Neu erschienen: Zur Zukunft ländlicher Räume Entwicklungen und Innovationen in peripheren Regionen Nordostdeutschlands

29.10.2008 - (idw) Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Ziel der Studie "Zur Zukunft ländlicher Räume", die soeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wurde, ist es, für die komplexen Probleme der ländlichen Regionen Nordostdeutschlands wissenschaftlich fundierte Lösungen vorzulegen. Den Autorinnen und Autoren der interdisziplinären Akademie-Arbeitsgruppe "Zukunftsorientierte Nutzung ländlicher Räume" ist es gelungen, neue Wege aufzuzeigen, wie ländliche Räume und ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu neuen Zukunftsperspektiven gelangen können. Ausgangspunkt der rund 400-seitigen Studie ist der Befund, so Professor Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, "dass die Berichterstattung über ländliche Räume, insbesondere diejenigen in Ostdeutschland, häufig eher negativ gefärbt ist. Die 'Neue Zürcher Zeitung' etwa erklärt die ländliche Uckermark zum 'Millionengrab der Nation' und die amerikanische 'Newsweek' sieht die ländlichen Räume in ganz Europa durch die Landflucht auf dem Weg zurück zu einem 'urzeitlichen Zustand'.

Die Studie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften fordert spezifische Lösungen für ländliche Räume. Dazu gehört laut Professor Reinhard Hüttl, Sprecher der Arbeitsgruppe, "dass offensiv an einem Umbau ländlicher Räume gearbeitet wird, statt an ihrem Abbau oder ihrer quantitativen Anpassung nach Normwerten". Dies gilt vor allem für Nordostdeutschland, wo noch eine große, weitgehend unversiegelte und unzerschnittene naturnahe Landschaft mit hohem ökologischem Potenzial existiert. Auch wenn die finanziellen Beihilfen für diese Region sinken, die Niederschläge voraussichtlich zurückgehen und die Nahrungsproduktion mit dem Anbau nachwachsender Rohstoffe konkurrieren werden, sollten die landwirtschaftlichen Flächen energetisch sinnvoll und ökologisch akzeptabel genutzt werden. Dies kann unter anderem durch Pflanzen mit neuartigen Eigenschaften geschehen, die zum Beispiel gegen Trockenheit oder Pathogene resistent sind. Oder durch eine Tierhaltung, die stärker in Konzepte einer integrierten Regionalentwicklung eingebunden und mit anderen wirtschaftlichen Sektoren, z.B. Landschaftspflege oder Tourismus verzahnt wird. Darüber hinaus könnte durch neue Verfahren eine Gesundheitsversorgung der Bevölkerung vergleichbar der in Städten gewährleistet und die Infrastruktur in den Bereichen Mobilität und Schulbildung ausgebaut werden. Nur durch eine Steigerung der Attraktivität ländlicher Räume für die Bewohner und durch die Entwicklung von Infrastrukturleistungen kann, so die Studie, einer Abwanderung der Bevölkerung vorgebeugt werden und das Potenzial dieser Räume langfristig genutzt werden.

Rezensionsexemplare erhalten Sie über den Verlag:
Zur Zukunft ländlicher Räume. Entwicklungen und Innovationen in peripheren Regionen Nordostdeutschlands, hrsg. von Reinhard F Hüttl, Oliver Bens, Tobias Plieninger, Akademie Verlag, Berlin 2008, 440 Seiten, 69,80 Euro, ISBN 978-3-05-004485-9

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