Kinder in Not - Formen der Hilfe in Ost- und Mitteleuropa

08.06.2005 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Europäische Fachtagung am Institut für Erziehungswissenschaft

Vom 16. bis 18. Juni 2005 findet die Europäische Fachtagung "Kinder in Not - Formen der Hilfe in Mittel- und Osteuropa" in Tübingen statt. Veranstalter ist die Universität Tübingen, in enger Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) in Frankfurt und der Fédération Internationale des Commutautés Educatives (FICE International). An der Tagung nehmen Experten aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung, von staatlichen Stellen und Ministerien sowie aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe. Sie kommen aus Slowenien, Polen, Lettland, Ungarn, der Slowakei und Estland. Darüber hinaus sind Fachleute aus der Bundesrepublik Deutschland und von Fachorganisationen auf europäischer Ebene eingeladen.
Der Einfluss der europäischen Integration auf die Kinder- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland scheint gering. Allenfalls arbeitsmarktpolitische Projektmittel aus dem Europäischen Sozialfonds sind für Kommunen und Kreise von Interesse. Gleichzeitig sind die Differenzen zu den östlichen Nachbarländern groß. Vor allem kulturelle und sprachliche Barrieren erschweren den Vergleich. Politik, Praxis und Wissenschaft sind daher gefordert ihr Hintergrundwissen ständig zu aktualisieren. Das Bundesjugendkuratorium fordert in diesem Zusammenhang ein für europäische und internationale Entwicklungen sensibles, mit Zuwanderung und ethnisch-kultureller Heterogenität offen umgehendes Bildungs- und Sozialsystem. Interkulturelle Bildung muss im Mittelpunkt der Entwicklungen stehen, um kulturübergreifende Kompetenzen auszubilden.
Der Vergleich der unterschiedlichen nationalen Erziehungs- und Hilfesysteme für Kinder in Not bietet die Chance des Lernens aus der Differenz. Dies verspricht in mehrerlei Hinsicht fruchtbar zu werden: für die Grundlagenforschung und einen intensivierten Wissenstransfer über die Grenzen hinweg, genauso wie für die Praxisentwicklung in den einzelnen Ländern sowie für Kooperationen einzelner Institutionen und Projektpartner im Bereich der Ausbildung und auch der Qualifikation von Fachkräften der Sozialen Arbeit in Europa.
Besondere Beachtung sollen auf der Tagung die unterschiedlichen pädagogischen Traditionen, Strömungen und Konzepte innerhalb der einzelnen Länder finden. Des Weiteren interessieren die gesellschaftlichen Strukturen und aktuellen gesellschaftlichen Transformationsprozesse und ihre Auswirkungen auf die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie die entsprechenden Hilfesysteme. Im zweiten Teil der Tagung sollen gemeinsame gesamteuropäische Themenfelder identifiziert und Grundlagen für weitergehende Kooperationen geschaffen werden.

Nähere Informationen:
Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Sozialpädagogik
Prof. Dr. Rainer Treptow, (07071) 29-76750; rainer.treptow@uni-tuebingen.de
Matthias Hamberger, (07071) 29-78329; matthias.hamberger@uni-tuebingen.de

Ausführlichere Informationen und Programmablauf unter:
http://www.uni-tuebingen.de/uni/sei/a-sozp/sp01-aktuell.htm