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MHH-Arzt betreut Profi-Fußballerinnen in München

21.04.2005 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Studie läuft seit einem Jahr: Gezielte Übungen sollen Verletzungen reduzieren Die Gelenkwahrnehmung und Balance von Fußballerinnen gezielt trainieren, um sie besser gegen Muskelverletzungen und Kreuzbandriss zu schützen: Das ist das Ziel einer neuen Trainingsmethode, die Dr. Karsten Knobloch von der Abteilung Unfallchirurgie (Direktor: Professor Dr. Christian Krettek) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) seit Januar 2004 bei der ersten Frauenmannschaft des FC Bayern München einsetzt. Eine Studie mit Erfolg: "Vor diesem Training fielen zwölf Spielerinnen innerhalb von sechs Monaten wegen Muskelverletzungen aus, in der ersten Rückrunde mit Gelenkwahrnehmungstraining waren es nur noch drei Verletzungen, jetzt gibt es keine mehr", zieht Dr. Knobloch ein erstes Fazit. Einmal in der Woche trainieren die 24 Spielerinnen in München nach dem Programm, das Dr. Knobloch mit der Physiotherapeutin der Mannschaft, Susanne Martin-Schmitt, ausgearbeitet hat. In regelmäßigen Abständen fährt der Mediziner nach München, um das Training mit der Physiotherapeutin abzustimmen und die Fußballerinnen zu untersuchen. "Die Spielerinnen haben sich vorher nicht im Duell mit ihren Gegenspielerinnen verletzt, sondern zu 75 Prozent ohne Gegeneinwirkung. Weiterhin lagen Schwächen bei der Landung nach Kopfball vor, so dass wir genau die Muskeln und den entsprechenden Bewegungsablauf trainiert haben", erklärt Dr. Knobloch. Je seltener Verletzungen auftreten, desto öfter können die Sportlerinnen am Training teilnehmen und bei Spielen eingesetzt werden.
Der Kontakt nach München kam eher zufällig zustande, als der MHH-Experte bei einem Kongress über Sportverletzungen referierte. "Die Physiotherapeutin hat bei mir angerufen und mich gefragt, ob ich mit den Frauen arbeiten wolle. Ich habe zugesagt", sagt Knobloch. Die Profi-Frauen des FC Bayern München fielen damals oft verletzungsbedingt aus, standen auf Platz 11 der Frauen-Fussballbundesliga. Auch die Herzleistung der Frauen nimmt Dr. Knobloch unter die Lupe. Er misst regelmäßig während der Saison die Herzleistung der Spielerinnen in Ruhe und kurz nach einer Ausdauerbelastung. "Dazu haben wir ein transportables Ultraschallgerät, bei dem wir die Messung vom Hals aus durchführen. Das funktioniert direkt auf dem Fußballplatz", sagt der MHH-Experte. Dabei geht es vor allem darum, die Ausdauerleistung der Spielerinnen zu beobachten sowie mögliche Gefahren für das Herz bei Infekten früh zu erkennen. Dr. Karsten Knobloch hat keinen Vertrag mit dem FC Bayern München, bekommt auch kein Honorar. Ihm liegt viel daran, mit gezieltem Training und speziellen Untersuchungen das Verletzungsrisiko im Sport so gering wie möglich zu halten. Auch andere Fußballvereine haben Interesse an seinem Trainingskonzept gezeigt, zum Beispiel die Fußballprofi-Herrenmannschaft des VfL Wolfsburg.
Weitere Informationen gibt Ihnen gern Dr. Karsten Knobloch, MHH-Unfallchirurgie, Telefon: (0511) 532-2052, E-Mail: kknobi@yahoo.com. Gern schicken wir Ihnen auch Fotos zu, die Dr. Knobloch bei der Untersuchung der Spielerinnen zeigen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH, Telefon: (0511) 532-6773.

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