Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 7. August 2020 

Forschung in Europa verstärken

27.11.2002 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Das World Wide Web Consortium (W3C), das Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique (INRIA) und das European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) kündigen gemeinsam eine grundlegende organisatorische Veränderung an. Sie hat zum Ziel, die Forschung in Europa zu verstärken, um eine bessere Entwicklung von Web Technologien zu ermöglichen. Der Wechsel des europäischen W3C Host von INRIA zu ERCIM wird am 1. Januar 2003 erfolgen. Dieser Wechsel ermöglicht W3C eine bessere Förderung der Forschung innerhalb Europas, während die historisch enge Beziehung zu INRIA, einem der ERCIM Gründer, aufrechterhalten werden kann.

W3C setzte von Anfang an auf internationale Organisationen, beginnend mit INRIA

Seit der Gründung in den Vereinigten Staaten am MIT Laboratory for Computer Science im Oktober 1994, hat das W3C sichergestellt, dass sich das World Wide Web getreu seinem Namen und seiner Versprechung verhält. Es ist der Beharrlichkeit seines Direktors, Tim Berners-Lee, zu verdanken, dass das W3C sowohl in Nord Amerika, als auch in Europa und Asien gleich präsent ist. W3C identifiziert nicht auf Gewinnerzielung gerichtete Institutionen, die als regionale Niederlassungen und als Arbeitgeber für W3C Mitarbeiter dienen können. Diese Institutionen werden als W3C "Hosts" bezeichnet.

Als INRIA als erster europäischer W3C Host ausgewählt worden war, hatte das W3C 50 Mitglieder in 4 Ländern; das einzige europäische Land mit W3C Mitgliedern zu dieser Zeit war Großbritanien. INRIA zeigte eindeutige und unmittelbare Vorteile einer W3C Mitgliedschaft auf und schaffte dafür ein Bewußtsein in Frankreich und ganz Europa. Im Laufe der nächsten sieben Jahre zogen INRIA's Resourcen sowohl neue Mitgliedsorganisationen als auch neue technische W3C Mitarbeiter an. Auch wurden entscheidende neue Verbindungen zu Europas Forschungsgemeinde hergestellt. Heute beläuft sich die Mitgliederanzahl auf über 450 Organisationen mit Niederlassungen in nahezu jedem europäischen Land.

Während dieser Zeit erhielt W3C finanzielle Unterstützung von der Europäischen Kommission, um ein Netz von regionalen Büros in Europa zu errichten. Gegenwärtig besitzt W3C 13 Büros weltweit, 8 davon in Europa. Diese Büros arbeiten mit den W3C Hosts zusammen, um Informationen in anderen Sprachen zu verteilen, W3C's Sichtbarkeit zu erweitern und zu mehr internationale Teilnahme an W3C Aktivitäten anzuregen. Sieben der europäischen Büros sind bereits an ERCIM Instituten beheimatet: CWI (Benelux); Fraunhofer IMK (Deutschland und Österreich); FORTH (Griechenland); MTA SZTAKI (Ungarn); CNR (Italien); SICS (Schweden) und CCLRC (Großbritannien und Irland).

Der Umzug von INRIA zu ERCIM gehört zur natürlichen europäischen Erweiterung

Da das Web sich zu einem weitverbreiteten und wesentlichen Hilfsmittel für die Industrie, Forschungseinrichtungen, Regierungen und deren Bürger gewandelt hat, besteht die Notwendigkeit für eine stärker differenzierte Infrastruktur und einem stärkeren Netzwerk an Unterstützern. Die Errichtung einer neuen W3C Basis bei ERCIM ist für alle Beteiligte vorteilhaft.

"INRIA stellte die notwendigen Grundlagen für eine europäische Miteinbeziehung in der Netzinfrastrukturentwicklung zur Verfügung, und jetzt haben wir die Gelegenheit, in eine neue Phase einzutreten", erklärts Bernard Larrouturou, Präsident von INRIA. "Der Umzug zu ERCIM ist ein konsequenter Schritt unserer Kultur, den Anschub zu neuen Initiativen zu geben und ist Ausfluss unserer Verpflichtung, die IT Gemeinde in Europa zu stärken. Er ermöglicht uns, unser enges Verhältnis zu W3C - trotz der Erweiterung zu einer grenzenlosen Resource eines pan-europäischen Netzwerks an Forschungsinstituten - beizubehalten; zum beiderseitigen Vorteil für W3C und ERCIM".

W3C's Umzug zu ERCIM öffnet neue Möglichkeiten für die Integration von Web-Forschung und Industrie innerhalb Europas

ERCIM wurde 1989 von INRIA, der GMD (heute fusioniert mit der Fraunhofer-Gesellschaft, Deutschland) und CWI (Centrum voor Wiskunde en Informatica, Niederlande) gegründet, um ein gemeinnütziges Konsortium zu errichten, das dem Fortschritt der Informationstechnologie und der angewandten Mathematik gewidmet ist.

Zur Zeit sind Forschungsinstitute aus 16 Ländern Mitglieder von ERCIM. Jedes Mitgliedsinstitut ist eine führende Forschungseinrichtung in seinem eigenen Land mit ausgezeichneten Verbindungen zu den nationalen und internationalen Forschungsgemeinschaften. Alle ERCIM Mitglieder sind staatliche Institute, unabhängig von kommerziellen Verbindungen. Jedes Insitut ist verstärkt in die Forschungsprojekte der Europäischen Union involviert und unterhält Projekte sowohl mit kleinen und mittleren Unternehmen als auch mit der Großindustrie.

ERCIM ist eine Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV), eine spezielle europäische Rechtsform. Gerard Van Oortmerssen, Direktor des CWI, ist gegenwärtig ERCIM Präsident und Bernard Larrouturou, Geschäftsführer von INRIA, agiert als ERCIM's Generaldirektor.

uniprotokolle > Nachrichten > Forschung in Europa verstärken

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/9842/">Forschung in Europa verstärken </a>