Innovationen im Lese- und Schreibunterricht

18.09.2007 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Abschlussveranstaltung des Modellprojekts ILSU am 18. September 2007 von 15 bis 18 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität, Ludwigstraße 23 Lese- und Rechtschreibschwächen werden immer häufiger. Diese Schwächen bedeuten nicht nur ein Handikap für den weiteren schulischen und beruflichen Werdegang. Lese- und Rechtschreibschwächen erschweren auch die Einsicht in Sprache und Kommunikation. Schließlich können die kognitive Entwicklung und auch die Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt werden. Eine Anpassung des Rechtschreibunterrichts an die heutigen Bedingungen erscheint demnach zwingend erforderlich.

Das Projekt ILSU

In der Modellregion des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis wurde deshalb in den Schuljahren 2004/2005 bis 2006/2007 im Rahmen des Projekts Innovationen im Lese- und Schreibunterricht (ILSU) am Beispiel der Rechtschreibwerkstatt nach Norbert Sommer-Stumpenhorst erprobt, inwieweit ein stark binnendifferenzierendes Konzept für den Rechtschreibunterricht die Rechtschreibleistung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 1 bis 6 positiv beeinflusst.

Binnendifferenzierender Unterricht erlaubt die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler innerhalb der Klasse. Der entscheidende Vorteil binnendifferenzierenden Unterrichts besteht darin, dass jedes Kind den Lernstoff in seinem Lerntempo bearbeiten kann. Dadurch können die individuellen Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern besser berücksichtigt werden. Prof. Dr. Ulrich Glowalla, Professor für Psychologie und Leiter der Forschungsgruppe Instruktion und Interaktive Medien (IIM) an der Justus-Liebig-Universität Gießen, führte die wissenschaftliche Begleitungforschung zum Projekt ILSU durch.

Programm der Abschlussveranstaltung

Am Dienstag, 18. September, findet von 15.00 bis 18.00 Uhr die Abschlussveranstaltung des Modellprojekts in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt. Eingeladen sind alle an ILSU beteiligten Lehrerinnen und Lehrer und auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler aus den Projektklassen. Nach einem Grußwort von Ministerialrätin Wiltrud Lortz (Leiterin des Referats Grundschule des Hessischen Kultusministeriums) wird der leitende Schulamtsdirektor Heinz Kipp (Staatliches Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis)das regionale Netzwerk Schriftsprache in der Modellregion des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis vorstellen.

Die Fortbildung und Unterstützung der teilnehmenden Lehrkräfte stellte eine der beiden Säulen des Projekts dar. Jutta Mandler (Lehrerin und ILSU-Moderatorin) wird aus diesem Grunde einen Rückblick auf die Fortbildungen der drei Projektjahre geben. Die zweite Säule des Projekts beinhaltete die Evaluation der Rechtschreibleistung in insgesamt 23 Projektklassen, die mit dem binnendifferenzierenden Konzept unterrichtet wurden. Dies geschah im Vergleich zu 13 Kontrollklassen. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung werden von Professor Glowalla vorgestellt.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Befunde sind sehr spannend und ermutigend!

Im Anschluss wird es bei einem kleinen Umtrunk Gelegenheit geben, Fragen zu stellen und mit allen Projektbeteiligten zu diskutieren. An dem Thema interessierte Kolleginnen und Kollegen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Vertreter der Medien sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen.

Kontakt
Prof. Dr. Ulrich Glowalla
Leiter der wissenschaftlichen Begleitforschung zu ILSU
Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der JLU
Otto-Behaghel-Straße 10/F
35394 Gießen
Telefon: 0641-99-26200
Fax: 0641-99-26209
E-Mail: ulrich.glowalla@psychol.uni-giessen.de