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Das Max-Planck-Institut für Chemie ehrt Günter W. Lugmair

20.04.2005 - (idw) Max-Planck-Institut für Chemie

Workshop zum 65. Geburtstag des Kosmochemikers

Aus Anlass des 65. Geburtstages von Professor Günter W. Lugmair veranstaltet das Max-Planck-Institut für Chemie am 22. April einen Workshop zum Thema "Current Topics in Cosmochemistry". Kollegen und Freunde des Jubilars werden nach Mainz kommen, um über neueste Erkenntnisse zur Frühgeschichte unseres Sonnensystems, Planetenbildung und Isotopenkosmochemie zu berichten. Günter W. Lugmair wurde 1940 in Wels in Österreich geboren. Er studierte Physik und promovierte 1968 an der Universität Wien. Bereits zwischen1965 und 1968 war er als Assistent am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz tätig. Nach fast dreißig wissenschaftlich fruchtbaren Jahren an der Universität von Kalifornien in San Diego, wo er seit 1984 eine Professur innehat, übernahm er 1996 als Direktor die Abteilung Kosmochemie am Max-Planck-Institut für Chemie.

Professor Lugmair hat entscheidende Beiträge zum Verständnis der Entstehungsgeschichte des Sonnensystems geliefert und die Entwicklung auf dem Gebiet der Isotopengeochemie grundlegend beeinflusst: 1974 entwickelte er eine massenspektrometrische Methode zur Altersbestimmung von Mond- und Meteoritenproben, die heute als die verlässlichste und daher am weitesten verbreitete Technik zur Datierung terrestrischer Gesteine gilt. Später konzentrierten sich seine Bemühungen auf die Suche nach heute verschwundenen Radionukliden und deren Folgeprodukten. Er konnte die frühere Existenz eines bestimmten Samarium-Isotops in Meteoriten nachweisen und dadurch Fragen über die Frühgeschichte unseres Sonnensystems beantworten. Günter W. Lugmair lieferte wichtige Beiträge bezüglich der Bildungsprozesse chemischer Elemente in Sternen durch die Bestimmung der Isotopenzusammensetzung mit bis dahin unbekannter Präzision. Ihm gelang es, das Alter unseres Sonnensystems sehr genau auf 4568 bis 4571 Millionen Jahren zu bestimmen. Aufsehen erregte er 1998 mit einem Beweis zum außerirdischen Ursprung der "Iridium-Anomalie": Diese wird als Indiz für die so genannte Einschlaghypothese gewertet, die das Aussterben vieler großer Tierarten vor rund 65 Millionen Jahren auf die Folgen eines Meteoriteneinschlags zurückführt.

Während seiner Mainzer Zeit trieb Günter Lugmair die langjährige erfolgreiche Planetenforschung der Abteilung Kosmochemie voran. Ein absolutes Highlight im vergangenen Jahr war die Teilnahme an der amerikanischen Mars-Erkundungs-Mission MER: Seit Januar 2004 befinden sich Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS), entwickelt und gebaut in Lugmairs Abteilung, an Bord der beiden NASA-Rover auf dem Mars. Diese Geräte - liebevoll "Mainzer Schnüffler" genannt - liefern seitdem spektakuläre Daten über die chemische Zusammensetzung und Beweise für die wasserreiche Vergangenheit des heutigen Wüstenplaneten.

Die Ergebnisse von Prof. Lugmairs Forschungstätigkeit haben sich in zahlreichen Publikationen niedergeschlagen. Preise, Auszeichnungen sowie Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gremien und Gesellschaften sind Ausdruck seiner internationalen Anerkennung.

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