie in Russland und in der Ukraine unterhält. Dass die Alma mater Lipsiensis in Mittel- und Osteuropa weiterhin einen exzellenten Ruf genießt, belegt die Zahl von gegenwärtig über 800 Studierenden aus der Osthälfte Europas. Die Mittel- und Osteuropa-Forschung stellt zudem eine der zehn Profillinien der Universität dar, 15 mittel- und osteuropabezogene Professuren sowie mehrere Untergliederungen wie das Zentrum für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, das auf die wirtschaftliche Transformation und EU-Integration der Staaten mittel- und Osteuropas ausgerichtet ist, unterstreichen die beachtlichen Kapazitäten. Hierzu zählen auch ein gutes Dutzend von mittel- und osteuropabezogenen Studiengängen - von Bohemistik bis Russistik - und drei Aufbaustudiengänge mit starkem Mittel- und Osteuropabezug sowie der Internationale Promotionsstudiengang zum Thema Transnationalisierung und Regionalisierung, dessen Teilnehmer in starkem Maße aus Mittel- und Osteuropa kommen.

Was Leipzig bundes-, ja europaweit als Standort für ein Mittel- und Osteuropa-Zentrum heraushebt, ist die Existenz von fünf großen Forschungseinrichtungen mit sozial-, kultur- und raumwissenschaftlichen Forschungsinteressen für das mittelöstliche Europa. Sie alle kooperieren eng mit der Universität Leipzig, aber auch mit einer großen Zahl von Partnerinstitutionen in Mittel- und Osteuropa. Es sind dies das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur, das Leibniz-Institut für Länderkunde und die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Hervorzuheben ist auch das 2003 auf Initiative der Universität Leipzig gegründete Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa Leipzig (KOMOEL), das als Transmissionsriemen zwischen der genannten Forschungslandschaft und einem vielfältigen Umfeld, eingeschlossen die regionale Wirtschaft und die kulturellen Einrichtungen der Stadt Leipzig, fungiert.

Stefan Troebst, Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig und stellv. Direktor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V., wertete in einem ersten Kommentar die Entscheidung für Leipzig ''als bundespolitisches Gütesiegel auf die hochgradig verdichtete Leipziger Mittel- und Osteuropa-Forschungslandschaft''. Gemeinsam mit seinen mittel- und osteuropäischen Partnern könne die Leipziger Mittel- und Osteuropa-Forschung nun seine nationale Position auch grenzüberschreitend zum einschlägigen Forschungsstandort der Europäischen Union ausbauen.


Weitere Informationen:
Prof. Dr. Stefan Troebst
E-Mail: troebst@uni-leipzig.de

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