Kroatiens verlangsamter Weg nach Europa

30.01.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kroatische Botschafterin spricht am 31. Januar, 17.15 Uhr an der Universität Jena Jena (30.01.07) Die Konflikte des Balkans haben auch den 4,4 Millionen Kroaten lange das Tor nach Europa versperrt. In den frühen Neunzigern stand Kroatien im Krieg, nach dessen Ende 1995 kamen fast fünf Jahre autoritärer Herrschaft des Ultranationalisten Franjo Tudjman. Der Aufbruch begann erst mit der Machtübernahme der kroatischen Opposition im Jahre 2000. 2004 erreichte Kroatiens Wirtschaftsleistung erstmals wieder die von 1989.

Im Juni 2004 wurde Kroatien zum offiziellen Kandidatenland für den EU-Beitritt ernannt und im März 2005 sollten Beitrittsverhandlungen beginnen. Am 1. Februar trat das Stabilitäts- und Assoziationsabkommen zwischen der EU und Kroatien in Kraft. Doch dann, am 16. März, verschob die EU den Beginn der Beitrittsverhandlungen auf unbestimmte Zeit. Grundlage dafür war ein Bericht, in dem die Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag Kroatien mangelnde Kooperation mit der Anklagebehörde vorwarf. Dabei ging es im Wesentlichen um einen Mann: um den seit 2001 flüchtigen Ex-General und Kriegsverbrecher Ante Gotovina. Erst nach dessen Festnahme war auch die EU-Kommission überzeugt davon, dass das Land seinen Kandidatenstatus politisch verdient. 2009 oder 2010 soll Kroatien nun EU-Mitglied sein.

Über die Chancen und Probleme von "Kroatiens Weg in die Europäische Union" wird am Mittwoch, den 31. Januar, die kroatische Botschafterin Dr. Vesna Cvjetkovic-Kurelec an der Universität Jena sprechen. Sie hält ihren Vortrag mit anschließender Diskussion ab 17.15 Uhr im Senatssaal der Universität Jena (Fürstengraben 1). Die Öffentlichkeit ist zu diesem Vortrag, den das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) im Rahmen seiner Vortragsreihe "Die Neuen gehören zu Europa?!" veranstaltet, herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.