Herausforderungen für Bildung und Erziehung im 21. Jahrhundert

14.06.2009 - (idw) Universität Leipzig

Unter dem Motto "Gegenwart gestalten, um Zukunft zu bilden.
Herausforderungen für Bildung und Erziehung im 21.
Jahrhundert" steht der zweite Leitkongress der Universität
Leipzig anlässlich ihres 600-jährigen Bestehens. Vom 18.
bis 20. Juni diskutieren dazu renommierte Experten in
Leipzig über Lernmethoden von der frühen Kindheit bis in
hohe Lebensjahrzehnte. "Wir wollen mit diesem Kongress auch
die breite Öffentlichkeit ansprechen, vor allem Eltern,
Schüler, Jugendliche und Berufseinsteiger. Bildung ist ein
Thema für alle Generationen", so der Dekan der
Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität
Leipzig, Prof. Dr. Harald Marx. Mit den "Leipziger Thesen für Bildung und Erziehung im 21.
Jahrhundert" soll der Fachkongress einen Impuls für
Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik setzen.
Erwartet werden neben zahlreichen Wissenschaftlern auch der
Präsident des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft,
Dr. Arend Oetker, und die sächsische
Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange.

"Bildung und Erziehung sind Schlüsselthemen und fordern
wissenschaftliche Erkenntnis, kulturelle Kreativität und
politische Gestaltungskraft im 21. Jahrhundert nachhaltig
und umfassend heraus", sagt der Dekan der
Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität
Leipzig, Prof. Dr. Harald Marx. Er ist zugleich
Projektleiter des dreitägigen Symposiums, das die
Universität in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt
Leipzig unter Leitung von Dr. Siegfried Haller
veranstaltet. Der Kongress ist neuen Bildungsansätzen auf
der Spur und thematisiert auch die verschiedenen
biografischen Etappen eines Bildungsprozesses. "Von der
frühen Kindheit bis zum lebenslang Lernenden erfahren
tradierte Figuren bisheriger Erziehungsprozesse gewichtige
Veränderungen; neue Figuren entstehen", so Marx weiter.

Die PISA-Studien hätten empirische Belege geliefert, nach
denen junge Menschen in den Bereichen schriftsprachlichen,
mathematischen und naturwissenschaftlichen Denkens und
Handelns international allenfalls durchschnittliche
Kompetenzen erkennen lassen und diese national zudem starke
Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern
aufweisen. "Eine Überprüfung des Begabungspotenzials hat
hingegen ergeben, dass dieses bei den in Deutschland
lebenden Schülern signifikant größer ist als deren
gemessene Leistungen", sagt Professor Marx. "Daraus wird
deutlich, dass Schüler über mehr Fähigkeiten verfügen als
sie zeigen, zeigen müssen oder von ihnen im schulischen
Alltag abverlangt werden." Dieses passive
Begabungspotenzial frühzeitig zu erkennen und Ursachen
aufzuzeigen, den den Abruf des Potenzials befördern oder
behindern, ist eine der Aufgaben des Symposiums.

Der Fachkongress steht interessierten Bürgern zur
kostenlosen Teilnahme offen. Besonders von Interesse sind
sicherlich Themen wie "Die Gestaltung von Übergängen
innerhalb des gegliederten Schulsystems",
"Begabungsförderung: Maßnahmen in der Schule und ihre
Wirksamkeit", "Die Krisen und Risiken von Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen vor dem HIntergrund
verschiedener Lebenslagen" oder "Aspekte des lebenslangen
Lernens", dessen Grundlagen nach Expertenmeinung bereits in
der Kindheit gelegt werden.

Der Kongress endet mit einer Podiumsdiskussion am Samstag,
20. Juni, um 11 Uhr im Hörsaalgebäude der Universität
Leipzig. Es diskutieren: Dr. Arend Oetker (Unternehmer und
Präsident des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft),
Dr. Eva-Maria Stange (Staatsministerin für Wissenschaft und
Kunst Sachsen), Prof. Dr. Martin Baethge (Soziologisches
Forschungsinstitut Göttingen, SOFI), Prof. Dr. Hans Bertram
(Humboldt Universität Berlin), Prof. Dr. Philipp Gonon
(Universität Zürich), Prof. Dr. Franz Häuser
(Rektor der Universität Leipzig), Prof. Dr. Harald Marx
(Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Leipzig)
und Moderator Bernd Hilder (Chefredakteur der Leipziger
Volkszeitung).

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Weitere Informationen:
Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und Professor für Psychologie in Schule und Unterricht
Prof. Dr. Harald Marx
Telefon: (0341) 97 31 401
E-Mail: marx@uni-leipzig.de
www.erzwiss.uni-leipzig.de/2009/
Weitere Informationen: http://www.erzwiss.uni-leipzig.de/2009/ - Internetseite zum Kongress