Der Fall Magath oder warum Fußball-Manager gestalten müssen

20.08.2010 - (idw) accadis Hochschule Bad Homburg

Felix Magath hat sich gegen die eigenen Fans in Stellung gebracht. Sie werfen dem Schalke-Manager diktatorisches Verhalten vor. Das Fass zum Überlaufen brachte jetzt die Entlassung des Schalke-Fanbeauftragten Rolf Rojek, die Magath angelastet wird. Peter Kexel, Sportmarketing-Experte und Dozent am Fachbereich International Sports Management an der accadis Hochschule Bad Homburg, bricht eine Lanze für Magath: Profi-Fußballvereine, wie Schalke 04, sind heute mittelständische Unternehmen mit der Verantwortung für hunderte von Mitarbeitern. In solchen Strukturen ist professionelles Management mehr denn je gefragt, sagt Kexel. Vor diesem Hintergrund sei es deshalb notwendig, dass dem Führungspersonal der Vereine, auch das notwendige Maß an Gestaltungsfreiheit eingeräumt wird. Schließlich trügen die Manager auch die Verantwortung für den wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg des Clubs.

Zu diesem Aufgabenspektrum der Manager gehöre auch die Personalhoheit. Bekanntlich hat Herr Magath als Chefcoach seinen Trainerstab nach seinen persönlichen Wünschen zusammengestellt. Hier gab es keinen Widerspruch. Diesen Gestaltungsspielraum sollte man ihm auch hinsichtlich seiner Funktion als Manager des Vereins zubilligen er sollte deshalb auch sein Verwaltungspersonal mit den Menschen seines Vertrauens besetzen können, betont Kexel.

Kritisch sieht der Sportmarketing-Experte die Kommunikationspolitik von Magath: Schalke 04 ist ein traditionsreicher Verein mit einer großen Fankultur. Diese Kultur muss man respektieren und die Anhänger bei wichtigen Entscheidungen mit uns Boot nehmen. Manchmal macht dabei auch der Ton die Musik.
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