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Projekt "Angehörigenarbeit in der Forensischen Psychiatrie" ausgezeichnet

27.11.2002 - (idw) LBK Hamburg (Landesbetrieb Krankenhäuser)

Die seit dem 14. November 2001 bestehende Gruppe für Angehörige von forensischen Patienten im Klinikum Nord in Hamburg ist im Rahmen der 7. Lilly Schizophrenia Awards mit dem mit Euro 2.600,- dotierten Hauptpreis für innovative Konzepte für neue Perspektiven ausgezeichnet worden.

Die Angehörigenarbeit in der Forensik wurde als wesentlicher und wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und der Entstigmatisierung psychisch kranker Mitmenschen gewürdigt. Hilfreiche und positiv-stützende Kontakte im sozialen Umfeld des Patienten sind empirisch nachgewiesen gewaltprotektiv wirksam und somit auch für die weitere Prognose von erheblicher Bedeutung, sagt Dr. Guntram Knecht, Chefarzt der VI. Psychiatrischen Abteilung - Forensische Psychiatrie des Klinikum Nord.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 27.11.2002 von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr im Rahmen der Eröffnungsfeier des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) im ICC Berlin statt.

Das prämierte Projekt:
Während die Arbeit mit Angehörigen psychisch Kranker in der Allgemeinpsychiatrie längst etabliert ist und auch im Strafvollzug eine feste Rolle spielt, findet sie in der forensischen Psychiatrie kaum statt.
Sie ist mit mehreren erschwerenden Problemen behaftet:
1. oft desolate familiäre Beziehungen der Probanden
2. eingeschränktes Vermögen der Probanden, Beziehungen einzugehen und über längere Zeit aufrecht zu erhalten
3. die lange Verweildauer in der forensischen Psychiatrie wirkt stabilen, dauerhaften und sozial stützenden Kontakten außerhalb der Kernfamilie entgegen.

Dennoch bietet das Klinikum Nord in Hamburg seit November 2001 eine abteilungseigene und stationsübergreifende Angehörigengruppe an. Das Angebot orientiert sich an den Bedarfen der teilnehmenden Angehörigen: problem- und konfliktzentrierte Gruppensitzungen finden ebenso statt wie auf Informationsvermittlung ausgerichtete. Die Sitzungen finden alle 14 Tage statt und werden von jeweils zwei Mitarbeitern der Abteilung geleitet.
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