Back to the roots - 1969er Absolventen treffen sich zum 40. Jubiläum an der FH Mainz

30.11.2009 - (idw) Fachhochschule Mainz

Eine Gruppe älterer Herren zog am Samstag am Fachbereich Wirtschaft an der Fachhochschule Mainz Aufmerksamkeit von Professoren und Studierenden auf sich und machte neugierig. "Wer sind diese Herrschaften?" hörte man öfters. Die Mittsechziger gehörten offensichtlich nicht gerade zur Gruppe der üblichen Studierenden. Die neun Herren feierten in diesem Jahr ihr 40stes Abschlussjubiläum und kamen zur Stippvisite, um mit derzeitigen Studierenden ihre Erfahrungen auszutauschen. Mit von der Partie war auch Prof. Dr. Dietrich Goldenbaum, der den Jubilaren 1969 als Dozent noch Mathematik beibrachte.

1966 begannen sie mit dem Studium der Betriebswirtschaft an der Höheren Wirtschaftsfachschule (HWF), dem Vorläufer der heutigen FH. "Angefangen haben wir auf der Zitadelle und den Abschluss machten wir 1969 im Gebäude in der Berliner Siedlung", erzählten die ehemaligen Studenten. Die Frauenquote in diesem Studiengang war fast Null. "Das war auch gut so. Denn so wurden wir nicht abgelenkt und konnten uns aufs Studium konzentrieren", kommentierten die Senioren mit einem Augenzwinkern. Um an der HWF zu studieren, war es Voraussetzung, eine kaufmännische Lehre abgeschlossen und ein Jahr gearbeitet zu haben. Für das Studium mussten sie allerdings ihren Arbeitsplatz aufgeben. Ein Risiko, das ihnen aber kein Kopfzerbrechen bereitete. "Wir hatten nie das Gefühl, dass wir später keinen Job bekommen, eher das Gegenteil", so Frieder Thille. Und sie sollten Recht behalten. Nach dem Abschluss gingen die Betriebswirte in die Welt hinaus und machten beachtliche Karrieren. Sie waren Manager, Banker, Wirtschaftsprüfer, Personaler und Geschäftführer und arbeiteten bei namhaften Unternehmen wie Global Food, Pepsi, Condor, Thomas Cook und vielen weiteren.
Den Mainzer Reinhard Scholtz zog es in die USA, später arbeitete er bei Kraft. Vor 15 Jahren machte er sich selbstständig und ist noch heute als Unternehmensberater tätig. Scholtz rät den Studierenden unbedingt ins Ausland zu gehen. Denn "ein sehr gutes Zeugnis zu haben, reicht heute nicht mehr aus", betont er. Aus seiner Zeit als Personaler weiß er, dass Unternehmen Mitarbeiter mit dem besonderen Etwas suchen. Das kann ein Auslandsaufenthalt sein oder ein Ehrenamt, etwas, das einen Bewerber aus der großen Masse hervorhebt.
Über die Jahre hinweg treffen sich die 69er regelmäßig. Und zum goldenen Jubiläum 2019 werden sie wieder an die FH kommen.