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Uni-Vereins-Preis für Aufklärung der dreidimensionalen Struktur von menschlichen Peptidhormonen

28.11.2002 - (idw) Universität Bayreuth

Traditionelle Preisverleihung beim Jahrestag der Universität: Preise der Stadt für hervoragende Doktorarbeiten an Chemiker, Jurist und Volkswirt


Dr. Ute C. Marx
Dr. Alexander Böker, Bayreuth Bayreuth (UBT). Die Chemikerin Dr. Ute C. Marx ist heute beim 27. Jahrestag der Universität Bayreuth mit dem mit 2.500.- Euro ausgestatteten Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses des Universitätsvereins ausgezeichnet worden. Gleichzeitig erhielten der Chemiker Alexander Böker, der Jurist Stefan Plötscher und der Volkswirt Alexander Marcus Keck die diesjährigen Preise der Stadt Bayreuth. Dieser traditionsreiche Preis wird seit dem Jahr 2000 ausschließlich für herausragende Doktorarbeiten vergeben - vorher auch für Zulassungs- und Diplomarbeiten - und ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Preis dese Universitätsvereins zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Der mit 2.500 Euro ausgestattete Preis des Universitätsvereins ging in Anerkennung ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen an die Chemikerin Dr. Ute C. Marx.
Dr. Marx hat die dreidimensionale Struktur von menschlichen Peptidhormonen und anderen Peptiden und Proteinen im menschlichen Blut mit Hilfe der magnetischen Kernresonanz aufgeklärt. Sie hat damit entscheidend zum Verständnis der Funktionsweise von biologischen Signalwegen beigetragen und dadurch die Voraussetzung für die Entwicklung von Wirkstoffen, die diese Signalwege beeinflussen, geschaffen.

Preise der Stadt Bayreuth
Dr. Alexander Böker, Bayreuth
Self-Assembly of Block Copolymers in External Fields
Betreuer Professor Dr. Georg Krausch (Lehrstuhl für Physikalische Chemie II)

Der Preisträger hat sich in seiner Doktorarbeit mit der Synthese, der Charakterisierung und der Manipulation neuer nanostrukturierter Kunststoffe beschäftigt. Die fachübergreifend angelegte Arbeit reicht von der Makromolekularen Chemie bis hin zur Physik der Polymere. Durch anspruchsvolle Polymerisationsverfahren hat Dr. Böker am Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie (Professor Dr. Axel Müller) zunächst sogenannte ABC-Dreiblock-Kopolymere hergestellt und dann hinsichtlich ihrer molekularen Eigenschaften charakterisiert. Anschließend wurde die spontane Selbstorganisation der Materialien in regelmäßigen Strukturen am Lehrstuhl Physikalische Chemie II (Professor Dr. Georg Krausch) untersucht. Die charakteristischen Größen der entstehenden Strukturen liegen dabei im Bereich einiger Millionstel Millimeter. Im Hauptteil seiner Arbeit hat der Preisträger elektrische Felder zum Einsatz gebracht, um die Nanostrukturen gleichmäßig auszurichten. Diesen Prozess hat er an der modernsten europäischen Quelle für Synchrotronstrahlung, dem ESRF (European Synchrotron Radiation Facility) in Grenoble (Frankreich) in Echtzeit verfolgt. Die dabei erreichte Zeitauflösung stellt bisher den Weltrekord für zeitaufgelöste Strukturuntersuchungen an Kunststoffen dar. Die Ergebnisse der Doktorarbeit haben zu einer Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen in internationalen Fachzeitschriften der Chemie und der Physik geführt.

Dr. Stefan Plötscher, Frankfurt
Der Begriff der Diskriminierung im Europäischen Gemeinschaftsrecht - Zugleich ein Beitrag zur einheitlichen Dogmatik der Grundfreiheiten des EG-Vertrages
Betreuer: Professor Dr. Rudolf Streinz (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht)

Dr. Stefan Plötscher hat in seiner grundlegenden Arbeit alle Diskriminierungsverbote des EG-Vertrages auf eine einheitliche Dokmatik hin untersucht. Er griff dabei auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu den einzelnen Vertragsbestimmungen zurück, die er ausführlich analysierte und nach ihren dogmatischen Strukturen ordnete. Ihm gelang es dabei, so Professor Streinz, "Angesichts einer dogmatisch zum Teil widersprüchlichen Rechtsprechung und einer vielfach ebenso unübersichtlichen Rezeption durch die wissenschaftliche Literatur klare Lösungswege zur Behandlung des Diskriminierungsbegriffs im Gemeinschaftsrecht aufgezeigt zu haben." Er erfasste dabei auch die aktuellsten, noch wenig geklärten Fragen, besonders die Antidiskriminierungsnorm des Art. 13 EGV, zu der er wesentlich weiterführende Beiträge leistete. Professor Streinz: "Seine Ergebnisse können dazu beitragen, der Praxis Handreichungen für die Bewältigung von 'Diskriminierungsproblemen' zu geben, was als quasi 'Vorratshaltung' die eigentliche Aufgabe juristischer Dogmatik ist."

Dr. Alexander Marcus Keck, Bayreuth

Freiwilliges Ökolabelling als Verzerrung des freien Welthandels? - Eine interdisziplinäre Analyse
Betreuer Professor Dr. Peter Oberender (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre/Wirtschaftstheorie)

Mit seiner Doktorarbeit leistete Alexander Marcus Keck einen relevanten wissenschaftlichen Beitrag zum Problem des Ökolabellings und des internationalen Handels. Neben ökonomischen und juristischen Aspekten berücksichtigte er auch naturwissenschaftliche sowie politische Gesichtspunkte.
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