Humboldt-Forschungspreisträger untersucht Metalle der "Seltenen Erden"

21.05.2002 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Der indisch-amerikanische Chemiker Prof. Dr. Narayan S. Hosmane wird für sechs Monate am Institut für Anorganische Chemie der Universität Göttingen forschen. Der Gastaufenthalt, der im Juni dieses Jahres beginnt, ist Teil des Forschungspreises, mit dem die Alexander von Humboldt-Stiftung Prof. Hosmane für seine wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie ausgezeichnet hat. Zusätzlich erhält der Wissenschaftler, der an der Northern Illinois University in DeKalb (USA) lehrt und forscht, ein Preisgeld von rund 60.000 Euro. Während der geplanten Forschungsarbeiten an der Georg-August-Universität sollen so genannte Seltene Erden, zu denen 14 metallische Elemente, die Lanhanoide, gehören, untersucht werden.

Pressemitteilung
Göttingen, 21. Mai 2002 / nr. 150/2002

Humboldt-Forschungspreisträger untersucht Metalle der "Seltenen Erden"
60.000 Euro für Gastaufenthalt am Institut für Anorganische Chemie der Universität Göttingen

(pug) Der indisch-amerikanische Chemiker Prof. Dr. Narayan S. Hosmane wird für sechs Monate am Institut für Anorganische Chemie der Universität Göttingen forschen. Der Gastaufenthalt, der im Juni dieses Jahres beginnt, ist Teil des Forschungspreises, mit dem die Alexander von Humboldt-Stiftung Prof. Hosmane im Jahr 2001 für seine wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie ausgezeichnet hat. Zusätzlich erhält der Wissenschaftler, der an der Northern Illinois University in DeKalb (USA) lehrt und forscht, ein Preisgeld von rund 60.000 Euro. Prof. Dr. Herbert W. Roesky vom Göttinger Institut hatte seinen Kollegen für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Während der geplanten gemeinsamen Forschungsarbeiten an der Georg-August-Universität sollen so genannte Seltene Erden, zu denen 14 metallische Elemente, die Lanhanoide, gehören, untersucht werden.

Seltene Erden sind - anders als ihr Name sagt - durchaus häufig in der Natur zu finden. In Ablagerungen und Sanden, darunter dem so genannten Monzitsand, treten sie reichlich auf, sind jedoch nach Angaben von Prof. Roesky vergleichsweise wenig untersucht. Der Wissenschaftler: "Erst seit 25 Jahren ist man großtechnisch in der Lage, Lanthanoide und Erdgestein zu trennen und die Elemente der Wissenschaft in ausreichender Menge und Reinheit zur Verfügung zu stellen." Neuere Forschungsarbeiten hätten gezeigt, dass Lanthanoide bei der Herstellung von Kunststoffen und als Katalysatoren bei vielen Anwendungen von Bedeutung seien. "Konkret möchten wir im Sommer unsere in Göttingen vorhandene Expertise auf dem Gebiet des Aluminiums auf die Metalle der Seltenen Erden übertragen", erläutert Prof. Roesky.

Prof. Hosmane wurde in Indien ausgebildet und promovierte an der University of Edinburgh (Schottland). Als Full Professor lehrte er zwischen 1989 und 1998 an der amerikanischen Southern Methodist University in Dallas (Texas), ehe er an die Northern Illinois University wechselte. Der international renommierte Wissenschaftler erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Die Humboldt-Stiftung will mit ihrem Forschungspreis, der im Herbst vergangenen Jahres an 50 Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus 16 Ländern vergeben wurde, "wesentlich zu einer Internationalisierung der deutschen Wissenschaft beitragen". Das Vorschlagsrecht liegt ausschließlich bei Wissenschaftlern in Deutschland.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Herbert W. Roesky
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Chemie
Institut für Anorganische Chemie
Tammannstraße 4, 37077 Göttingen
Tel. (0551) 39-3001, Fax (0551) 39-3373
e-mail: hroesky@gwdg.de