Deutsche Bahn - durch Stinnes zum internationalen Logistikdienstleister

02.07.2003 - (idw) Fachhochschule Heilbronn

Einer der größten integrierten Logistikkonzerne entsteht - Stinnes-Chef Dr. Bernd Malmström im Dialog mit Studierenden der Fachhochschule Heilbronn

"Deutsche Bahn - durch Stinnes zum internationalen Logistikdienstleister" unter diesem Titel stellte sich am letzten Montag Dr. Bernd Malmström, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn AG sowie Vorstandsvorsitzender der Stinnes AG und der DB Cargo AG, nach einem Eingangsreferat zahlreichen Fragen von Studierenden in der voll besetzten Aula der Fachhochschule Heilbronn.
Wir erinnern uns: Im letzten Jahr kaufte die Deutsche Bahn AG die Stinnes AG. Mit dieser Akquisition in Milliardenhöhe steigt die Deutsche Bahn AG in die erste Liga der internationalen Logistik- und Transportanbieter auf. Nicht zuletzt mit Blick auf die Stinnes-Tochter Schenker, die von 1931 bis 1991 schon einmal zu den Vorgängerorganisationen der Deutschen Bahn AG gehörte, wurde diese unternehmerische Entscheidung in der Öffentlichkeit kontrovers kommentiert.
"Der Transport- und Logistikmarkt ist aufgrund der immer arbeitsteiligeren, internationaleren Wirtschaft ein Wachstumsmarkt," so Prof. Dr. Babette Dorner, Dozentin im Fachbereich Wirtschaft und Verkehr an der Fachhochschule Heilbronn. "Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die künftige Rolle der Bahnen. Durch veränderte Kundenbedürfnisse und die Liberalisierung des Schienenverkehrs in Europa werden die Karten für das Zusammenspiel der Bahnen untereinander und mit anderen Verkehrsträgern völlig neu gemischt," so die Professorin weiter.
Dr. Bernd Malmström erläuterte dem Auditorium zunächst, wie schwierig es für ein Unternehmen der Größe von DB Cargo gewesen sei, aus eigener Kraft die erforderliche Logistikkompetenz in einem sich schnell wandelnden Wettbewerbsumfeld aufzubauen, und welche Chancen externes Wachstum in der Größenordnung der Akquisition von Stinnes samt Schenker biete. Mit Stinnes als der neuen Transport- und Logistiksparte der Bahn seien nun die Weichen auf "Wachstum" gestellt.

Der Manager, der vor seinem Wechsel zu DB Cargo den Vorstandsvorsitz der Schenker-Rhenus AG und den stellvertretenden Vorstandsvorsitz der Stinnes AG inne hatte, erläuterte den Studierenden, welche Hürden es bei der Vorbereitung der Übernahme zu nehmen galt. Besonders spannend war es für die zum großen Teil branchenkundigen Studierenden zu erfahren, wie der Logistikchef die Position seines Konzerns im Konzert des intra- und intermodalen Wettbewerbs einschätzt und wie er die Rollen zwischen Bahn- und Speditionsbereich im neu entstandenen Konzern definiert, um anderen Speditionsgesellschaften Rechnung zu tragen, die sowohl Kunde, Partner und/oder Wettbewerber seines Unternehmens sein können.
In der Diskussion äußerten sich einige Studierende aber auch kritisch. Viele Unternehmensfusionen würden scheitern, und gerade die Integration eines gut aufgestellten Konzerns wie Stinnes mit selbstbewussten Töchtern wie Schenker könne sich auch als problematisch erweisen. Sicherlich bringe eine solche Akquisition komplexe Herausforderungen mit sich, so Dr. Malmström. Jedoch sei er davon überzeugt, dass sich aufgrund der Entwicklung der Verkehrsträger der LKW-Transport in Europa erheblich verteuern werde und gerade die Verbindung von Logistikdienstleistung und Carrierfunktion über Straße und Schiene unter einem Dach zukunftsweisend sei. Durch den Zusammenschluss erhalte die Bahn außerdem "über Nacht" einen schlagkräftigen internationalen Vertrieb, der die bereits auf der betrieblichen Seite in die Wege geleitete Internationalisierung der Railion-Gruppe, die innerhalb der Stinnes AG zukünftig die Schienenleistungen produziert, unterstützt. "Damit verfügt die Deutsche Bahn AG mit ihren Töchtern gegenüber der Konkurrenz über einen entscheidenden strategischen Wettbewerbsvorteil," so das Fazit des Vorstandsvorsitzenden.
"Wir freuen uns sehr, dass sich ein solch hochrangiger Manager Zeit für den Dialog mit Studierenden nimmt," so Prof. Dr. Dorner. Das zeige die hohe Bedeutung einer aktuellen und praxisnahen Ausbildung aus Sicht der Unternehmen und dürfe als Zeichen der besonderen Reputation des Studiengangs Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik der Fachhochschule Heilbronn gewertet werden. Gastvorträge wie dieses Highlight, Fallstudien, Exkursionen und Praxissemester prägen die praxisorientierte Ausbildung in Heilbronn. Neben dem Studiengang Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik bietet die Fachhochschule Heilbronn eine Vielzahl weiterer Studienangebote in den Bereichen Wirtschaft und Technik an. Weitere Informationen unter www.fh-heilbronn.de.
Haben Sie noch Fragen? Frau Prof. Dr. Babette Dorner gibt Ihnen gerne nähere Informationen zum Thema.
Fachhochschule Heilbronn
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