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Forschernachwuchs darf hoch hinaus

20.04.2005 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Zum fünften "Girls Day - Mädchen Zukunftstag" laden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Ministerien am 28. April 2005 ein. Mehr als 20 Fraunhofer-Institute bieten in diesem Jahr über 600 Plätze in Kursen und Workshops an, in denen die Mädchen die Welt der Fraunhofer-Forscherinnen kennen lernen. Mut und Selbstbewusstsein sind am 28. April im Fraunhofer-Institutszentrum in St. Augustin bei Bonn gefragt. Beides ist nötig, wenn die Mädchen in den Hochseilgarten gehen. "Wir werden auf dem Institutsgelände drei Hängebrücken hintereinander in rund drei Metern Höhe aufbauen. Ein Mädchen aus der Gruppe darf - natürlich mit einem Klettergurt gesichert - an einer Strickleiter hoch klettern und über die Hochseilbrücke gehen. Damit sie sicher ans Ziel kommt, müssen die Mädchen unten am Boden die Brücke stabilisieren", erläutert Birgit Steinfath, die den Girls´Day koordiniert, die Idee. "Mit diesem Klettergarten wollen wir auf die Verbindung von Selbstbewusstsein und Technik aufmerksam machen. Mädchen, die in technische Berufe gehen wollen, müssen sehr viel Mut und Selbstbewusstsein mitbringen, um sich gegen die männlichen Kollegen durchzusetzen. Außerdem sind Führungsqualitäten gefragt, denn ein Mädchen muss für das optimale Zusammenspiel der Gruppe am Boden mit der Hochseilakteurin sorgen." Neben dem Hochseilgarten wird es in diesem Jahr 20 weitere Workshops am Institutszentrum geben. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Besuch im Internet-Rathaus, eine virtuelle Sternenstunde oder eine High-Tech-Schatzsuche sowie Einblicke in den Berufsalltag der Mediengestalterinnen.

Alle Teilnehmerinnen erhalten einen Mädchen-Kalender. "Darin finden die Schülerinnen Informationen über Ausbildungsberufe in der Fraunhofer-Gesellschaft, die Lebenswege von Fraunhofer-Wissenschaftlerinnen sowie Beiträge zum ´Erwachsen werden`, die Schülerinnen vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim bei Köln verfasst haben", erläutert Birgit Steinfath. Zum Girls´Day am Institutszentrum kommen auch Staatssekretär Peter Ruthenstroth-Bauer aus dem Bundesfamilienministerium und Landrat Frithjof Kühn.

Doch nicht nur in St. Augustin können Mädchen Forscherluft schnuppern: Auch in Stuttgart, Pfinztal, Berlin, Dresden, Erlangen, Freiburg, Darmstadt, Rostock, Teterow, Schmallenberg bei Aachen und München öffnen Fraunhofer-Institute ihre Pforten für den jugendlichen Nachwuchs. In München heißt es bei der Fraunhofer-Einrichtung Systeme der Kommunikationstechnik ESK "Netzwerk statt Netzstrümpfe". Hier werden die 15- und 16-jährigen Teilnehmerinnen ein WLAN-Netzwerk aufbauen und dabei herausfinden, wie einfach das Internet zum Telefonieren oder für Videokonferenzen genutzt werden kann. Am Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in München dreht sich alles um die "intelligente Milchtüte". Die Mädchen lernen die Welt der intelligenten Etiketten kennen und sägen selbst im Reinraum Chips aus Wafern. In Pfinztal bei Karlsruhe baut der Forschernachwuchs am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT Batterien aus Früchten, schaut durchs Rasterelektronenmikroskop oder stellt Seifen und Lotionen her.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Mädchen durch die die praktischen Erfahrungen am Girls Day neue Berufsperspektiven gewinnen: Sie dringen leichter in Bereiche vor, die bis heute als "Männerdomänen" gelten. Die jungen Frauen sind heute so gut ausgebildet wie noch nie - allein sie schöpfen ihr Potenzial nicht voll aus. Denn immer noch stehen auf der Liste der Ausbildungsplätze die klassisch weiblichen Berufe bei den Schülerinnen ganz oben: Arzthelferin, Bürokauffrau oder Friseuse. Experten dagegen beklagen den Mangel an Fachkräften in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen.


Der Girls Day findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Parallel dazu gibt es erstmals den Boys´Day - Jungen-Zukunftstag. Die Schüler sollen in Projekten oder im Unterricht ebenfalls Einblicke in atypische Berufe bekommen.
Weitere Informationen: http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2005/04/Presseinformation20042005.jsp
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